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Architekt entwirft Möbel für Hartz-IV-Wohnung

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Architekt entwirft Möbel für Hartz-IV-Wohnung

05.06.2011, 16:28 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Wer wenig Geld, aber dafür handwerkliches Geschick hat, kann sich trotzdem zuhause hübsch einrichten. Wie das geht, zeigte eine Ausstellung in Berlin. Der Architekt Le Van Bo hat die kreative "Hartz-IV-Wohnung" entworfen. Gezeigt werden unter anderem ein Sessel zum Selbsttischlern für 24 Euro und ein Hocker, der auch zum Regal werden kann.

Design zum Selbstbauen

"Die Idee ist, auf engstem Raum maximale Lebensqualität zu schaffen", sagte Van Bo. Alle Möbel der "Hartz-IV-Wohnung" sind zum Selbstbauen. 1800 Baupläne hat Van Bo schon verschickt. Die Anfragen kommen von Arbeitslosen, Rentnern oder auch Studenten.

Am beliebtesten ist der "24-Euro-Sessel". Das schicke Gestell ist aus einem einzigen Kiefernbrett getischlert, das es in jedem Baumarkt gibt. Aber auch der minimalistische "Berliner Hocker" steht bei Kunden hoch im Kurs: schön platzsparend und als Regal oder Trennwand nutzbar - "so ein Multifunktions-Ding", sagt Van Bo.

Appartement der gehobenen Mittelschicht

Mit wenigen Euro und einfachen Mitteln können sich arme Bürger neuerdings ein Designer-Zuhause herrichten, das sich wie ein Appartement mindestens der gehobenen Mittelschicht anfühlt. Wie das geht, zeigt Van Bo jetzt in einer Ausstellung im Betahaus in Berlin-Kreuzberg.

In dem Bürohaus für Kreative hatte der 34-Jährige seine "Hartz-IV-Wohnung" aufgebaut. Interessierte konnten das Musterquartier vom 2. bis 5. Juni anschauen. Sessel seien meist zu klobig, sein 24-Euro-Exemplar findet dagegen auch in einer beengten Einzimmer-Wohnung Platz. Auf dem Sofa kann man auch schlafen, und der "Berliner Hocker" passt in jede Ecke.

Einrichtungskonzept bald in Serie?

Van Bo weiß, was Arbeitslosigkeit heißt. Er wuchs im Berliner Stadtteil Wedding auf, seine Eltern waren Ende der 70er Jahre aus Laos nach Deutschland geflüchtet. Der Vater hangelte sich von Job zu Job, die Mutter verdiente lange Zeit gar kein Geld. Dass Van Bos Einrichtungskonzept bald in Serie geht, ist durchaus möglich. In Berlin ist die Howoge, eine der größten städtischen Wohnungsbaugesellschaften, auf das Projekt aufmerksam geworden.

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