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Schimmel in der Mietwohnung: Vorsicht bei Mietminderung

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Ursache finden  

Schimmel in der Mietwohnung – Mietminderung kann nach hinten losgehen

09.11.2017, 08:11 Uhr | Sabine Meuter, dpa-tmn

Schimmel in der Mietwohnung: Vorsicht bei Mietminderung. Schimmel führt oft zu Streit zwischen Mieter und Vermieter. (Quelle: dpa/Daniel Reinhardt)

Schimmel führt oft zu Streit zwischen Mieter und Vermieter. (Quelle: Daniel Reinhardt/dpa)

Schimmel in der Wohnung ist ein Alptraum für alle Mieter. Neben der gesundheitlichen Belastung stellt sich die Frage, was den Befall verursacht hat und wer demnach für die Kosten der Beseitigung aufkommt. Oft kann nur ein Sachverständiger weiterhelfen. Was bei Schimmel in der Mietwohnung zu tun ist.

Es ist einfach nur eklig: Die Wände in der Wohnung sind feucht, sie riechen modrig-muffig, und in den Ecken breiten sich dunkle Flecken aus – Schimmelbefall ist nicht nur für Auge und Nase unangenehm, er kann sogar ein Risiko für die Gesundheit sein.

Mieter müssen Schimmel in der Wohnung melden

"Der Mieter ist verpflichtet, diesen Schaden unverzüglich dem Vermieter anzuzeigen", sagt der Siegener Fachanwalt für Mietrecht, Frank Baranowski. Er rät dazu, von den betroffenen Stellen Fotos zu machen – sie sind später unter Umständen wichtige Beweismittel.

"Grundsätzlich kann der Befall von Schimmelpilzen ein Mietmangel sein", erklärt Petra Uertz vom Verband Wohneigentum. Das muss der Mieter nicht hinnehmen. "Er kann die Beseitigung der Schäden verlangen und je nach Ausmaß der Beeinträchtigung auch die Miete kürzen", betont Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Eine solche Mietminderung liegt bei maximal 20 Prozent. Doch Vorsicht: Stellt sich heraus, dass der Mieter den Schimmelbefall selbst verursacht hat, darf er die Miete nicht mindern.

Ursachen für Schimmel in der Wohnung

Die Ursache für Schimmelbildung ist fast immer eine erhöhte Feuchtigkeit in den Wohnräumen. "Denn Schimmelpilze brauchen Feuchtigkeit zum Wachsen", erläutert Uertz. Das Verhalten des Mieters kann dazu einen Beitrag leisten.

Denn durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen und Blumengießen wird viel Feuchtigkeit produziert. Werden die Räume dann nicht regelmäßig gelüftet und außerdem unzureichend beheizt, dann ist das Risiko hoch, dass ein Schimmelpilz entsteht. In diesem Fall haftet der Mieter für den Befall.

Oft aber sind bauliche Mängel die Ursache für Schimmelbefall. In solchen Fällen ist der Vermieter für den Schaden verantwortlich. Risse im Mauerwerk, defekte Dächer oder unentdeckte Rohrbrüche: Das alles kann Feuchteschäden und in der Folge Schimmellbefall verursachen. Auch Wärmebrücken nach unsachgemäß ausgeführten Dämmmaßnahmen lassen den Schimmel sprießen. 

Nicht auf eigene Faust die Miete mindern

Die Frage, wer die Kosten für die Sanierung übernehmen muss, führt häufig zu Streit zwischen Mietern und Vermietern. Baranowski rät deshalb: "Mieter und Vermieter sollten vor Ort die möglichen Ursachen des Schimmelbefalls klären und alles protokollieren." Sind sich beide Seiten nicht einig, wer Schuld ist, sollten Mieter keinesfalls auf eigene Faust die Miete mindern.

Denn wenn sich später herausstellt, dass der Mieter für den Schimmel verantwortlich ist, darf der Vermieter ihm fristlos kündigen. Mieter sollten sich beim örtlichen Mieterverein, der Verbraucherzentrale oder einem Fachanwalt beraten lassen, wie sie am besten vorgehen.

Sachverständiger kann Ursachen für Schimmel in der Wohnung klären

Die Ursache für den Pilzbefall kann oft nur ein ausgewiesener Experte feststellen, erklärt Uertz, zum Beispiel ein Bau- und Energieberater oder ein Baubiologe. Um das Ausmaß des Schadens und das gesundheitliche Risiko einzuschätzen, misst er die Raumluft und analysiert Proben der befallenen Stellen im Labor. Wenn sich Mieter und Vermieter auch trotz des Gutachtens nicht einig werden, müssen sie vor Gericht klären, wer die Kosten für die Beseitigung des Schadens übernimmt.

"Bei einem Prozess steht primär der Vermieter in der Pflicht, zu beweisen, dass der Schimmelbefall nicht auf Mängel am Gebäude zurückzuführen ist", erläutert Baranowski. Hat der Vermieter einen Baumangel ausgeschlossen, dann muss der Mieter sein Heiz- und Lüftungsverhalten konkret darlegen. In aller Regel entscheiden die Richter nach Anhörung von Sachverständigen.

Schimmel in der Wohnung vorbeugen

Ist das Gebäude frei von Mängeln, kann der Mieter dazu beitragen, dass sich in der Wohnung kein Schimmel bildet. "Entscheidend ist richtiges Lüften und Heizen, dazu ist der Mieter verpflichtet", sagt Baranowski. Vorübergehendes Kippen der Fenster genügt nicht, denn dabei findet kein ausreichender Luftaustausch statt.

Stattdessen sollte der Mieter mehrmals am Tag Stoßlüften – also circa fünf bis zehn Minuten alle Fenster aufmachen. Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte der Mieter lüften. Nach dem Baden oder Duschen gilt: "Der Wasserdampf darf sich nicht gleichmäßig in der Wohnung verteilen", sagt Ropertz. Wichtig ist auch die Temperatur in den Räumen – nach seinen Angaben sollte sie bei 20 bis 22 Grad liegen.

Mieter können zusätzlich für eine ausreichende Luftzirkulation sorgen, empfiehlt Uertz: Große Schränke sollten sie beispielsweise nicht direkt an eine Außenwand stellen – denn die Wand kühlt leichter aus. Kann die Luft nicht zirkulieren, bildet sich dort leichter Schimmel. "Ein Abstand von fünf bis zehn Zentimetern zwischen großen Möbeln und der Außenwand ist ratsam."

Schimmelflächen mit Ethanol desinfizieren

Uertz hat noch weiteren Tipp: Wenn sich die Sanierungsarbeiten verzögern, können Mieter befallene Flächen übergangsweise reinigen, wenn sie glatt und nicht zu groß sind. Zum Desinfizieren eignet sich zum Beispiel Ethanol, das 70- bis bis 80-prozentiges Ethylalkohol enthält. Mieter schützen sich vor aufwirbelnden Schimmelpilzsporen, indem sie dabei Staub vermieden und mit Handschuhen und gegebenenfalls Mundschutz arbeiten.

Eine Dauerlösung ist das allerdings nicht. Grundsätzlich sollte jeder größere Schimmelbefall fachmännisch saniert werden und die Ursache beseitigt werden. Sonst kommen die ungesunden Pilze immer wieder.

Für Schimmel im Keller gelten spezielle Regelungen.

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