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Sommer  

Tropenklima im Büro: Hitzefrei?

04.07.2011, 10:04 Uhr | Tobias Schormann, dpa-tmn / sia, t-online.de, dpa

Tropenklima im Büro: Hitzefrei?. Im Sommer kann das Büro zur Sauna werden. (Foto: imago) (Quelle: dpa)

Der Job-Boom hat im November angehalten. (Quelle: dpa)

Im Sommer kann der Arbeitsplatz schnell zum Backofen werden - dürfen Beschäftigte dann auf Hitzefrei spekulieren? Wir erläutern Ihnen, wann der Chef Maßnahmen ergreifen muss, um für annehmbare Temperaturen zu sorgen, wann ein Raum nicht mehr zur Arbeit genutzt werden darf - und was Sie tun können, um Arbeitstage auch in Hitzeperioden erträglich zu gestalten.

Keine eindeutige Regelung

Hitzefrei, wenn das Außenthermometer etwa 40 Grad im Schatten zeigt? "In der Arbeitswelt gibt es so etwas nicht", betont Kersten Bux von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund. Zwar schreibt eine seit 2010 geltende Richtlinie (ASR A3.5) vor, dass es im Büro höchstens 26 Grad warm werden soll. Ist es draußen heißer, dürfe dieser Wert ausnahmsweise aber überschritten werden - um wie viel Grad, sei nicht festgelegt, so der Klimaexperte. Ebenso wenig sei geregelt, wie oft das passieren darf.

Höhere Temperaturen bedingt zulässig

Höhere Temperaturen sind zulässig, wenn es draußen deutlich wärmer ist und in der Firma bereits Sonnenschutzmaßnahmen installiert sind. Bei sehr hohen Temperaturen in den Arbeitsräumen - jenseits der 35 Grad - sieht das anders aus. Dann darf im Betrieb aber nur noch gearbeitet werden, wenn der Arbeitgeber Maßnahmen wie "Luftduschen" anbietet. Das gilt allerdings nicht dort, wo die Hitze "betriebstechnisch bedingt" ist, also zum Beispiel bei einer Arbeit am Hochofen. Die neue ASR wurde am 23. Juni 2010 im "Gemeinsamen Ministerialblatt" (GMBI) Nummer 35 bekanntgegeben.

Anspruch auf Sonnenschutz

Bux zufolge müssen Chefs aber keine Klimaanlage anbringen, wenn im Büro Tropenklima herrscht. Anders sehe es aus, wenn der eigene Schreibtisch im Büro in der prallen Sonne steht. Das müssten Beschäftigte nicht hinnehmen, erläutert der Fachmann. Denn die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) fordere einen Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung. In solchen Fällen dürften Betroffene also erwarten, dass ein Sonnenschutz aufgestellt wird oder sie in einen anderen Raum wechseln können.

Gleitzeitregelungen für heiße Tage

Sinnvoll ist es auch, die Arbeitszeit anzupassen. Beschäftigte sollten versuchen, mit dem Chef Gleitzeitregelungen für heiße Tagen auszuhandeln. "Es hilft zum Beispiel, früher mit der Arbeit anzufangen, wenn es noch nicht so heiß ist", rät Bux. Mittags eine längere Siesta zu halten, helfe dagegen weniger, um der größten Hitze zu entgehen - denn die Tageshöchstwerte würden meist erst zwischen 14 und 15 Uhr erreicht.

Kleiderordnung lockern, Geräte ausschalten

Auch ist es Bux zufolge ratsam, den Chef zu bitten, die Kleiderordnung an heißen Tagen zu lockern. So kann er zum Beispiel anordnen, auf den Krawattenzwang zu verzichten, wenn Mitarbeiter im Büro durch das heiße Wetter ins Schwitzen geraten. Sinnvoll sei es auch, Geräte wie Scanner, Kopierer und Drucker nur bei Bedarf anzuschalten, damit sie den Raum nicht noch zusätzlich aufheizen.

Viel trinken

Um sich Abkühlung zu verschaffen, rät Bux dazu, bei jedem Gang auf die Toilette zwei bis drei Minuten lang kühles Wasser auf die Unterarme in Höhe der Pulsschlagadern laufen zu lassen und die Stirn zu befeuchten. Wichtigste Grundregel sei aber, viel zu trinken. Bei sommerlichem Wetter brauche der Körper zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. "Viele fühlen sich jetzt schlapp und schieben das dann auf die Hitze. Oft liegt es aber daran, dass sie dehydriert sind, weil sie nicht genug getrunken haben", warnt die Expertin.

Keine exakte Regelung

Grundsätzlich sind Chefs gesetzlich verpflichtet, die Arbeitsräume so einzurichten, dass die Mitarbeiter "gegen Gefahr für Leben und Gesundheit soweit geschützt sind, als es die Natur der Dienstleistung gestattet", erklärte auch Arbeitsrechtler Ulf Weigelt gegenüber zeit.de Auch die Arbeitsstättenverordnung verlange am Arbeitsplatz eine "gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur". Allerdings würden die Vorschriften nicht exakt vorgeben, was das bedeutet.

Tätigkeit bestimmt Raumtemperatur

In der ArbStättV heißt es: "In Arbeits-, Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen, in denen aus betriebstechnischer Sicht keine spezifischen Anforderungen an die Raumtemperatur gestellt werden, muss während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Arbeitsverfahren, der körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten und des spezifischen Nutzungszwecks des Raumes eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur bestehen."

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