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Arbeitsmarkt  

Kommt jetzt das neue Jobwunder in Deutschland?

23.06.2010, 13:17 Uhr | Marion Schalk, Özkan Canel Altintop, AFP,dpa, apn, t-online.de, dpa, AFP, dapd

Kommt jetzt das neue Jobwunder in Deutschland?. Kommt das Jobwunder in Deutschland?  (Foto: Archiv)

Kommt das Jobwunder in Deutschland?

Die Konjunktur erholt sich – und mit ihr der Arbeitsmarkt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet noch in diesem Jahr mit 100.000 neuen Arbeitsplätzen und einem rasanten Abbau der Kurzarbeit. „Fast könnte man sagen: ein Jobwunder“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier im Gespräch mit t-online.de. Die Industrie ist also überaus zuversichtlich. Doch Skepsis ist angebracht: Experten sind sich einig, dass Teilzeitjobs, Minijobs und Zeitarbeitsjobs zunehmen werden.

Schwacher Euro und starker Export stützen Beschäftigungslage

„Mit einem Rückschlag auf dem Arbeitsmarkt rechnen wir nicht mehr“, sagte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK. Die deutsche Wirtschaft arbeite sich mit großen Schritten aus der Krise. Laut einer DIHK-Konjunkturumfrage, an der mehr als 22.000 Unternehmen teilgenommen hatten, wollen erstmals seit zwei Jahren wieder mehr Firmen Arbeitsplätze schaffen als Beschäftigung abzubauen. „Zu verdanken ist das den kräftig anziehenden Exporterwartungen – und auch der derzeitigen Euroschwäche“, sagte Wansleben.

DIHK-Prognose: Wer stellt ein? (Quelle: DIHK)DIHK-Prognose: Wer stellt ein? (Quelle: DIHK) In diesen Branchen sind die Jobchancen am größten

Die Zeichen stehen laut DIHK klar auf Beschäftigungszuwachs. Vor allem die Zeitarbeitsfirmen wollen neu einstellen. IT-Dienstleister, Forschung und Entwicklung und die Gesundheitsdienste werden ebenfalls zulegen, prognostizierte der DIHK.

Stellenindex der BA stützt die Prognose

Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA) stützt diese Prognose: Der saisonbereinigte Index, der die Anzahl der Stellengesuche misst, stieg im Mai 2010 um acht Punkte auf 157 Zähler. Damit liegt der Indikator nur noch vier Punkte unter dem Wert aus dem Oktober 2008, dem Startpunkt der Wirtschaftskrise. Laut BA entwickelt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften derzeit ähnlich wie im Frühjahr 2006, der Startphase des letzten wirtschaftlichen Aufschwungs.

Kurzarbeit: Rückgang um fast 90 Prozent

Und auch bei der konjunkturbedingten Kurzarbeit vermeldet der DIHK Positives: Die Unternehmen wollen die Zahl der Kurzarbeit weiter reduzieren. Waren laut BA Ende März offiziell rund 830.000 Kurzarbeiter gemeldet, rechnet DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier mit gerade einmal 100.000 bis zum Jahresende. „Das ist ein Rückgang um nicht ganz 90 Prozent“, so Treier. Auf dem Höhepunkt der Krise im Mai 2009 meldete die BA immerhin noch rund 1,5 Millionen Kurzarbeiter. Treier: „Das zeigt auch, dass das Instrument der Kurzarbeit funktioniert hat“. Die Krise habe nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Das belege auch die Anzahl der Stammbelegschaft, die während der Krise stabil geblieben sei. Nach Einschätzung des DIHK werden 2010 durchschnittlich 3,2 Millionen Menschen arbeitslos sein, dies sei der niedrigste Wert seit 1992.

Viele befristete Stellen

Der Verband hatte vor der Umfrage nicht mit solch positiven Impulsen für den Arbeitsmarkt gerechnet. „Diese Dynamik überrascht“, sagte Treier. Allerdings stellten viele Firmen nur kurzfristig ein. „Obwohl wieder Aufträge reinkommen, sind viele Unternehmen vorsichtig.“ Im Klartext heißt das: Angesichts der immer noch volatilen Wirtschaftslage rechnen viele Firmen noch nicht mit einem nachhaltigen, drei bis fünf Jahre anhaltenden Aufschwung. Also bauen die Unternehmen zwar die Kurzarbeit ab und stellen im besten Falle auch neu ein - aber nur befristet. Kein Wunder also, dass vor allem die Zeitarbeitsfirmen mit einem großen Zuwachs rechnen.

Vorsicht vor zuviel Euphorie

All zuviel Optimismus ist demnach nicht angebracht. Zudem meldete das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass die Anzahl der wöchentlich geleisteten Überstunden im ersten Quartal 2010 gestiegen seien. Außerdem sei die Arbeitszeit erstmals seit Beginn der Rezession wieder spürbar länger geworden. Bevor die Firmen also neu einstellen, füllen sie zunächst ihre Arbeitszeitkonten wieder auf.

Widersprüchliche Daten

Und damit nicht genug: Laut IAB ist die Zahl der offenen Stellen im ersten Quartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 27.000 oder drei Prozent auf 843.000 zurückgegangen. "Der Arbeitskräftebedarf der Betriebe bleibt verhalten", kommentierte die Arbeitsmarktforscherin Anja Kettner die Lage. Des Weiteren hätten viele Unternehmen in der Krise mit Entlassungen gezögert. Mit dem Ende der Konjunkturflaute entstünden dafür aber kaum neue Jobs. Stattdessen sagen auch die IAB-Forscher: Es wird immer mehr Teilzeitstellen geben, weil Unternehmen gerade in unsicheren Zeiten eher auf atypische Beschäftigungen setzen werden.

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