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Schmiergeldaffäre: Von Pierer rechnet mit Siemens ab

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Biographie: Von Pierer rechnet mit Siemens ab

01.02.2011, 14:55 Uhr | AFP, t-online.de, AFP

Schmiergeldaffäre: Von Pierer rechnet mit Siemens ab. Heinrich von Pierer ist sauer auf Siemens (Foto: imago)

Heinrich von Pierer ist sauer auf Siemens (Foto: imago) (Quelle: imago)

Der langjährige Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer hat in seiner Autobiografie die gegen ihn in der Schmiergeldaffäre erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. In seinen Memoiren "Gipfel-Stürme", aus der die "Welt am Sonntag" vorab berichtete, setzt sich Pierer kritisch mit seinem früheren Arbeitgeber und der Münchner Staatsanwaltschaft auseinander.

Dem Vergleich mit Siemens - Pierer zahlte fünf Millionen Euro - habe er nur zugestimmt, um eine "langwierige gerichtliche Fortführung der zermürbenden Auseinandersetzungen" zu verhindern, schreibt Pierer in seinem Buch, das kommende Woche erscheint und das er am Montag in Berlin vorstellen wollte. Den Bußgeldbescheid der Staatsanwaltschaft habe er akzeptiert, "um nach dem Schlussstrich mit Siemens auch hier den Schlussstrich zu ziehen, um zu einem normalen, selbstbestimmten Leben zurückzufinden".

"Kein Schuldeingeständnis, kein Schadenersatz"

Im Fall des Millionenvergleichs mit Siemens sei es "um eine Zahlung zur Vermeidung einer weiteren Auseinandersetzung in einem strittigen Sachverhalt" gegangen, "die für mich existenzbedrohende Prozess- und Kostenrisiken bringen könnte, aber auch für Siemens nicht ohne Risiko war", schreibt Pierer. "Kein Schuldeingeständnis, kein Schadenersatz", sei die Devise gewesen.

Zwischen 1999 und 2006 waren 1,3 Milliarden Euro von Siemens in dubiose Kanäle geflossen, der Großteil der Summe vermutlich für Bestechungsgelder ins Ausland. Die Korruptionsaffäre kostete den Konzern letztlich rund 2,5 Milliarden Euro. Zahlreiche Vorstandsmitglieder mussten das Unternehmen verlassen. Pierer, der den Konzern von 1992 bis 2005 als Vorstandschef leitete, trat im April 2007 vom Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden zurück. Die rechtliche Aufarbeitung der Siemens-Affäre dauert bis heute an. So steht vom 20. Januar an in München der frühere Zentralvorstand Thomas Ganswindt vor Gericht.

Ackermann riet zum Rücktritt

Pierer schreibt, Deutsche-Bank-Chef und Siemens-Aufsichtsrat Josef Ackermann habe ihn 2007 in einem längeren Telefonat zum Rücktritt ermuntert. "Ackermann bestärkte mich darin, lieber das Heft in die Hand zu nehmen und zurückzutreten, als auf amerikanische Restriktionen zu warten - und damit eben auch Schaden von Siemens abzuwenden." Zuvor habe ihm die US-Anwaltskanzlei Debevoise eröffnet, er solle nicht warten, bis die US-Börsenaufsicht SEC sein Ausscheiden "sozusagen zur Bedingung für eine abschließende Beilegung der Angelegenheit" mache.

Aufsichtsratsmitglieder hätten ihm gesagt, eine solche "starke erste Geste" werde von den Amerikanern geschätzt und könnte Auswirkungen auf die Höhe der Schadenersatzforderungen aus den USA haben. "Hinzugefügt wurde, ich könne die Infrastruktur, Büro und Fahrer, weiter nutzen und würde zur Verteidigung meiner Person alle Möglichkeiten erhalten."

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Ex-Manager fühlt sich verraten

Der frühere Topmanager beklagt in seinem Buch, dass die letzte Zusage von Siemens nicht eingehalten worden sei. Ihm sei schließlich schriftlich mitgeteilt worden, "ich dürfe die Räumlichkeiten des Konzerns nicht mehr nutzen, was für mich einem Hausverbot gleichkam". Er sei der "einzige der Altvorstände, der von einem derartigen Verbot betroffen war", schreibt Pierer. Dabei seien ihm vorher "Zusagen bezüglich der Nutzung der Infrastruktur von Siemens (...) immerhin im Beisein von neun Aufsichtsratsmitgliedern" gemacht worden.

"Nach dem 'Hausverbot' handelte Siemens schnell. Meine persönlichen Akten wurden zusammengesucht - ich selbst konnte daran nicht mitwirken - und mir in Umzugskisten zu Hause in Erlangen in meine Garage gestellt", zitiert die Welt am Sonntag aus dem Buch. Den Münchner Staatsanwälten wirft Pierer vor, ihn in den Gesprächen über den Bußgeldbescheid auf ein Ergebnis "gedrängt" zu haben.

"Die gegen mich erhobenen Vorwürfe leuchteten mir nicht ein, zum Beispiel, dass ich in Vietnam mit der in ganz anderem Zusammenhang gefallenen Bemerkung 'Was die können, können wir auch' Siemens-Angestellte zur Bestechung ermuntert hätte", so Pierer. Die Staatsanwaltschaft habe diese Vorwürfe dann auch fallen gelassen. Und es sei ihm auch gelungen, dass ein Satz aus dem Bußgeldbescheid noch entfernt wurde: Ein Mitarbeiter solle sich wie ein "Soldat bei Siemens" verhalten. "Ich akzeptiere, aber ich unterschreibe nur unter der Bedingung, dass das Soldaten-Zitat gestrichen wird. So etwas habe ich nie gesagt! Damit setzte ich mich durch", schreibt Pierer.

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