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Bundesbank-Chef Axel Weber erklärt Rücktritt

16.02.2011, 12:05 Uhr | AFP, dpa, mash, AFP, dpa, t-online.de

Bundesbank-Chef Axel Weber erklärt Rücktritt. Axel Weber erklärt, warum er nicht EZB-Chef werden will (Foto: dpa)

Axel Weber erklärt, warum er nicht EZB-Chef werden will (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Zum ersten Mal hat Bundesbank-Präsident Axel Weber begründet, warum er auf eine Kandidatur für den EZB-Chefposten verzichtet. Innerhalb der EU fehle ihm der Rückhalt, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Über seine berufliche Zukunft schweigt sich Weber weiterhin aus, in den Medien wird wild spekuliert. Derweil bringt die SPD Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als Kandidaten für den europäischen Spitzenposten ins Spiel.

Weber in der Minderheit

Dem Euro-Notenbankchef komme eine Sonderstellung zu, sagte Weber. Wenn der EZB-Präsident "jedoch zu wichtigen Fragen eine Minderheitsmeinung vertritt, leidet die Glaubwürdigkeit dieses Amts", zitierte das Magazin den Bundesbank-Präsidenten. Er habe bei einigen Entscheidungen in den vergangenen zwölf Monaten klar Stellung bezogen. "Die Positionen mögen für die Akzeptanz meiner Person bei einigen Regierungen nicht immer förderlich gewesen sein." Seither sei seine Überzeugung gereift, dass er das Amt des EZB-Präsidenten nicht anstrebe.

"Beschluss seit Januar gereift"

Nach eigenen Angaben hatte der 53-Jährige bereits im Herbst der Bundesregierung signalisiert, dass für ihn "mehrere berufliche Optionen bestehen". Ihm sei es wichtig gewesen, frei zu entscheiden, was er machen werde. Im Januar habe er darüber mit der Bundeskanzlerin gesprochen, sagte Weber dem ""Spiegel". Es habe keine Festlegung auf eine Kandidatur für den EZB-Spitzenposten gegeben, sondern die Vereinbarung, im März noch einmal ein Gespräch darüber zu führen.

Interne Quelle plauderte Rücktritt zu früh aus

Über seine Entscheidung habe er - "wie es in einer unabhängigen Institution üblich ist" - zunächst am vergangenen Dienstag seine Vorstandskollegen in der Bundesbank informiert. Der Inhalt des Gesprächs sei durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gekommen, was er sehr bedaure.

Weber galt lange Zeit als heißer Kandidat für den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Gleichzeitig hatte der Bundesbank-Chef immer als Vertreter eines harten geldpolitischen Kurses gegolten - eine Position, die auch die Bundesregierung auf europäischer Ebene vertritt. Damit stand Weber jedoch wiederholt im Gegensatz zum derzeitigen EZB-Chef Jean-Claude Trichet, dessen Amtszeit im Oktober ausläuft. Webers Entscheidung hat nach Informationen der "Welt am Sonntag" auch mit der mangelnden Akzeptanz im 21-köpfigen EZB-Rat zu tun, in dem Weber als "nicht mehr konsensfähig" gelte.

Wilde Spekulationen über berufliche Zukunft

Seine eigene Zukunft ließ Weber offen. Er werde sich jetzt erst einmal eine Karenzzeit gönnen. "Ich möchte nicht vor dem nächsten Jahr irgendeine Tätigkeit aufnehmen." Zu den Gerüchten, er werde an die Spitze der Deutschen Bank wechseln, sagte er: "Solange ich im Amt bin, führe ich keine Gespräche über meine berufliche Zukunft. Mit niemandem." Der "Tagesspiegel" berichtete, dass Weber nach seinem Ausscheiden zunächst an die Universität Köln zurückkehren wolle, von der er nach seinem Wechsel zur Bundesbank 2004 beurlaubt worden war. Er wolle zum Wintersemester wieder eintreten, berichtet das Blatt mit Berufung auf Bankkreise.

SPD schlägt neuen EZB-Kandidaten vor

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier brachte unterdessen Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) als möglichen Kandidaten für den europäischen Spitzenjob ins Spiel. "Wer ernsthaft an einer deutschen Kandidatur für den EZB-Präsidenten festhalten will, wird an einer international so ausgewiesenen Figur der Finanzpolitik wie Steinbrück kaum vorbeikommen", sagte Steinmeier "Spiegel Online". Der finanzpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, mahnte die Bundesregierung, sie solle trotz des Rückzugs von Weber den Anspruch auf den EZB-Posten "nicht vorschnell aufgeben".

Potenzieller Nachfolger ungewöhnlich jung

Zunächst muss jedoch auch der Chef-Posten in der Bundesbank neu besetzt werden. Merkel will in der kommenden Woche eine Nachfolgelösung verkünden - die Bundesregierung hat das Vorschlagsrecht. Weber machte sich in dem Interview ungewöhnlich deutlich für Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann (42) stark, der trotz seiner jungen Jahre als künftiger Bundesbank-Präsident gehandelt wird. "Jetzt ist es Zeit, jüngere Kräfte ranzulassen", sagte Weber. Weidmann sei "ein hervorragender Ökonom" und "ein absoluter Profi". Ihm zu viel Nähe zur Politik vorzuwerfen, sei nicht gerechtfertigt.

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