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Butler: Moderne Manager herrschaftlicher Gesellschaften

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Butler sind gefragt wie nie zuvor

09.03.2011, 10:04 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Butler: Moderne Manager herrschaftlicher Gesellschaften. Reiche schätzen auch im 21. Jahrhundert die Dienste eines Butlers (Foto: imago)

Reiche schätzen auch im 21. Jahrhundert die Dienste eines Butlers (Foto: imago)

Butler sind en vogue - nach dem Überstehen der schwersten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg sind die schwarz livrierten Diener wieder voll im Kommen. Mit ihrer zuvorkommenden Zurückhaltung und dem unentwegten Willen, die Wünsche ihres Arbeitgebers zu erfüllen, sind die Hausdiener im 21. Jahrhundert zum Manager herrschaftlicher Gesellschaften avanciert. Der heutige Beruf des Butlers geht weit darüber hinaus, was der Normalbürger etwa aus "Dinner for One" kennt, wo es Miss Sophie ohne ihren James wohl kaum ins Bett schaffen würde.

Der Butler - Manager eines herrschaftlichen Haushalts

"Wir haben Spaß an solchen Klischees, aber von der Welt des modernen Butlers sind sie weit entfernt", sagt Robert Wennekes, Gründer der International Butler Academy im südholländischen Valkenburg. "Er serviert zwar auch mal den Tee oder Whisky, aber vor allem ist er Manager eines herrschaftlichen Haushalts."

Vertrauenswürdigkeit sei dabei alles. Dazu gehöre auch die Pflege des E-Mail- und Facebook-Kontos des Arbeitgebers. "Und er ersetzt das Reisebüro - vom Buchen bis zum Koffer ein- und auspacken. Obendrein kennt er jede Marotte und weiß, wann der Chef oder die Chefin welche Pillen in welcher Dosierung brauchen."

Teure Ausbildung zum Butler

Der Niederländer hat das Handwerk standesgemäß bei einem Butler in England gelernt. Später war er Chefbutler der US-Botschaft in Bonn. Um von seinen Erfahrungen und seinen weltweiten Verbindungen als Jobvermittler zu profitieren, legen Möchtegern-Butler viel Geld hin: 13.750 Euro kostet die Teilnahme an einem Acht-Wochen-Kurs in Wennekes' vornehmem Akademie-Schloss.

Das Training geht über sieben Tage pro Woche, 12 Stunden am Tag. Hinzu kommt Nachtalarm. Dann muss Gästen Champagner oder gar ein Nachtmahl kredenzt werden - im korrekten Butler-Frack versteht sich. Geprobt wird auch der Ernstfall: Erste Hilfe für den ohnmächtigen Arbeitgeber. Gut geeignet ist der Beruf für Grauhaarige. "Dienstherren", sagt Wennekes, "legen bei gehobenem Personal neben Loyalität und Verschwiegenheit Wert auf Lebenserfahrung."

Privatsekretär mit Butlerqualitäten

So dürfte auch Thomas Geks gute Chancen haben. Mit 62 ist der Rheinländer der älteste Kursteilnehmer. Geks war für einen europäischen Pharmakonzern tätig, hat die Welt gesehen. Doch der vorgezogene Ruhestand war ihm zu langweilig. "Meine Erfahrungen und neuen Kenntnisse würde ich gern als Privatsekretär mit Butlerqualitäten anwenden", sagt er. Spätestens wenn die Studenten wie Rekruten mit weißen Handschuhen in einer Reihe stehen und immer wieder ein donnerndes "Yes, Sir!" hören lassen sollen, geht ihnen auf: Dies ist ein Beruf ohne "Nein". "Es gibt nicht mal ein "Ja, aber", sagt Butler-Student Roger Wyss aus der Schweiz. "Neinsager sind ungeeignet. Hier zählen allein die Wünsche deiner Herrschaften."

Mit einem eigenen Familienleben ist das kaum vereinbar, doch bis zur Selbstaufgabe geht der Job nicht. Ob Ölscheich, Baron oder Hollywoodstar: Die Arbeitgeber gewähren ihrer Dienerschaft in der Regel Urlaub und freie Tage. Die Jahresgehälter von Chefbutlern liegen zwischen 65.000 und 200.000 Euro, oft plus Dienstwagen.

Der 35-jährige Wyss bringt wie die meisten anderen der rund 20 Kursteilnehmer einschlägige Berufserfahrung mit. Er war Steward bei einer VIP-Airline. Nach Jahren in "Jets ohne Economy Class" will er eine Weile sesshaft sein. "Egal wo, gern auch in Asien." Dort wächst der Markt für Dienerprofis am schnellsten. Selbst alle etablierten Butler-Akademien im Westen - von der Spencer School in London bis zum Institute of Modern Butlers in den USA - können sie nicht mehr erfüllen. "Wir hatten Besuch von einer stellvertretenden Bildungsministerin aus Peking", berichtet Wennekes. "Sie schätzte Chinas künftigen Bedarf an Butlern auf 100.000 pro Jahr." Beste Berufsaussichten also für die guten Seelen in schwarz.

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