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Medion-Gründer: Mit dem Aldi-PC zum Multimillionär

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Medion-Gründer: Mit dem Aldi-PC zum Multimillionär

03.06.2011, 07:51 Uhr | AFP, AFP

Immer wieder stürmen Kunden die Aldi-Filialen auf der Suche nach einem der begehrten Billig-PCs. Bilder von dem Mann, der hinter diesen bis heute erfolgreichen Aktionen steht, gibt es allerdings nicht. Gerd Brachmann, Gründer des Elektronik-Dienstleisters Medion, gilt der Fachpresse als "Phantom vom Pott", "Geheimniskrämer" oder "Mann ohne Gesicht". Der Grund: Brachmann ist öffentlichkeitsscheu und betritt bei Aktionärshauptversammlungen immer erst dann den Saal, wenn der letzte Fotograf ihn verlassen hat.

Dass der gebürtige Bochumer vom Jahrgang 1959 nun in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten ist, liegt an einem Deal, der das Geschäft mit Billig-Elektronik ankurbeln dürfte: Der chinesische Computerbauer Lenovo, weltweit einer der größten, will den Aldi-Hightech-Lieferanten Medion übernehmen und dafür bis zu 465 Millionen Euro ausgeben.

Erfolgsgeschichte begann in den 80er Jahren

Brachmann, Gründer der Medion AG, würde damit seinem Lebenswerk die Krone aufsetzen und den "Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär"-Geschichten eine weitere Erfolgsstory hinzufügen: Diese Geschichte begann Anfang der 80er Jahre in Essen, als der damalige Inhaber eines kleinen Fernsehgeschäfts in einer "Eduscho"-Filiale um die Ecke bemerkte, dass dort auch Fahrräder verkauft wurden, und deshalb auf die Idee kam, Lebensmittelketten und Kaffeeröster mit Elektroartikeln zu versorgen.

Einer anderen Version zufolge soll der gelernte Fernsehtechniker sowie Groß- und Außenhandelskaufmann von einem befreundeten "Eduscho"-Einkäufer gezielt gefragt worden sein, ob er Mikrowellen-Öfen besorgen könne. Beiden Varianten zufolge stürzte sich Brachmann dann in dieses Abenteuer. Er flog nach Korea, verhandelte mit unterschiedlichsten Herstellern und kehrte mit einem Posten günstiger Mikrowellen-Öfen zurück.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Aldi

Vom Erfolg beflügelt, gründete der Jungunternehmer gemeinsam mit seinem damaligen Partner Helmut Linnemann Anfang der 80er Jahre eine Gesellschaft und importierte preiswerte Non-Food-Artikel vom Elektrorasierer bis zum Walkman. Durchaus mit Erfolg. Aber erst nach dem Ausscheiden von Linnemann im Jahr 1994 nimmt die Geschäftsidee aber so richtig Fahrt auf: Brachmann, der als begnadeter Verkäufer gilt, überzeugt die Aldi-Brüder 1996, in ihren Filialen auch preisgünstige PCs anzubieten und macht schon am ersten Verkaufstag horrende Umsätze: Binnen Stunden werden 20.000 Rechner aus den Aldi-Läden getragen, bei späteren Aktionen 200.000 PC und mehr.

Inzwischen hat Brachmann das von ihm "Build-to-order-Prinzip" zur Perfektion ausgebaut: Handelspartner wie Aldi, Tchibo, Media-Markt oder Tengelmann entscheiden sich für ein Produkt, bestimmen Design und Ausstattung und bestellen bei Medion. Erst dann lässt Brachmann die bestellte Elektronik zumeist in Fernost produzieren, druckt einen seiner 25 Markennamen drauf, etwa "Lifetec" für Aldi oder "TCM" für Tchibo und lässt die Ware ohne eigene Lagerhaltung direkt zu den Kunden liefern.

Beliebter Chef

Aber nicht nur dieses Modell ist Grundlage seines Erfolgs. Viele seiner Mitarbeiter nennen den stets freundlichen Unternehmer einfach nur "den Gerd" und engagieren sich außerordentlich für das Unternehmen. Der Grund: Brachmann, der in seiner Freizeit gerne auf einer Harley Davidson durch das Ruhrgebiet rollt, beschäftigt viele Bekannte und Freunde von Freunden und schafft damit auch Solidarität.

Seine Medienscheu begründete der schlanke Multimillionär und Schnauzbartträger in einem seiner wenigen Interviews mit dem "Schutz seines Privatlebens": Der verheiratete Vater von drei Töchtern und einem Sohn gilt als ausgesprochener Familienmensch, der seine Kinder vergöttert. Vielleicht deshalb hat er auch ein Herz für andere: Gemeinsam mit den Aldi-Brüdern soll er bei der ZDF-Gala "Ein Herz für Kinder" 150.000 Euro gespendet haben.

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