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Christine Lagarde: Die neue "Madame IWF"

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Christine Lagarde: Die neue "Madame IWF"

29.06.2011, 09:49 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX

In ihrem Büro im Pariser Wirtschaftsministerium soll sie die Wände mit Karikaturen von sich dekoriert haben. Ein Beispiel dafür, dass Christine Lagarde nicht nur Humor hat, sondern auch hart im Nehmen ist. Die französische Ministerin soll nun das freundliche Gesicht des Internationalen Währungsfonds werden. Sie tritt die Nachfolge ihres Landsmannes Dominique Strauss-Kahn an, der sich wegen versuchter Vergewaltigung in den USA vor Gericht verantworten muss.

"Erste Frau auf diesem Posten"

Lagarde scheint ein Abonnement auf den Zusatz "erste Frau auf diesem Posten" zu haben. Sie war die erste Frau an der Spitze einer der größten Anwaltskanzleien in den USA und die erste weibliche Finanz- und Wirtschaftsministerin Frankreichs. Nun wird sie auch die erste Frau auf dem Chefsessel des IWF in Washington.

Sie ist Profi durch und durch - und ist dabei so charmant geblieben, dass sie selbst den häufig mürrisch wirkenden Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zum Strahlen bringen konnte. Seit vier Jahren ist die selbstbewusste und elegante Ministerin der heimliche Star der Regierung von Nicolas Sarkozy, obwohl sie erst spät als Quereinsteigerin in die Politik kam.

Aufnahmeprüfung zur Eliteschule verpasst

Zweimal verpatzte sie die Aufnahmeprüfung für die Eliteschule ENA, aus der zahlreiche französische Spitzenpolitiker hervorgehen. Stattdessen entschied sie sich für eine Anwaltskarriere in den USA, wo internationale Erfahrung sammelte, wertvolle Kontakte knüpfte und ihr Verhandlungsgeschick perfektionierte. Deswegen spricht sie auch makelloses Englisch, was bei französischen Politikern keineswegs zur Grundausstattung gehört.

1999 übernahm sie die Leitung der Beraterfirma Kanzlei Baker & McKenzie, die weltweit etwa 4000 Mitarbeiter hat. Sie pendelte zwischen Chicago, Paris und Hongkong und kümmerte sich zugleich um ihre beiden Söhne aus erster Ehe.

Steuersenkung in Deutschland gefordert

Als Frankreichs Staatspräsident Sarkozy sie 2007 in seine Regierung holte, eckte sie mehrfach mit ihrer geradlinigen Art an, die manche als provokant empfanden. Ihre Attacken gegen die deutsche Wirtschafts- und Steuerpolitik - trotz ihrer häufig betonten Freundschaft mit Schäuble - lösten einen Mini-Eklat aus. Damals forderte sie überraschend, dass Deutschland Steuern senken sollte, um die Binnennachfrage anzukurbeln.

Schon als Jugendliche hatte sie sich für ein Hobby entschieden, das Disziplin und Teamgeist verlangt: Als Synchronschwimmerin bekam sie mit 15 eine Bronzemedaille bei den französischen Meisterschaften. Zähne zusammenbeißen und lächeln - das hat ihr auch als Ministerin geholfen, wenn sie Sarkozys interventionistische Ideen verteidigen musste, die ihr vermutlich selber gegen den Strich gingen.

Lagarde gehört zu den 100 einflussreichsten Menschen

Das Nachrichtenmagazin "Time" zählte sie 2010 zu den 100 einflussreichsten Menschen. Es fanden sich insgesamt nur zwei Franzosen unter den Top 10: Lagarde und Strauss-Kahn.

Ein Stolperstein könnte allerdings noch die Affäre um den mit Sarkozy befreundeten Geschäftsmann Bernard Tapie werden. Dieser hatte im Streit über den Verkauf von Adidas mit Lagardes Einverständnis eine Millionenabfindung aus der Staatskasse erhalten. Französische Medien mutmaßen, sie habe auf Anweisung des Elysées gehandelt. Die französische Justiz will im Juli entscheiden, ob Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs aufgenommen werden oder nicht.

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