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Überstunden: Wie viel Mehrarbeit darf der Chef von Mitarbeitern verlangen?

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Ratgeber  

Überstunden: Wann ist endlich Feierabend?

06.09.2011, 19:06 Uhr | t-online.de, t-online.de

Überstunden: Wie viel Mehrarbeit darf der Chef von Mitarbeitern verlangen?. Überstunden sind auf Dauer ungesund. (Quelle: imago/Mito)

Überstunden sind auf Dauer ungesund. (Quelle: Mito/imago)

40, 50 und noch mehr Stunden in der Woche am Schreibtisch oder in der Werkhalle: Überstunden sind bei vielen Angestellten an der Tagesordnung. Doch wie viel ist erlaubt, wann muss der Chef tatsächlich zahlen und wie viel Mehrarbeit darf er von den Mitarbeitern verlangen? Wir erklären, welche Regeln gelten.

Zahl der Überstunden wieder gestiegen

Ohne Überstunden läuft es gerade in vielen kleinen Betrieben nicht. Und mit 1,25 Milliarden Stunden leisteten die Beschäftigten in Deutschland im vergangenen Jahr 15 Prozent mehr bezahlte Mehrarbeit als noch im Krisenjahr 2009. Das hat eine Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben. Im Durchschnitt hat demnach 2010 jeder Arbeitnehmer 43,6 Überstunden gemacht.

Chef muss Mehrarbeit geduldet haben

Fakt ist, bezahlen muss der Chef nur die Mehrarbeit, die er auch angeordnet, zumindest gebilligt oder "geduldet" hat. Kann ein Arbeitnehmer das nicht nachweisen, hat er vor Gericht im Zweifelsfall schlechte Karten.

Pauschal abgelten ist verboten

Zugleich sind aber auch Arbeitsverträge ungültig, wonach es für Überstunden pauschal und ohne Einschränkung kein zusätzliches Geld gibt. Formulierungen wie "sämtliche Überstunden sind durch das Gehalt abgegolten" seien unwirksam, erläutert der Fachanwalt Jobst-Hubertus Bauer in Stuttgart.

Arbeitszeitgesetz regelt Wochenarbeitszeit

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sieht vor, dass die normale Arbeitszeit an Werktagen acht Stunden beträgt. Sie kann vom Chef auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von bis zu sechs Monaten ein Freizeitausgleich geschaffen wird. Ziel muss es sein, dass die acht Stunden im Mittel nicht überschritten werden, heißt es in Paragraf 3 ArbZG.

15 Sonntage müssen frei sein

Grundsätzlich darf der Chef auch Überstunden an Sonn- und Feiertagen verlangen. Allerdings ist da das Arbeitszeitgesetz noch etwas strenger und sieht vor, dass diese Mehrarbeit in jedem Fall in Freizeit ausgeglichen werden muss. Und dass mindestens 15 Sonntage im Jahr frei sein müssen.

Chef muss Mehrarbeit begründen können

Doch der Chef kann nicht einfach nach Gutdünken Mehrarbeit anordnen. Es muss schon einen konkreten Grund dafür geben. Das kann nach Angaben von sueddeutsche.de etwa sein: eine unerwartet gute Auftragslage oder auch die Erkrankung mehrerer Kollegen. Auch während der Urlaubszeit können Personalengpässe eintreten, die "mehr Arbeit" für die anderen Mitarbeiter mit sich bringen.

Mitarbeiter rechtzeitig informieren

Grundsätzlich muss der Chef seine Mitarbeiter laut einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt/Oder mindestens vier Tage im Voraus über die anstehende Mehrarbeit informieren. Den Arbeitnehmern müsse ein Mindestmaß an Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Privatleben eingeräumt werden, fanden die Richter (Az.: 7 Ca 3154/04).

Freizeit statt mehr Geld

Abgegolten werden Überstunden normalerweise durch Freizeitausgleich oder sie werden wie übliche Arbeitszeit vergütet. Freizeitausgleich geht dabei vor Vergütung – so will es das Arbeitszeitgesetz. Überstundenzuschläge müssen vertraglich geregelt sein und stehen den Mitarbeitern nicht ohne Weiteres zu.

Wann Kündigung droht

Angestellte, die sich aus triftigen Gründen - etwa der Gesundheit wegen - weigern, länger im Betrieb zu bleiben, darf der Chef nicht ohne Weiteres vor die Tür setzen. Denn ein Rauswurf ist nur dann zulässig, wenn der Mitarbeiter seine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht erfüllt und das Unternehmen den Ausfall nicht auffangen kann.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet das Arbeitszeitgesetz zum Runterladen auf seinen Seiten an: http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a120-arbeitszeitgesetz.pdf

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