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Darf der Arbeitgeber den Zweitjob verbieten?

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Gesetzeslage  

Darf der Arbeitgeber den Zweitjob verbieten?

08.02.2012, 08:55 Uhr | cw (CF)

Der Trend geht zum Zweitjob. Im Prinzip muss der Arbeitgeber den Zusatzverdienst billigen, denn das Grundgesetz garantiert jedem Bundesbürger das Recht auf freie Berufsausübung. Im Klartext: Die ausdrückliche Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht zwingend. Aber Vorsicht, wenn Sie sich nach der Arbeit oder am Wochenende ein paar Euro dazu verdienen wollen. Der Arbeitgeber kann Ihnen gewaltig Ärger machen, wenn Sie beim Zweitjob die Spielregeln nicht einhalten.

Wenn der Chef „nein“ sagt

Wenn der Arbeitsvertrag vom Arbeitnehmer verlangt, dass alle Nebenjobs der Genehmigung vom Arbeitgeber bedürfen, sollten Sie diese Klausel unbedingt einhalten. Anja-Mareen Knoop, Rechtsexpertin einer Rechtsschutzversicherung sagt im "Focus" was passiert, wenn der Chef „nein“ sagt. „Trotz einer solchen Klausel im Vertrag darf der Arbeitgeber einen Zweitjob nur verbieten, wenn er glaubhaft machen kann, dass die Haupttätigkeit dadurch beeinträchtigt werden würde“, sagt Knoop, „gelingt ihm das nicht, muss er zustimmen.“

Ein Verbot einer Nebentätigkeit muss in jedem Fall sachlich begründet sein. Ein Beispiel: Geht ein Angestellter zusätzlich bis tief in die Nacht in der Gastronomie arbeiten, ist er am Tag zu müde, um in seinem Hauptjob noch die volle Leistung zu bringen.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Kein Zweitjob bei der Konkurrenz

Finger weg bei Angeboten von der Konkurrenz. Da sieht der Arbeitgeber rot. Sueddeutsche.de bringt zur Verdeutlichung ein Beispiel: „Wer als Programmierer einer Software-Firma arbeitet und nebenher seine berufliche Selbständigkeit in derselben Branche mit gleichen Produkten aufbaut, bekommt Probleme.“ Grundsätzlich gilt das Wettbewerbsverbot, damit Interessenskonflikte gar nicht erst entstehen.

Der Urlaub ist zur Erholung da

Laut Bundesurlaubsgesetz darf ein Arbeitnehmer keiner Nebentätigkeit nachgehen. Urlaub muss der Erholung dienen. Wer sich im Urlaub dem Stress einer anderen Arbeit aussetzt, handelt grob fahrlässig und muss mit einer Abmahnung rechnen! Riskieren Sie nichts, denn es lohnt sich nicht.

Arbeitsrechts-Experte Michael Felser macht dies in der „Bild“ deutlich: „Bei Verstößen droht immer eine Kündigung. Aber eine Kündigungsandrohung ist erst einmal nur eine Abmahnung. Kündigen kann der Arbeitgeber nur bei gravierenden Beeinträchtigungen, zum Beispiel weil Sie trotz Abmahnung weiter nebenbei arbeiten.“

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