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Mövenpick-Gründer ist tot

18.10.2011, 14:36 Uhr | dapd, dapd, t-online.de

Mövenpick-Gründer Ueli Prager ist tot. Mövenpick-Gründer Ueli Prager1988 auf einer Preisverleihung in Zürich (Quelle: dpa)

Mövenpick-Gründer Ueli Prager1988 auf einer Preisverleihung in Zürich (Quelle: dpa)

Ueli Prager, Gründer der Restaurant-Kette Mövenpick, ist tot. Der Hotelier starb bereits am vergangenen Samstag (15.10.2011) im Alter von 95 Jahren. Der Zürcher galt in der Gastroszene als Pionier. Seine Erfolgsgeschichte startete Prager im Juli 1948. Der Hotelierssohn lieh sich Geld, um im Claridenhof in Zürich-Enge das erste Mövenpick-Restaurant zu eröffnen. Der Name des Restaurants und zukünftigen Gastronomie-Konzerns geht auf eine Szene zurück, die sich auf der Zürcher Quaibrücke ereignete.

Wie Mövenpick entstand

Prager erzählte einst im Schweizer Fernsehen die Umstände der Geburt von Mövenpick. Gemeinsam mit seinem Architekten hätten sie den Leuten zugeschaut, wie sie den Möwen von der Brücke aus Brot zuwarfen. "Die waren damals so hungrig, dass sie das Brot zur Hand herausrissen", sagte Prager. Der Architekt sei deshalb auf das Wort Mövenpick gekommen.

Darüber sei zuerst gelacht worden. "Meine Mama meinte, ich könne ihr ein Restaurant mit diesem dummen Namen nicht antun." Seine Freunde hätte anständige und weniger anständige Verse gereimt und je mehr über Mövenpick gesprochen wurde, desto sicherer sei er sich seiner Sache gewesen. "Dann habe ich es gemacht."

Pionier in der Gastronomie

In Pragers Restaurant gab es Tellerservice und Qualitätsweine im Offenausschank - heute selbstverständliche Gastronomie-Formen. Dank des Mövenpick speiste innerhalb weniger Jahre die breite Masse Spezialitäten und Feinkost wie Hummer oder Lachs - und nicht mehr nur die gutbetuchte Oberschicht. Das Konzept kam an und das Unternehmen expandierte rasch.

Mit der "Silberkugel" entstand 1962 eines der ersten Schweizer Fast-Food-Restaurants. Vier Jahre danach eröffnete in Adliswil bei Zürich das erste Mövenpick-Hotel, und zwei Jahre später stieg Prager ins Autobahnraststätten-Geschäft ein. Berühmt sind auch die Eissorten der Marke Mövenpick, die es seit 1969 gibt.

Fehler bei der Nachfolgeregelung

Der Firmengründer wagte Ende der Siebziger den Gang an die Börse. Er habe sich damals bereits mit einer Nachfolgeregelung befasst, so heißt es im Buch "Ueli Pragers Mövenpick Story" von Pierre Itor. Die Suche nach einem neuen Patron verlief jedoch problematisch. Prager: "Ich hätte Nein sagen müssen."

Auf ihren Wunsch hin setzte Prager seine Frau Jutta, die er einst als Sekretärin einstellte, als Präsidentin des Unternehmens ein. Diesen Schritt hielt er im Nachhinein für einen Fehler: "Was mich heute bedrückt und mit Schuldgefühlen belastet, ist die Tatsache, dass ich nicht die Kraft hatte, meiner Frau Nein zu sagen", erklärte Prager zum Scheitern der Idee der Familien-Dynastie.

Deutscher Baron übernahm das Ruder

Einen Schlussstrich unter sein Lebenswerk zog Prager im Dezember 1991. Damals verkaufte er die Aktienmehrheit an Mövenpick an den Münchner Unternehmer August von Finck. Im Besitz von dessen Familie befindet sich Mövenpick bis heute. 2007 wurde das Unternehmen zudem von der Börse genommen. Die Markenrechte für das Mövenpick-Eis gehören mittlerweile Nestlé.

Einst umspannte der Konzern weltweit über 300 Restaurants. Heute gibt es noch 115 Marchés oder Restaurants. Für das Unternehmen arbeiten fast 18.000 Menschen. Zum Unternehmen gehören auch 70 Hotels und Resorts, die sich über die ganze Welt verteilen.

Würdigung für Ueli Prager

Prager sei in der Gastroszene ein Pionier gewesen, würdigte Ernst Bachmann, Vizepräsident des Schweizer Wirteverbands Gastrosuisse, den Verstorbenen. Der Mövenpick-Gründer habe immer wieder neue Ideen und Konzepte entwickelt. "Wir verdanken ihm unheimlich viel".

Er habe die Gastgeber-Rolle neu interpretiert. Als Trendsetter habe es der Verstorbene verstanden, die Restauration zu systematisieren und seine Produkte im Detailhandel zu verankern, sagte Guglielmo Brentel, Präsident von Hotelleriesuisse. "Damit brachte er die Marke Mövenpick zum Fliegen und dieser Schwung ist bis heute spürbar."

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