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Deutsche Bank zahlt 800 Millionen Euro an Erben von Leo Kirch

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Schadensersatz  

Deutsche Bank und Kirch-Erben einigen sich auf Riesen-Vergleich

13.02.2012, 12:51 Uhr | dpa, dpa, t-online.de

Deutsche Bank zahlt 800 Millionen Euro an Erben von Leo Kirch. Leo Kirch (li.) und Rolf Breuer während einer Gerichtsverhandlung im März 2011  (Quelle: dapd)

Leo Kirch (li.) und Rolf Breuer während einer Gerichtsverhandlung im März 2011 (Quelle: dapd)

Einer der größten und längsten Wirtschaftsfälle geht leise zu Ende. Fast zehn Jahre lang hat Leo Kirch um einen milliardenschweren Schadenersatz von der Deutschen Bank gerungen, hatte den Kampf bis auf sein Sterbebett geführt. Er wollte auf diese Art Rache, wie in der Finanzbranche gerächt wird: Er wollte Geld, viel Geld. Nun, sieben Monate nach dem Tod Kirchs, ist auch das letzte Kapitel aus dessen wechselvoller Karriere geschlossen. Kirchs Erben und die Deutsche Bank schlossen einen Vergleich, der sich Medienberichten zufolge an einem früheren Vorschlag orientiert. Danach müsste die Bank 775 Millionen Euro zahlen. Die Deutsche-Bank-Aktie zeigte sich davon kaum beeindruckt.

Die Erben des verstorbenen Medienzars Leo Kirch und die Deutsche Bank haben übereinstimmenden Berichten von "Bild.de" und "Manager Magazin" zufolge den milliardenschweren Streit um die Pleite des Kirch Konzerns im Jahre 2002 beigelegt.

Noch keine offizielle Stellungnahmen

Laut "Manager Magazin" muss der Vorstand der Deutschen Bank noch zustimmen - auch dann erst dürfte es dazu offizielle Stellungnahmen geben. Dementiert wurden die Berichte jedoch von keiner Stelle. 2002 hatte der damalige Chef der Bank, Rolf Breuer, hatte vor der Pleite von Kirch in einem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs in Zweifel gezogen. Aus Sicht von Kirch waren Breuer und die Bank damit der Auslöser für den Zusammenbruch des verschachtelten und hoch verschuldeten Medienimperiums. In der Folge überzog Kirch die Bank mit einer Flut von Prozessen und Verfahren.

Verfahren ruht seit November

Neben einem noch nicht eröffneten Verfahren ruht derzeit vor dem OLG ein Schadenersatzprozess, nachdem die Anwälte der Bank Mitte November einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht gestellt hatten. Bisher ist über diesen Antrag noch nicht entschieden worden. In dem Verfahren hatte es im vergangenen Jahr etliche Zeugenaussagen von Prominenten geben, erstmals waren dort - wenige Wochen vor seinem Tod - auch Leo Kirch und Rolf Breuer vor Gericht aufeinander getroffen. Auch der scheidende Chef der Bank, Josef Ackermann musste aussagen.

Ackermann will intaktes Haus überlassen

Ackermann hatte Anfang des Monats angekündigt, dass er bis zu seinem Abschied Ende Mai noch einige Rechtsstreitigkeiten lösen wollte und es einige Vergleiche geben werde. Er wolle seinen Nachfolgern ein "intaktes Haus" überlassen. Es deutet also einiges daraufhin, dass die Bank den jahrelangen und zermürbenden Streit mit Kirch nun beenden könnte. Eine Einigung der beiden Parteien würde ins Bild passen, denn der Streit über den Befangenheitsantrag zieht sich seit vielen Wochen ungewöhnlich lange hin, ohne dass es für den Prozess bereits neue Termine gibt. Bisher waren alle Bemühungen um einen Vergleich allerdings gescheitert.

In dem aktuellen Verfahren geht es um Forderungen Kirchs für Schäden bei der KGL Pool, in der 17 Firmen Kirchs gebündelt waren. Der Bundesgerichtshof hatte 2006 festgestellt, dass Kirch grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz zustehen könnte. Der Vorsitzende Richter Guido Kotschy hatte während des Verfahrens mehrfach auf eine Einigung gedrungen und auch Vorschläge dazu unterbreitet.

High-Quality-Fernsehen per Internet: "Entertain"

Kirch schon wegen Verlusten im Pay-TV schwer in Bedrängnis

Kirch war eine der bedeutendsten Figuren des deutschen Privatfernsehens, zu seinem Konzern zählten die Sender ProSieben und Sat.1 sowie der inzwischen in Sky umbenannte Bezahlsender Premiere. Die hohen Verluste von Premiere hatten Kirch schon schwer in Bedrängnis gebracht, als Breuer sich vor zehn Jahren zu einem verhängnisvollen Satz hinreißen ließ: "Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen", sagte Breuer im Februar 2002 in einem Interview. Tatsächlich erhielt Kirch bald darauf kein Geld mehr von den Banken, sein Konzern musste im April 2002 Insolvenz anmelden.

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