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Leiharbeit: Glück oder Unglück für Arbeitslose?

11.06.2012, 13:33 Uhr | tj (CF)

Leiharbeit: Glück oder Unglück für Arbeitslose?. Leiharbeiter bekommen weniger Lohn für den selben Job ihrer festangestellten Kollegen (Quelle: imago)

Leiharbeiter bekommen weniger Lohn für den selben Job ihrer festangestellten Kollegen (Quelle: imago)

Der deutsche Arbeitsmarkt boomt. Die Arbeitslosenzahlen sind auf einem Rekordtief. Doch der positive Schein trügt: Arbeitslose werden immer häufiger in ein Leiharbeitsverhältnis vermittelt, aus dem sie nur schwer wieder herauskommen. Oft reicht der Lohn nicht aus, um ein eigenständiges Leben führen zu können - ohne staatliche Unterstützung geht es nicht. Wie stehen Arbeitgeber zum Thema Leiharbeit? Wir haben verschiedene Standpunkte zusammengetragen. In unserer Fotoshow finden Sie Tipps, wie Sie eine Bewerbung gestalten sollten, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Zahl der Leiharbeiter steigt rasant

Laut Definition des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ist ein Arbeitsverhältnis dann als Leiharbeit bzw. Zeitarbeit zu verstehen, wenn Arbeitskräfte durch ein Unternehmen (Verleihunternehmen/Leiharbeits- oder Zeitarbeitsfirma) an ein anderes Unternehmen "verliehen" werden. Wie die Bundesagentur für Arbeit berichtet, lag die Zahl der Leiharbeiter im vergangenen Jahr 2011 bundesweit bei 910.000. Zwei Jahre zuvor waren es noch 580.000. Für die Arbeitgeber hat diese Beschäftigungsform den Vorteil, dass sie flexibel auf den Arbeitsmarkt reagieren können. Dadurch dass Leiharbeitsverträge zeitlich befristet sind und einen geringen Status im Vergleich zu Festangestellten einnehmen, kann ein Unternehmen einen Leiharbeiter sehr kurzfristig wieder entlassen, wenn er nicht mehr gebraucht wird. Für den Arbeitnehmer hingegen stellt ein Leiharbeitsverhältnis ein ständiges Risiko dar entlassen zu werden.

Arbeitgeber sehen sich als Retter von Arbeitsplätzen

Aus Sicht der Arbeitgeber ist die Ausweitung des Leiharbeitsektors als ein Entgegenkommen zwischen Unternehmen und Beschäftigten zu verstehen. So hätten viele Unternehmen darauf verzichtet, "Arbeit in Billiglohnländer zu geben, weil sie hier eine Chance haben, zu einigermaßen vernünftigen Konditionen diese Arbeiten verrichten zu lassen", so Luitwin Mallmann vom Arbeitgeberverband "Metall NRW" gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk. Für Arbeitsuchende sei dies ein großer Vorteil, da so Arbeitsplätze in Deutschland erhalten blieben. (So bauen Sie ein Bewerbungsschreiben richtig auf)

Kollegen in Festanstellung verdienen mehr

Die Arbeitsagenturen bewerben Leiharbeit als "Brücken in die Berufswelt". In der Realität zeichnet sich allerdings ein anderes Bild: Für viele Arbeitslose, die in Leiharbeit vermittelt werden, erfüllt sich der Traum von einer anschließenden Festanstellung nicht. Stattdessen arbeiten sie gemeinsam mit fest angestellten Kollegen, die bei gleicher Arbeit deutlich mehr verdienen. Zwar gilt seit Januar 2012 für alle Beschäftigten der Leiharbeitsbranche eine gemeinsame Lohnuntergrenze (Ost: 7,01 Euro, West: 7,89 Euro pro Stunde), dennoch verdienen viele Arbeitnehmer so wenig, dass sie zusätzlich auf staatliche Unterstützung zurückgreifen müssen, um (über-) leben zu können, wie das "Handelsblatt" berichtet. Gewerkschaften fordern in diesem Zusammenhang seit langem eine gesetzliche "Equal-Pay"-Regelung festzusetzen, wonach die Lohnunterschiede zwischen den Arbeitnehmern aufgelöst würden - bislang ohne Erfolg.

Neuer Tarifvertrag macht Leiharbeitern Hoffnung

Mit dem am 19. Mai angenommenen Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie steigen zwar die Entgelte für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche rückwirkend zum 1. Mai um 4,3 Prozent - Leiharbeiter erhalten in diesem Zusammenhang das Recht, nach 24 Monaten ein Übernahmeangebot zu bekommen - allerdings bleiben Leiharbeiter nach Angaben von Gesamtmetall im Schnitt nur sechs bis sieben Monate in ein und derselben Firma, so dass Arbeitgeber nur selten in die Pflicht kämen, ein Übernahmeangebot zu unterbreiten, wie welt-online.de berichtet. IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann betonte indes, mit Nachdruck auf der Forderung einer "Equal-Pay"-Regelung zu beharren. Die Politik sei jetzt keinesfalls aus ihrer Verantwortung entlassen, die Leiharbeit neu zu justieren. "Tarifpolitik ist kein Reparaturbetrieb für falsche Beschlüsse von Regierungen", hieß es weiter. Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Gewerkschaften durchsetzen können. (Wie ältere Bewerber im Vorstellungsgespräch überzeugen)

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