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Schwarzbuch Leiharbeit: Das Leben der "Leihgurken"

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Schwarzbuch Leiharbeit: Das Leben der "Leihgurken"

29.03.2012, 17:54 Uhr | dpa, t-online.de

Schwarzbuch Leiharbeit: Das Leben der "Leihgurken". IG-Metall-Vize Wetzel und das Schwarzbuch Leiharbeit (Quelle: dapd)

IG-Metall-Vize Wetzel und das Schwarzbuch Leiharbeit (Quelle: dapd)

Den Gewerkschaften ist die Leiharbeit ein Dorn im Auge, und auch die Beschäftigten wünschen sich wohl eher eine ordentliche Festanstellung als den Job bei einer Zeitarbeitsfirma. Nun hat die IG Metall Leiharbeiter zu Wort kommen lassen und ihre Aussagen in einem Schwarzbuch Leiharbeit zusammengefasst.

Die betroffenen Gewerkschaftsmitglieder berichten aus ihrem Arbeitsleben und bezeichnen sich dabei selbst als "Leihgurke" oder "Stück Fleisch". Sie klagen über ungerechte Löhne, die weit unter denen der Stammbelegschaft liegen. Und sie schildern die mit der Leiharbeit verbundene soziale Unsicherheit für sich und ihre Familien.

Geringere Bezahlung und keine Perspektive

"Ich bekomme eine Leistungszulage, die der Betriebsrat beim Einsatzbetrieb durchgesetzt hat. Damit komme ich als Leihgurke noch ganz gut weg. Trotzdem sind es 500 bis 1000 Euro, die der feste Mitarbeiter mehr verdient", so eines der Zitate aus dem Schwarzbuch. Ein anderer Befragter beklagt, dass er trotz Facharbeiterausbildung nach neun Jahren immer noch wie eine Aushilfskraft bezahlt wird. Viele kritisieren auch, dass sie seit vielen Jahren im gleichen Unternehmen arbeiten, aber kein Angebot für eine Übernahme erhalten.

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Die IG Metall kämpft deshalb für die schärfere gesetzliche Regulierung der Leiharbeit in Deutschland. Der Einsatz von rund einer Million Leiharbeitern zu niedrigen Löhnen diene längst nicht mehr dem Abfedern von Produktionsspitzen, sondern sei eine langfristige Strategie der Unternehmen, sagte der Zweite Vorsitzende der größten deutschen Gewerkschaft, Detlef Wetzel, bei der Vorstellung des Schwarzbuchs in Frankfurt.

Gewerkschaft will gleiche Bezahlung durchsetzen

Neben der Gleichbezahlung zur Stammbelegschaft verlangt die IG Metall gesetzliche Regelungen für eine Höchstentleihdauer und ein Verbot für die Verleihfirmen, mit Auftragsende ihre Leute zu entlassen (Synchronisationsverbot).

Wetzel hielt den Zeitarbeitsfirmen vor, am Subventionstropf zu hängen. Leiharbeit werde allein durch die Beitragszahler der Sozialkassen mit jährlich 500 Millionen Euro unterstützt, weil rund zwölf Prozent der Leiharbeiter als sogenannte "Aufstocker" Beihilfen zu ihren Niedriglöhnen erhielten. "Leiharbeit ist eine Billig-Strategie und die Branche wird hoch subventioniert."

IG Metall: BMW soll Einsatz von Leiharbeitern beschränken

"Der Gesetzgeber muss die Leiharbeit in der Dauer beschränken und Equal Pay ohne Ausnahme festschreiben", sagte der Betriebsratschef aus dem BMW-Werk Leipzig, Jens Köhler. Dort arbeiten nach seinen Angaben von 3800 Beschäftigten rund 1100 als Leiharbeiter. Köhler kündigte ein Abkommen des Betriebsrats für den gesamten BMW-Konzern an, das den Einsatz von Leiharbeitern einschränken werde.

Ein weiteres Problem seien die ausufernden Werkverträge, sagte Wetzel. Die fortschreitende Ausgründung und Fremdvergabe einzelner Leistungen sei auch für das internationale Ansehen der deutschen Industrie schlecht, warnte der Gewerkschafter. "Die Unternehmen müssen mit der Verrohung der Sitten am Arbeitsmarkt aufhören, wenn wir nicht wollen, dass bei VW oder Audi am Ende nur noch der Vorstandsvorsitzende das Markenzeichen auf das Auto klebt."

Leiharbeitsbrache hält dagegen

Der Zeitarbeitsverband BAP wies die Vorwürfe zurück. Die einseitigen Aussagen seien nicht repräsentativ, erklärte der Verband in Berlin. Die Zeitarbeit biete meist unbefristete Vollzeitstellen mit voller Sozialversicherungspflicht an. Die Metallarbeitgeber hielten der Gewerkschaft vor, mit irreführenden Behauptungen die Öffentlichkeit zu verunsichern. Sie wolle vor der Tarifrunde Stimmung machen und missachte die Arbeit der Betriebsräte in den Firmen.

Ratgeber - Leiharbeit: Glück oder Unglück für Arbeitslose?
Das Schwarzbuch Leiharbeit der IG Metall hier als kostenloses PDF.

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