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Döner müssen draußen bleiben: Knigge fürs Großraumbüro

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Döner müssen draußen bleiben: Knigge fürs Großraumbüro

29.05.2012, 13:24 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Döner müssen draußen bleiben: Knigge fürs Großraumbüro. Stark riechende Speisen sind im Büro tabu (Quelle: imago)

Stark riechende Speisen sind im Büro tabu (Quelle: imago)

"Die Hölle, das sind die anderen" (Jean-Paul Sartre) - so dürfte nicht nur mancher denken, der im Großraumbüro arbeitet. Ein Kollege telefoniert zu laut, der andere tratscht unentwegt oder verpestet schmatzend mit einem Döner die Büroluft. Das Problem: Was dem einen ganz normal erscheint, kann der andere kaum ertragen. Mit den folgenden Etiketteregeln sind Sie auf der sicheren Seite.

Für die Arbeit im Großraumbüro brauchen Beschäftigte ein dickes Fell, betont Etikettetrainerin Gabriele Krischel aus Niederkassel. Der hohe Lärmpegel mache es schwer, sich zu konzentrieren, und die Kollegen müssen besonders viel Rücksicht aufeinander nehmen, um sich nicht auf die Nerven zu gehen. "Je mehr Leute zusammenarbeiten, umso wichtiger ist es, sich an Regeln zu halten", erklärt die Expertin. Doch auch in kleinen Büros ist gutes Benehmen notwendig, um nicht ständig in Fettnäpfchen zu treten.

Kein Messie-Chaos in der Küche

Die Harmonie am Arbeitsplatz ist schnell dahin, wenn in der Teeküche zum Beispiel vergessene Joghurts im Kühlschrank verschimmeln oder sich ein Spülberg auftürmt. Im Großraumbüro fühlt sich oft keiner für die Ordnung zuständig. Um für erträgliche Zustände zu sorgen, muss daher jeder Kollege seine Bequemlichkeit überwinden. Benutztes Geschirr in die Spülmaschine zu räumen, sei nicht zu viel verlangt, sagt Krischel. "Und der letzte macht sie dann an."

Auch auf dem Schreibtisch gelte die Devise "bloß kein Messie-Chaos", ergänzt Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat in Bonn. Dazu gehöre etwa, leere Flaschen wegzuräumen.

Feste Regeln gelten zudem fürs Essen im Büro. "Manche sind da ja völlig enthemmt", hat Imme Vogelsang beobachtet. "Die bringen sich Pommes oder Asianudeln mit, und dann riecht das im ganzen Büro danach." Den anderen vergehe meist schnell der Appetit. "Einen Apfel oder Müsliriegel am Arbeitsplatz zu essen, ist okay, aber das dampfende Schnitzel oder das Mettbrötchen mit Zwiebeln sind tabu", erläutert Jarosch.

Rote Karte für Dauertelefonierer

Und was tun, wenn der Kollege so laut telefoniert, dass das ganze Büro zuhören muss? Am besten zeigen die anderen ihm dann die Rote Karte - im wörtlichen Sinn, sagt Krischel. So könnten Mitarbeiter nervigen Telefonierern eine rote Pappe wie im Fußball zeigen. Manchen sei es gar nicht bewusst, dass sie so laut sprechen, erklärt Krischel.

Auch Handy-Klingeltöne können die Toleranz der Kollegen auf eine harte Probe stellen. Im Büro sollte daher immer nur der Vibrationsalarm eingestellt sein, empfiehlt Krischel. Sinnvoll sei es auch, das Telefon am Schreibtisch lautlos zu stellen und Anrufe etwa über ein Blinken anzeigen zu lassen. Mit dem Handy durchs Büro laufen - das geht gar nicht, warnt die Fachfrau.

Private Gespräche im Büro sind tabu

Privatangelegenheiten sollen auch privat bleiben. Wenn der Kollege mit seiner Freundin am Telefon streitet, ist das Umfeld davon eher peinlich berührt. Um Ärger zu vermeiden, sollten Mitarbeiter für private Telefonate besser das Büro verlassen oder sich in einen anderen Raum zurückziehen, sagt Imme Vogelsang vom Netzwerk Etikette Trainer International in Hamburg. "Sonst kriegen alle ja gleich solche Ohren."

Eine Ausnahme gelte für kurze und nicht zu private Gespräche. "Also zum Beispiel, wenn der Partner nur kurz durchgeben will, dass er die Theaterkarten besorgt hat." Komme danach aber die Frage "Wie war's beim Arzt?", sei es Zeit, das Telefonat an einem anderen Ort weiterzuführen.

Unterhaltung nicht über die Köpfe anderer hinweg

Auch wenn sich zwei Mitarbeiter neben dem Schreibtisch eines dritten unterhalten, kann das schnell stören. "Dafür sucht man sich besser eine ruhige Ecke oder geht in die Kaffeeküche", lautet der Rat von Etiketteprofi Krischel. Unhöflich sei es auch, über die Köpfe anderer hinweg zu reden.

Im Großraumbüro mag es zwar naheliegend erscheinen, dem Kollegen zwei Tische weiter einfach etwas zuzurufen - die übrigen Kollegen könnten sich davon aber gestört fühlen. "Man sollte daher immer aufstehen und die paar Schritte bis zum Kollegen hin machen, wenn man ihm etwas sagen will", erklärt Krischel.

Auch bei Parfum ist weniger mehr

Apropos Geruch: Auch beim Parfüm ist weniger mehr. Genauso verboten ist es demnach, am Schreibtisch kurz ein Deo zu benutzen. "Dazu geht man auf die Toilette und macht das unter Ausschluss der Öffentlichkeit", sagt Knigge-Fachfrau Jarosch. Auch das Lackieren der Fingernägel am Schreibtisch sei nicht erlaubt.

Fenster auf oder zu?

Anlass zu heftigen Debatten gibt in vielen Büros auch die Raumtemperatur. "Dem einen ist es zu kühl, dem anderen zu warm", erläutert Jarosch. Unakzeptabel sei es, einfach das Fenster aufzureißen, wenn einem danach ist. Auch hierbei müsse Rücksicht auf den Rest des Teams genommen werden. Zur Not entscheide die Mehrheit, ob und wie ausgiebig gelüftet wird. Die Höflichkeit gebiete es nicht, dass neun Mitarbeiter sich nach dem zehnten richten, dem es ständig zu heiß oder zu kalt ist.

Knigge hin oder her - kleinkarierte Pedanten und nörgelnde Mimosen gehören nicht zu den beliebtesten Mitarbeitern in Großraumbüros. Wer eine einzige leere Flasche auf dem Schreibtisch kritisiert oder sofort den Tischnachbarn abwürgt, der morgens eine lustige Anekdote vom Wochenende erzählt, raubt den Kollegen auch den letzten Nerv.

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