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Jachtenstreit: Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und Esch einigen sich außergerichtlich

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Jachtenstreit: Middelhoff und Esch einigen sich außergerichtlich

21.08.2012, 19:30 Uhr | dapd

Jachtenstreit: Ex-Arcandor-Chef Thomas  Middelhoff und Esch einigen sich außergerichtlich. Ex-Arcandor-Manager Thomas Middelhoff (Quelle: dapd)

Ex-Arcandor-Manager Thomas Middelhoff (Quelle: dapd)

Überraschende Wende im Rechtsstreit zwischen Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und seinem ehemaligen Vermögensverwalter Josef Esch: Beide Seiten streben nun eine außergerichtliche Beilegung ihres millionenschweren Konflikts an.

Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller sagte, in einem ersten Schritt hätten sich beide Seiten im Streit um Millionenkosten der Middelhoff-Luxusjacht "Medici" und Flugreisen verständigt. Auch die weitergehenden Differenzen sollten nun einvernehmlich im Rahmen eines Gesamtvergleichs beigelegt werden. Für die Verhandlungen haben die Parteien gut ein Jahr eingeplant.

"Wahrscheinlich der größte Fehler"

Der frühere Topmanager und sein langjähriger Vermögensverwalter hatten sich bereits vor Jahren zerstritten. Middelhoff sagte erst kürzlich, die Zusammenarbeit mit Esch sei "wahrscheinlich der größte Fehler" in seiner beruflichen Laufbahn gewesen. Er wirft ihm vor, ihn um zweistellige Millionensummen gebracht zu haben und will dafür entschädigt werden.

Umgekehrt fordert Esch von Middelhoff Millionen - unter anderem ausstehende Flugkosten und Chartergebühren für die Luxusjacht "Medici". Eigentlich hätte am Mittwoch das Bielefelder Landgericht darüber verhandeln sollen. Doch hob das Gericht die Termine "auf Bitten der Parteien" auf, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Streit um die Luxusjacht

Im Bielefelder Verfahren sollte es vor allem um Chartergebühren und Unterhaltskosten für Middelhoffs 33 Meter lange Luxusjacht vom Typ Mangusta 108 in Höhe von 2,4 Millionen Euro gehen. Der Ex-Manager hatte die Jacht 2007 von einem Konsortium um Esch gemietet, später aber den Vertrag gekündigt und alle Zahlungen eingestellt.

Die Fortsetzung der Geschäftsbeziehung sei ihm nicht zumutbar. Schließlich hätten ihm die anderen Beteiligten durch falsche Beratung massive Vermögensschäden zugefügt, argumentierte er laut Gericht.

"Weiche Kosten"

Middelhoff hatte auf Anraten Eschs und der Oppenheim-Bank viel Geld in sogenannte Oppenheim-Esch-Fonds investiert. Der frühere Manager wirft Esch vor, sich dabei durch völlig überhöhte "weiche Kosten" - etwa für Kapitalvermittlung oder Marketing - bereichert zu haben. Esch bestreitet das allerdings und argumentiert, dass "weiche Kosten" aus Steuerersparnisgründen explizit erwünscht waren.

Für Middelhoff und Esch könnte ein Vergleich willkommene Entlastung bringen. Denn beide Männer sehen sich mit zahlreichen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. So versucht der Arcandor-Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch, vor Gericht von Middelhoff wegen angeblicher Pflichtverletzungen und überhöhter Bonuszahlungen Schadenersatz einzuklagen.

Schickedanz fordert Milliarden von Sal. Oppenheim

Esch sieht sich unter anderem mit hohen Forderungen der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz konfrontiert, die ihn und das Bankhaus Sal. Oppenheim wegen falscher Beratung auf Schadenersatz in Höhe von 1,9 Milliarden Euro verklagt hat.

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