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Wendelin Wiedeking wegen Marktmanipulation angeklagt

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Staatsanwalt klagt Ex-Porsche-Chef Wiedeking an

19.12.2012, 16:13 Uhr | dapd, dpa

Wendelin Wiedeking wegen Marktmanipulation angeklagt. Er wollte VW übernehmen und scheiterte: Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (Quelle: dapd)

Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (Quelle: dapd)

Es hätte ein Mega-Deal werden können. Der Sportwagenbauer Porsche wollte den viel größeren Volkswagen-Konzern schlucken. Doch die Übernahme scheiterte. Die Folge: Die Zuffenhausener waren am Ende hochverschuldet. Nun hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen den ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wegen Marktmanipulation erhoben. Das geht aus einem Schreiben von Wiedekings Anwälten hervor. Die Vorwürfe der Untreue und der handelsgestützten Marktmanipulation seien dagegen fallen gelassen worden. Auch der frühere Finanzvorstand Holger Härter muss sich verantworten. Die Porsche-Aktie geriet unter Druck.

Die Ermittler werfen den Managern vor, "in von ihnen im Jahr 2008 veranlassten öffentlichen Erklärungen des Unternehmens in Bezug auf den Beteiligungserwerb an der Volkswagen AG unrichtige Angaben gemacht zu haben", heißt es einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Bis zu fünf Jahre Haft drohen

Wiedeking und Härter halten die Vorwürfe für unbegründet. Ohnehin fällt die Anklage deutlich magerer aus als zunächst angestrebt: Ursprünglich lauteten die Vorwürfe auf informations- und auch handelsgestützte Marktmanipulation sowie Untreue. Davon bleibt nun nur der erste Punkt übrig. "Wie ein Schneemann in der Sonne" sei das Verfahren zusammengeschrumpft, sagte eine Person aus dem Umfeld der beiden früheren Porsche-Lenker. Trotzdem drohen im Extremfall fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Klageschrift hat mehr als 200 Seiten

Die mehr als 200 Seiten dicke Klageschrift sei bereits am Montag bei Gericht eingegangen, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Landgerichts der Nachrichtenagentur dapd. Wann genau über die Zulassung entschieden werde, sei noch unklar, weil der Fall sehr komplex sei. Voraussichtlich im Lauf des kommenden Jahres werde die Prüfung abgeschlossen sein, sagte der Sprecher. Dann könnte auch der mögliche Prozess noch 2013 beginnen.

Vor mehr als drei Jahren hatten die Ermittler die Häuser Wiedekings und Härters durchsucht. Beide hatten 2008 und 2009 einen Coup geplant, der seinesgleichen gesucht hätte: Sie wollten mit dem kleinen Sportwagenbauer, den sie in den 90er Jahren noch vor der Pleite bewahrten, den ungleich größeren Volkswagen-Konzern übernehmen.

Nicht korrekt über die Übernahme-Pläne informiert

Das Vorhaben scheiterte jedoch, am Ende wurde Porsche von VW geschluckt. Wiedeking, einst bestbezahlter Manager Deutschlands, und Härter, den manche als genialen Finanzjongleur, mache als hemmungslosen Zocker sehen, mussten abtreten.

Finanzieren wollte Porsche die geplante Übernahme mit komplizierten Aktiengeschäften. Die Staatsanwaltschaft ist sich nun sicher, dass die beiden die Börse nicht korrekt über die Pläne informiert haben.

Porsche habe vom 10. März bis 2. Oktober 2008 in mindestens fünf öffentlichen Erklärungen eine bereits bestehende Absicht zur Aufstockung seiner VW-Beteiligung auf 75 Prozent dementiert. Nach Ansicht der Staatsanwälte hatten die Beschuldigten jedoch spätestens im Februar 2008 den Plan gefasst, ein Jahr später mit einer 75-Prozent-Beteiligung einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag durchzusetzen.

Anwälte bezeichnen Verfahren als "massiv eingeschmolzen"

Die Anwälte Wiedekings und Härters sprachen angesichts der fallengelassenen Anklagepunkte von einem «massiv eingeschmolzenen» Verfahren. Bei der handelsgestützten Marktmanipulation hätten die beiden nicht nur durch Mitteilungen, sondern auch mit dem Einsatz von Finanzinstrumenten versuchen müssen, den Kurs der VW-Aktie zu manipulieren. Auch bei der informationsgestützten Marktmanipulation seien von 14 untersuchten Fällen nur fünf übrig geblieben.

Die verbliebenen Vorwürfe sehen die Anwälte "in tatsächlicher wie rechtlicher Hinsicht als unbegründet" an. Die von der Staatsanwaltschaft beanstandeten Mitteilungen seien zum einen inhaltlich zutreffend gewesen. Zum anderen seien sie überwiegend nicht geeignet gewesen, auf den Börsenkurs einzuwirken und hätten dies auch nachweislich nicht getan. "Bei fehlender Kurseinwirkung kommt eine Strafbarkeit nicht in Betracht", erklärten die Juristen.

Härter muss sich im Zusammenhang mit den Übernahmeplänen bereits seit September vor dem Landgericht Stuttgart wegen Kreditbetrugs verantworten. Das Landgericht muss im jetzigen Fall nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Verhandlungstermine entscheiden.

Auswirkungen auf zivilrechtlichen Milliardenklagen?

Die Anklage am Stuttgarter Landgericht könnte auch Auswirkungen auf die parallel laufenden zivilrechtlichen Milliardenklagen gegen die Porsche-Muttergesellschaft SE am Landgericht Braunschweig haben. Dort streiten Anleger nach dem gescheiterten Übernahmeversuch bei VW um Schadenersatz.

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