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Böller in Klohäuschen geworfen: Fristlose Kündigung ist rechtens

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Böller in Klohäuschen geworfen: Fristlose Kündigung ist rechtens

03.01.2013, 13:04 Uhr | t-online.de - sia, dpa-tmn

Böller in Klohäuschen geworfen: Fristlose  Kündigung ist rechtens. Auf Baustellen geht es oft rauh zu, doch es gibt Grenzen (Quelle: imago/Reiner Zensen)

Auf Baustellen geht es oft rauh zu, doch es gibt Grenzen (Quelle: imago/Reiner Zensen)

Wer sich im Job rüde Scherze auf Kosten der Kollegen erlaubt, riskiert den Job - vor allem dann, wenn ein anderer Mitarbeiter durch solch einen fehlgeschlagenen "Spaß" geschädigt wird. In dem Sinne kippte das Arbeitsgericht Krefeld die Klage eines Gerüstbauers, der einen Kollegen mit einem Feuerwerkskörper verletzt hatte und dafür die fristlose Kündigung kassiert hatte (Az.: 2 Ca 2010/12).

Keine Abmahnung nötig

Dabei spiele es keine Rolle, ob die Verletzung unbeabsichtigt war oder nicht, befanden die Richter. Laut ihrem Urteil ist in einem solchen Fall ist nicht einmal eine vorherige Abmahnung nötig, um den Verursacher vor die Tür zu setzen, wie die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

Der 41-jährige Gekündigte war seit 1997 bei seinem Unternehmen als Gerüstbauer und Vorabeiter beschäftigt. Zu dem Unglück kam es, als er auf einer Baustelle einen Feuerwerkskörper zündete und in eine mobile Toilette warf, während sich dort ein Arbeitskollege aufhielt. Der Mann zog sich durch die Explosion erhebliche Verbrennungen am Oberschenkel, im Genitalbereich und an der Leiste zu und war in der Folge drei Wochen arbeitsunfähig.

Böller von oben in Toilette geworfen?

Der Arbeitgeber kündigte dem 41-Jährigen nach dem Vorfall fristlos, der Gerüstbauer wehrte sich gegen seinen Rauswurf. Dabei ist dem Gericht zufolge zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter streitig, wie genau es zu dem Unglück kam. Das Unternehmen wirft dem Mitarbeiter vor, er habe den Böller von oben in die Toilettenkabine geworfen. Der Gerüstbauer hingegen gab an, den Kracher an der Tür des Klos angebracht zu haben. Dort habe er sich ungeplant gelöst, sei in die Kabine hineingerutscht und explodiert.

Der Böllerwerfer argumentierte nach Angaben des Gerichts, der kollegiale Umgang auf Gerüstbaustellen sei schon mal etwas ruppiger. Späße seien durchaus üblich, in der Vergangenheit sei öfter mit Feuerwerkskörpern gescherzt worden. Derartiges habe im Kollegenkreis als Stimmungsaufheller gegolten. Den Kollegen dabei zu verletzen, sei nie beabsichtigt gewesen.

Lange Betriebszugehörigkeit schützt nicht vor Rauswurf

Die Richter sahen das anders. Zweifellos liege ein tätlicher Angriff auf einen anderen Mitarbeiter vor, bei dem mit erheblichen Verletzungen zu rechnen war. Bereits das sei ein wichtiger Grund, den Angreifer fristlos zu entlassen. Auch sei allgemein bekannt, dass der nicht sachgerechte Umgang mit Feuerwerkskörpern zu schweren Verletzungen führen kann.

Das gelte erst recht, wenn der Betroffene keine Möglichkeit habe, zu reagieren oder zu fliehen. Trotz der langen Betriebszugehörigkeit des Gerüstbauers sei dem Unternehmen nicht einmal mehr zuzumuten, die Kündigungsfrist einzuhalten.

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