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Jeder Vierte bricht die Lehre ab

25.01.2013, 15:13 Uhr | t-online.de, AFP

Ausbildung: Jeder Vierte bricht die Lehre ab. Eine Problembranche: 40 Prozent der angehenden Gebäudereiniger brechen die Lehre ab (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Problembranche: 40 Prozent der angehenden Gebäudereiniger brechen die Lehre ab (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein Viertel der deutschen Azubis sind so unzufrieden mit dem gewählten Beruf oder ihrer Ausbildung, dass sie die Lehre vorzeitig beenden. Die Abbrecherquote stieg im Jahr 2011 auf 24,4 Prozent, wie die "Welt" berichtet. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB).

Verwaltungsfachleute steigen selten aus

Demnach wurden 2011 insgesamt 149.760 Ausbildungsverträge aufgelöst, ein Drittel davon noch in der Probezeit. Der Auswertung zufolge unterscheiden sich die Abbrecherquoten je nach Beruf erheblich. So beendet jeder zweite Kellner und Umzugshelfer seine Lehre nicht.

Auch bei Köchen, Kosmetikerinnen, Gebäudereinigern und Friseuren werfen mehr als 40 Prozent der Lehrlinge vorzeitig das Handtuch. Die wenigsten Abbrüche werden bei den Verwaltungsfachangestellte verzeichnet - in der Branche schmeißen nur 3,7 Prozent die Ausbildung. Weniger als zehn Prozent sind es bei den Elektronikern und Bankkaufleuten.

Ostdeutschland besonders betroffen

Von den Bundesländern verzeichneten laut der Analyse Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag wird dort vorzeitig aufgelöst. Ein Grund ist dem BiBB zufolge die demografische Entwicklung, die in Ostdeutschland zu einem Lehrlingsmangel geführt habe.

Dadurch könne bei Jugendlichen die Bereitschaft steigen, eine Lehre hinzuschmeißen, um dann einen anderen Ausbildungsplatz anzunehmen. Am unteren Ende der Rangskala liegen Baden-Württemberg und Bayern mit Abbrecherquoten von knapp 20 Prozent.

Die Gründe für den Abbruch einer Lehre seien "vielfältig und mitunter komplex", zitiert die "Welt" aus der Analyse des BiBB. Mal gebe es gesundheitliche Ursachen, mal werde der Betrieb geschlossen oder es ändere sich der Berufswunsch. "Manchmal passt die Chemie zwischen Ausbilder und Jugendlichen nicht oder die Entfernung zum Betrieb wird auf Dauer zum Problem", schildert der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann, weitere Gründe. Vielfach setzten die jungen Leute ihre Ausbildung aber bei einem anderen Betrieb oder in einem anderen Beruf fort.

So viele Azubis brechen ab (Quelle: Grafik: dpa)So viele Azubis brechen ab (Quelle: Grafik: dpa) DGB spricht von "Problembranchen"

Auffällig sei, "dass die Quote der Abbrüche sich schon seit Jahren erheblich zwischen den einzelnen Ausbildungsberufen unterscheidet", kritisiert DGB-Vizechefin Ingrid Sehrbrock. Es gebe "Problembranchen", deren Ausbildungsqualität "zu wünschen übrig" lasse. Dies zeige auch der DGB-Ausbildungsreport, in dem Lehrlinge die Qualität ihrer Ausbildung bewerteten.

Schlusslicht bildet das Hotel- und Gaststättengewerbe: Gründe für die miese Bewertung waren regelmäßige Überstunden ohne finanziellen oder Freizeitausgleich, ausbildungsfremde Tätigkeiten und eine schlechte oder gar keine Betreuung durch einen Ausbilder.

Mehr und frühere Hilfe wäre gut

Die Betriebe in diesen "Problembranchen" müssten dringend an Attraktivität und Ausbildungsqualität arbeiten, forderte die DGB-Vizechefin. Zudem plädierte sie für ausbildungsbegleitende Hilfen für die Betriebe, etwa durch Sozialpädagogen. "Bisher werden diese Hilfen erst eingesetzt, wenn schon schlechte Noten in den Berufsschulzeugnissen stehen", erklärt sie. Das sei "deutlich zu spät".

Driftmann plädiert vor allem für eine frühzeitige und gute Berufs-Orientierung. "Wer weiß, was er will und kann, der trifft auch leichter die Entscheidung für den richtigen Beruf", erläutert er.

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