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Nacht- und Wochenendarbeit in Deutschland steigt

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Immer mehr Nacht- und Wochenendarbeit

18.02.2013, 13:27 Uhr | AFP

Nacht- und Wochenendarbeit in Deutschland steigt. Die Nacht- und Wochenendarbeit in Deutschland nimmt zu (Quelle: dapd)

Die Nacht- und Wochenendarbeit in Deutschland nimmt zu (Quelle: dapd)

Bis Mitternacht im Büro oder am Wochenende an der Kasse: Für viele Deutsche inzwischen Normalität. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Demnach arbeiteten im Jahr 2011 etwa 8,9 Millionen Beschäftigte - also jeder vierte - "ständig oder regelmäßig am Wochenende". 2001 waren es nur 6,7 Millionen.

Schichtarbeit erhöht Gesundheitsrisiko

Auch die Schichtarbeit hat nach Angaben der Bundesregierung stark zugenommen, von 2001 bis 2011 stieg die Zahl der Beschäftigten mit solchen Arbeitsrhythmen von 4,8 auf sechs Millionen. Am weitesten verbreitet sei Schichtarbeit in den sozialen Berufen, in der Gesundheitsbranche, bei Maschinen- und Anlagenführern und beim Verkaufspersonal, heißt es laut dem Bericht in der Antwort der Bundesregierung.

Für Schichtarbeiter steige das Risiko von psychischen Belastungen, zudem bestünden "erhöhte gesundheitliche Risiken", bemerkt die Regierung.

Immer mehr Menschen arbeiten nachts

Die Nachtarbeit breitet sich demnach ebenfalls wieder aus, 2011 erreichte sie den Höchststand von 2008. Zwischen 23 und 6 Uhr mussten vor zwei Jahren 3,3 Millionen Beschäftigte arbeiten. Von 2001 bis 2004 lag die Zahl der Nachtarbeiter noch bei 2,5 Millionen.

Überlange Arbeitszeiten seien "nach wie vor eine Ausnahme", heißt es in der Antwort. Doch auch hier gab es in den untersuchten zehn Jahren eine Zunahme: Mehr als 48 Stunden die Woche schufteten 2011 etwa 1,92 Millionen Arbeitnehmer. 2001 waren es noch 1,56 Millionen, ein Zuwachs von 23 Prozent.

Mehr Verstöße gegen Arbeitszeitgesetz

Besonders häufig seien solche überlangen Arbeitszeiten bei Lehrern, Ingenieuren und bei "Berufen der Unternehmensleitung, -beratung und -prüfung". Der Bundesregierung zufolge ist die Anzahl der Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz seit 2007 um fast 30 Prozent auf 12.424 gestiegen.

Die Sprecherin der Linken für Arbeit und Mitbestimmung, Jutta Krellmann, sagte der "Süddeutschen Zeitung", "Psychostress" sei "eine tickende Zeitbombe in der Arbeitswelt" und müsse "endlich eingedämmt werden". Die Bundestagsabgeordnete fordert wie die IG Metall eine Anti-Stress-Verordnung im Arbeitsschutzgesetz.

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