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Nachfrage beim Bundesfreiwilligendienst boomt - Bedenken bleiben

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Bufdis  

Nachfrage beim Bundesfreiwilligendienst boomt - Bedenken bleiben

30.08.2013, 21:38 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Nachfrage beim Bundesfreiwilligendienst boomt - Bedenken bleiben. Bundesfreiwilligendienst ist beliebt: Bufdis helfen auch in Pflegeheimen (Quelle: dpa)

Bundesfreiwilligendienst ist beliebt: Bufdis helfen auch in Pflegeheimen (Quelle: dpa)

Der Bundesfreiwilligendienst als Nachfolger des Zivildienstes boomt. Demnächst wird der 100.000 Bufdi seinen Dienst antreten. Doch auch nach zwei Jahren gibt es noch Kritik.

Es wird eine Abiturientin aus Berlin sein, die am nächsten Mittwoch als 100.000. Helferin ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) antritt. Zwei Jahre nach Einrichtung des Dienstes spricht Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) von einem "großartigen Erfolg" des Zivildienst-Nachfolgers: "Mit im Schnitt rund 35.000 Bundesfreiwilligen im Dienst hat der Bundesfreiwilligendienst alle Erwartungen übertroffen."

BFDler erhalten lediglich ein Taschengeld

Der BFD ersetzt seit dem 1. Juli 2011 nach dem Auslaufen der Wehrpflicht den Zivildienst. Die sogenannten Bufdis können eine Zeit lang in Krankenhäusern oder Behindertenheimen, aber auch im Bildungs-, Sport- oder Kulturbereich mitarbeiten und erhalten ein Taschengeld von maximal 348 Euro monatlich. Die Altersgrenze von 27 Jahren wurde aufgehoben, so dass sich Menschen jeden Alters bewerben können. Mittlerweile stellt die neue Zielgruppe der über 27-Jährigen einen Anteil von über 40 Prozent. Gefördert werden vom Ministerium jährlich maximal 35.000 Plätze mit 200 Millionen Euro.

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Zusammen mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Internationalen Jugendfreiwilligendienst sind derzeit insgesamt mehr als 85.000 Freiwillige zeitgleich in Deutschland aktiv - nach Auskunft des Ministeriums ein Rekord. Doch nach einer Statistik des Bundesamts für Familie waren im Jahr 2002 schon mal fast 136.000 Einberufungen zum Zivildienst verzeichnet worden. Für das FSJ, das an diesem Sonntag wieder beginnt, haben sich über 48.500 Jugendliche angemeldet.

Bufdis als günstige Arbeitskräfte?

Doch es gibt weiter Kritik. Die Linke befürchtete schon vor dem Start, dass sich der Bundesfreiwilligendienst zu einem neuen Niedriglohnsektor entwickeln werde. Vor allem in Ostdeutschland gebe es überproportional viele über 27-jährige Bufdis, die zu günstigen Arbeitskräften für die Einrichtungen würden. "Der Bundesfreiwilligendienst ist im sozialen und Pflegebereich Auffangbecken für im Osten vorher wegrationalisierte ältere weibliche Arbeitskräfte", kritisiert der Linken-Abgeordnete Harald Koch.

Er beklagt auch, dass der Freiwilligendienst tendenziell immer mehr von Frauen genutzt und die soziale Arbeit somit wieder stärker in Frauenhände verlagert werde - so würden Geschlechterstereotype gestärkt.

BA sieht keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt

Bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sieht man jedoch keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt. Im Einzelfall könne es sehr sinnvoll sein, sich zusätzlich zu qualifizieren. So sei etwa das FSJ für Schüler in Zeiten doppelter Abiturjahrgänge eine gute Idee, die Zeit bis zu einer Ausbildung oder einem Studium zu überbrücken.

Auch das Ministerium widerspricht. Für eine solche Verdrängung gebe es keine Anzeichen, erklärt ein Sprecher. Freiwillige seien keine Arbeitskräfte, vielmehr engagierten sie sich in einem gesetzlich geregelten Freiwilligendienst und übernähmen dabei überwiegend praktische Hilfstätigkeiten. Die Kriterien zur Prüfung der Arbeitsmarktneutralität entsprächen inhaltlich in vollem Umfang denen im Zivildienst sowie denen der Jugendfreiwilligendienste FSJ und FÖJ.

Rotes Kreuz erhöht das Angebot

Beim Deutschen Roten Kreuz war man dem BFD gegenüber zunächst skeptisch, weil die Umstellung des Zivildienstes auf den Bundesfreiwilligendienst sehr kurzfristig kam. Mittlerweile bewerte man den Dienst aber sehr positiv, sagte Sprecher Dieter Schütz. Derzeit hält das Rote Kreuz 2700 Plätze bereit, will aber auf 3000 erhöhen. Die Nachfrage ist weit höher als die Zahl der Plätze.

Die 100.000. BFDlerin hat einen geradezu historischen Platz bekommen. Sophie wird ihren Dienst im Berliner Stadtmuseum absolvieren - mit Sonderurkunde der Ministerin.

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