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Rewe-Markt-Betreiber muss Praktikantin über 17.000 Euro zahlen

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Herbe Schlappe  

Rewe muss Praktikantin über 17.000 Euro zahlen

26.03.2014, 07:26 Uhr | T-Online.de - sia

Rewe-Markt-Betreiber muss Praktikantin über 17.000 Euro zahlen. In einem Rewe-Markt schuftete eine 20-Jährige während eines "Schnupperpraktikums" mehrere Monate lang - unbezahlt (Quelle: imago/Christian Schroedter)

In einem Rewe-Markt schuftete eine 20-Jährige während eines "Schnupperpraktikums" mehrere Monate lang - unbezahlt (Quelle: imago/Christian Schroedter)

Vor dem Bochumer Arbeitsgericht hat der Betreiber eines Rewe-Markts in der Ruhrgebietsstadt eine herbe Schlappe einstecken müssen. Die Richter verdonnerten ihn dazu, einer ehemaligen angeblichen Praktikantin Lohn für ihre monatelange Arbeit in seiner Filiale nachzuzahlen - mehr als 17.000 Euro (Az.: 2 Ca 1482/13).

Die 20-Jährige hat laut dem Sitzungsprotokoll des Gerichts für den Zeitraum von Ende Oktober 2012 bis Anfang Juli 2013 Anspruch auf eine Vergütung von genau 17.281,50 Euro.

Chef sieht mehr als 1700 Arbeitsstunden als "Schnupperpraktikum"

Insgesamt habe die junge Frau 1728 Stunden und 15 Minuten in dem Lebensmittelmarkt gearbeitet, schreiben die "Ruhrnachrichten". Der Filialleiter habe das jedoch als "Schnupperpraktikum" abgetan - und keinen Cent bezahlt.

Tatsächlich konnte wohl von einem Praktikum keine Rede mehr sein. Der Zeitung zufolge stufte das Gericht den Arbeitsvertrag der Mitarbeiterin als sittenwidrig ein. Es verurteilte den Marktbetreiber demnach zu einer Nachzahlung von zehn Euro pro geleisteter Arbeitsstunde plus Zinsen.

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Werden Praktikanten in Deutschland ausgebeutet?

20-Jährige soll kein Einzelfall gewesen sein

"Radio Bochum" berichtete, am Rande der Verhandlung sei zudem herausgekommen, dass die 20-Jährige womöglich kein Einzelfall in dem Markt war. Ihr Freund habe angegeben, dort ebenfalls sechs Monate ohne Lohn tätig gewesen zu sein.

Der Arbeitgeber will das Urteil offenbar nicht akzeptieren. Er soll inzwischen angekündigt haben, Berufung gegen die Entscheidung einlegen zu wollen.

Fokus muss auf der Ausbildung liegen

Generell gilt: Bei einem Praktikum muss die Ausbildung im Vordergrund stehen. Erbringt ein vermeintlicher Praktikant die gleiche Leistung wie die Kollegen im Betrieb, ist der Chef verpflichtet, ihn auch wie einen regulären Beschäftigten zu bezahlen.

Ein minimales "Praktikantengehalt" - oder gar keines - ist in dem Fall sittenwidrig. Betrieben, die Praktikanten mit Minilöhnen abspeisen, drohen daher Nachzahlungsforderungen.

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Schriftlicher Arbeitsvertrag entscheidend

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) orientiert sich laut den Rechtsexperten des Portals "advokock.de" für den Fall, dass ein schriftlicher Praktikantenvertrag vorliegt, grundsätzlich an dem Vertragswortlaut.

Seien dort Entgelt, bezahlter Urlaub, Zustimmungsvorbehalte für die Nebenbeschäftigung etc. geregelt, geht das BAG demnach in der Regel von einem Arbeitsverhältnis aus. Aber selbst dann, wenn solche Punkte nicht geregelt seien oder kein schriftlicher Vertrag existiere, könne man ein echtes Arbeitsverhältnis annehmen.

Für ein Arbeitsverhältnis mit Vergütungspflicht spricht nach den Angaben etwa, wenn der Praktikant wie ein Vollzeitkollege eingesetzt wird. Ein wichtiges Indiz ist laut der Arbeitsrechtsprofis, dass der Betroffene dieselben Tätigkeiten verrichtet wie die festangestellten Mitarbeiter der Firma.

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