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OECD-Studie: Stress am Arbeitsplatz und Lohnungleichheit

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OECD-Studie  

Hohe Beschäftigung hat eine Kehrseite

13.06.2017, 14:32 Uhr | AFP

OECD-Studie: Stress am Arbeitsplatz und Lohnungleichheit . Deutsche Arbeitnehmer haben vergleichsweise viel mit arbeitsbedingtem Stress zu kämpfen (Symbolbild).  (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Deutsche Arbeitnehmer haben vergleichsweise viel mit arbeitsbedingtem Stress zu kämpfen (Symbolbild). (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Im internationalen Vergleich geht es dem deutschen Arbeitsmarkt sehr gut. Ende 2016 waren 66 Prozent der Bevölkerung im Alter von 15 bis 74 Jahren beschäftigt. Dies sei deutlich höher als der OECD-Durchschnitt von 61 Prozent. Jedoch hat die Entwicklung eine Kehrseite – viel Stress am Arbeitsplatz und Lohnungleichheit der Geschlechter.

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Auch die Einführung des Mindestlohns Anfang 2015 habe den seit sieben Jahren währenden Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht unterbrochen. Vielmehr sei bis Ende 2018 ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenquote in Deutschland zu erwarten, die dann voraussichtlich weniger als die Hälfte des Vorkrisenniveaus von 2007 betragen werde.Trotz der "besonders niedrigen Arbeitslosigkeit" und der zunehmenden Zahl offener Stellen sei das Lohnwachstum jedoch verhalten geblieben, stellt die Studie fest. So seien die Einstiegslöhne für Zuwanderer niedrig und viele ältere Arbeitnehmer und Zweitverdiener hätten schlecht bezahlte Minijobs.

Stress und hohe Lohndifferenz

Als ausdrückliche Schwächen im Vergleich zum OECD-Durchschnitt nennt der Bericht für Deutschland einen höheren Anteil von Arbeitsplätzen mit starkem arbeitsbedingtem Stress sowie eine große Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen. Letztere sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Frauen weniger Arbeitsstunden aufweisen als Männer. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Vollzeitarbeit empfiehlt die OECD flächendeckende Angebote für die Ganztagsbetreuung von Kindern.

Ungleichheit wird zunehmen

Der Bericht bescheinigt dem gesamten OECD-Raum eine weitere Erholung der Arbeitsmärkte. Die Beschäftigung erreiche langsam wieder das Niveau vor der Weltwirtschaftskrise. Allerdings profitierten nicht alle gleichermaßen von dem Aufschwung, untere und mittlere Löhne stagnieren demnach. Gleichzeitig gehe die Nachfrage nach mittleren Qualifikationen zurück. "Damit nimmt die Ungleichheit zu, wie auch die Befürchtung, dass Spitzenverdiener übermäßig von den Früchten des Wachstums profitieren", erklärt die OECD. Mit Blick auf die Kritik an der Globalisierung heißt es, der Beschäftigungsbericht habe gezeigt, "dass der technologische Wandel eine weit stärkere Triebkraft hinter der Polarisierung der Arbeitsmärkte" sei "als offene Märkte".

Dienstleistungssektor nicht gut bezahlt

Die Polarisierung der Arbeitsmärkte im OECD-Raum sei etwa zu einem Drittel auf eine Verlagerung der Beschäftigung vom verarbeitenden Gewerbe hin zu Dienstleistungen zurückzuführen. So fänden Fachkräfte aus der Industrie nach einem Jobverlust oft nur schlechter bezahlte Jobs im Dienstleistungssektor. Zwei Drittel der Polarisierung seien auf eine Verlagerung der Nachfrage hin zu Tätigkeiten mit entweder niedriger oder hoher Qualifikation innerhalb der Branchen zurückzuführen.

Linkspartei nennt die Probleme "hausgemacht"

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linkspartei, Jutta Krellmann, bezeichnete die Polarisierung des Arbeitsmarkts als "hausgemacht". "Gute Arbeit und faire Löhne erreicht man nicht, wenn man Deregulierung und Flexibilisierung praktiziert und prekäre Beschäftigungsformen toleriert", kritisierte Krellmann. Stattdessen müsse neben den Mitbestimmungsrechten das soziale Sicherungsnetz ausgebaut werden. Erst wenn die Beschäftigten sich auf beides verlassen könnten, könnten sie schlechte Arbeitsbedingungen ablehnen und Arbeitgeber seien gezwungen, bessere Arbeitsbedingungen anzubieten.

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