Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere >

Führungszeugnis: Was drin steht und wann gelöscht wird

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

So wichtig ist das Dokument  

Führungszeugnis: Was drin steht und wann gelöscht wird

05.10.2017, 09:00 Uhr | Sabine Meuter, dpa

Führungszeugnis: Was drin steht und wann gelöscht wird. Im privaten Führungszeugnis stehen nur Vorstrafen. Diese werden nach spätestens zehn Jahren gelöscht. (Quelle: dpa/tmn/Franziska Gabbert)

Im privaten Führungszeugnis stehen nur Vorstrafen. Diese werden nach spätestens zehn Jahren gelöscht. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa/tmn)

Ein Führungszeugnis dokumentiert, ob jemand in der Vergangenheit wegen schwerer Straftaten verurteilt wurde. Wenn Einträge verjährt sind, werden sie gelöscht – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Vorbestraft oder nicht? Manche Arbeitgeber gehen auf Nummer sicher. Sie verlassen sich nicht nur auf das Wort ihres Mitarbeiters im Vorstellungsgespräch, sondern sie wollen es zusätzlich auch noch schwarz auf weiß wissen – und zwar in Form eines Führungszeugnisses. Doch was versteht man eigentlich genau darunter und was steht dort alles drin? Wir geben Ihnen die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was ist ein Führungszeugnis?

Gemeint ist damit ein Auszug aus dem Bundeszentralregister. Das Bundesamt für Justiz listet hier sämtliche Strafen auf, die deutsche Gerichte gegen einen Betroffenen in den vergangenen Jahren verhängt haben.

Welche Strafen stehen im Führungszeugnis?

In dem Dokument werden nur schwere Verurteilungen aufgelistet. "Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen und Freiheitsstrafen unter drei Monaten finden im Führungszeugnis keine Erwähnung", erklärt der Hamburger Rechtsanwalt Jes Meyer-Lohkamp. Nur wer zu höheren Strafen verurteilt wurde, gilt als vorbestraft.

Bleiben die Strafen für immer und ewig drin?

Was einmal in einem solchen Dokument festgehalten wurde, verjährt mit der Zeit. "Die Einträge werden im Führungszeugnis je nach Schwere der Straftat nach Ablauf von drei, fünf oder zehn Jahren nicht mehr aufgeführt", sagt Meyer-Lohkamp.

Was sind Voraussetzungen für eine Verjährung?

Der Verurteilte darf in dem Zeitraum kein weiteres Mal verurteilt werden. Bekommt jemand für ein Vergehen, das im Führungszeugnis steht, ein weiteres Mal eine Strafe von einem Gericht aufgebrummt, dann werden auch alte Einträge nicht gelöscht. Sie bleiben so lange, bis auch der neue Eintrag verjährt ist.

Warum heißt es "polizeiliches" Führungszeugnis?

Umgangssprachlich ist häufig von einem "polizeilichen" Führungszeugnis die Rede. Diese Bezeichnung ist aber irreführend. Es geht nicht darum, dass jemand mit einem Führungszeugnis seine bisherigen Kontakte mit der Polizei offenlegt.

Gibt es verschiedene Führungszeugnisse?

Ja, neben einem privaten zum Beispiel ein erweitertes Führungszeugnis. "Es informiert über etwaige Sexualdelikte oder Straftaten gegenüber Minderjährigen", erläutert Michael Sittig von der Stiftung Warentest. Ein solches Dokument kann ein Arbeitgeber von jemandem verlangen, der beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten möchte.

"Ein erweitertes Führungszeugnis ist auch für Tätigkeiten in Einrichtungen für pflegebedürftige und behinderte Menschen sowie mit minderjährigen Asylsuchenden verpflichtend." Ein europäisches Führungszeugnis kann ein Arbeitgeber von einem Mitarbeiter einfordern, der aus einem anderen EU-Mitgliedsland kommt.

Was ist ein behördliches Führungszeugnis?

Ein behördliches Führungszeugnis ist nötig, um ein Gewerbe anzumelden. Darin sind Entscheidungen von Ämtern über einen selbst enthalten. Das kann etwa der Widerruf einer Gewerbeerlaubnis oder eines Waffenscheins sein. "Im erweiterten behördlichen Führungszeugnis ist alles aufgeführt, was strafrechtlich von Relevanz sein könnte", erklärt Meyer-Lohkamp. Solche Auszüge bekommen allerdings nur Richter und Staatsanwälte zu sehen. Sie informieren sich so beispielsweise, ob ein Angeklagter schon einmal verurteilt wurde.

Ein behördliches Führungszeugnis kann nur ausnahmsweise – etwa in Strafverfahren – von den Behörden selbst beantragt werden. "Grundsätzlich gibt ein Amt einem Bürger auf, ein solches Dokument zur Vorlage bei einer Behörde zu beantragen", erläutert eine Sprecherin des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.

Die Registerbehörde sendet das Führungszeugnis dann direkt der Behörde zu. Die Antragstellenden können jedoch verlangen, dass das Führungszeugnis – falls es Eintragungen enthält – zunächst an ein von ihnen benanntes Amtsgericht gesandt wird. Dort können die Betroffenen dann das Dokument einsehen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Video des Tages

Shopping
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017