Sie sind hier: Home > Finanzen > Karriere > Arbeit & Beruf >

Befristete Jobs erhöhen das persönliche Armutsrisiko

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Ohne dauerhafte Beschäftigung  

Befristung im Job erhöht Armutsrisiko

11.12.2017, 10:49 Uhr | dpa-AFX

Befristete Jobs erhöhen das persönliche Armutsrisiko. Lagerarbeiter sind oft nur befristet angestellt (Quelle: Franziska Koark/dpa/lbn/dpa – Bildfunk)

Lagerarbeiter fährt Gabelstapler. Vor allem ungelernte Arbeiter und Uniabsolventen erhalten befristete Verträge. (Quelle: Franziska Koark/dpa/lbn/dpa – Bildfunk)

Die Zahl der befristet Beschäftigten in Deutschland hat innerhalb der vergangenen 20 Jahre um mehr als eine Million auf rund 2,8 Millionen im vergangenen Jahr zugenommen. Mehr als jeder dritte Betroffene arbeitet dabei unfreiwillig befristet.

2015 waren rund 2,7 Millionen Arbeitnehmer befristet beschäftigt. Das geht aus einer Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Berücksichtigt wurden alle abhängig Beschäftigten ab 25 Jahren. Jüngere Arbeitnehmer im Übergang von Schule oder Hochschule zum Arbeitsmarkt flossen nicht in die Statistik ein.

Der Anteil der befristet Beschäftigten an allen abhängig Beschäftigten stieg seit 1996 von 6,4 auf 8,5 Prozent. Der Anteil wuchs mit leichten Schwankungen bis 2006 auf 8,4 Prozent und variierte seither zwischen 8,2 und 8,9 Prozent.

Besonders oft sind 25- bis 34-Jährige befristet beschäftigt. Hier stieg der Anteil von 9,6 Prozent vor 20 Jahren über 16,6 Prozent 2006 bis 18,1 Prozent im vergangenen Jahr.

Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands BDA, Steffen Kampeter, weist darauf hin, dass der Anteil der Befristungen seit mehr als einem Jahrzehnt nahezu konstant und insgesamt unter 9 Prozent geblieben sei. "Zudem erhalten mehr als zwei Drittel der befristet Beschäftigten eine Anschlussbeschäftigung", sagt Kampeter der dpa. "Das unterstreicht, wie wichtig das Instrument als Beschäftigungsmotor ist."

Die Linke-Politikerin Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, fordert einen Stopp des "Befristungsirrsinns". "Gerade bei jüngeren Menschen sorgen Befristungen dafür, dass sie elementare Dinge des Lebens nicht planen können, wie etwa eine Familiengründung", sagt Zimmermann der dpa. "Befristungen sind zudem grundsätzlich ein Instrument zur Disziplinierung der Beschäftigten und zur Spaltung der Belegschaft."

Die Arbeitgeber verteidigen befristete Beschäftigung, Teilzeit oder Zeitarbeit als Möglichkeit, das Arbeitsvolumen an "betriebliche Notwendigkeiten" anzupassen, wie die BDA betont. Reguläre Jobs würden nicht verdrängt, die Schaffung neuer Jobs eher erleichtert.

Arbeitnehmer wollen oft dauerhaften Job

36,5 Prozent der Betroffenen geben über alle Altersgruppen hinweg an, mangels Dauerstelle ein befristetes Arbeitsverhältnis eingegangen zu sein. 31,6 Prozent nannten einen Probevertrag als Grund. 25,7 Prozent befanden sich in Ausbildung. 6,2 Prozent hatten bewusst die Befristung gewählt.

Bei den Hilfskräften war der Anteil unfreiwillig Befristeter mit 50,4 Prozent zuletzt am höchsten. Der Berliner Sozialforscher Stefan Stuth hatte kürzlich in einer Studie festgestellt, dass Unternehmen knappe Arbeitskräfte eher mit dauerhaften Verträgen binden. In Berufen mit hohem Reservoir an Arbeitskräften werde eher befristet beschäftigt.

Befristete Verträge tragen zum Armutsrisiko bei

Befristet Beschäftigte verdienen deutlich weniger als Arbeitnehmer mit unbefristetem Vertrag, wie das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut WSI in einer Studie festgestellt hatte. So seien 2015 15,5 Prozent der befristet Beschäftigten zwischen 20 und 34 wegen eines Haushaltseinkommens unter 60 Prozent des Durchschnitts von Armut bedroht gewesen – aber nur 7,5 Prozent derjenigen mit Dauervertrag.

Häufige Stellenwechsel, teils verbunden mit Ortswechseln, würden stabile Partnerschaften und Familiengründung erschweren, so das WSI. Betroffen seien besonders Menschen ohne Berufsausbildung sowie Uni-Absolventen – seltener dagegen Absolventen einer dualen Berufsausbildung oder einer Fachhochschule. Auch Ausländer seien überdurchschnittlich oft befristet angestellt.

Zimmermann fordert: "Eine neue Bundesregierung muss endlich das Befristungsproblem angehen und die sachgrundlose Befristung abschaffen." Auch andere Befristungen dürfe es nur ausnahmsweise geben.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Entdecken Sie jetzt die kuscheligen Pullover
Pullis & Sweatshirts bei TOM TAILOR shoppen
Shopping
Flauschige Winterboots sorgen für garantiert warme Füße
bei BAUR
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • erdbeerlounge.de
  • kino.de
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018