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Europa-Vergleich: So viel kostet eine Stunde Arbeit

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So viel kostet eine Stunde Arbeit

12.04.2011, 14:32 Uhr | dpa-AFX, bv, dpa-AFX, t-online.de

Europa-Vergleich: So viel kostet eine Stunde Arbeit. Die Lohnnebenkosten liegen in Deutschland unter dem EU-Schnitt (Foto: imago) (Quelle: imago)

Die Lohnnebenkosten liegen in Deutschland unter dem EU-Schnitt (Foto: imago) (Quelle: imago)

Die Arbeitsstunde kostet in Deutschland deutlich weniger als in den Nachbarländern Frankreich oder Dänemark. 29,20 Euro bezahlten Arbeitgeber der Privatwirtschaft 2010 im Schnitt für eine geleistete Arbeitsstunde, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Das waren 32 Prozent mehr als im Durchschnitt der Europäischen Union, aber 12 Prozent weniger als im Nachbarland Frankreich. Bei den Lohnnebenkosten kommen Arbeitgeber aber besser weg als im EU-Durchschnitt.

Deutsche Arbeitskosten in Europa auf Platz sieben

Deutschland rangiert mit seinen Arbeitskosten insgesamt im europäischen Vergleich nach Dänemark, Belgien, Schweden, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden auf Rang sieben. Dänemark wies 2010 mit 37,60 Euro die höchsten, Bulgarien mit 3,10 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde auf. Die osteuropäischen Nachbarländer wie Polen (7,00 Euro) rangieren im unteren Drittel. Im hoch verschuldeten Irland kostete die Stunde Arbeit mit 27,60 Euro weniger als in Deutschland, aber deutlich mehr als im EU-Schnitt (22,10 Euro). In Frankreich lag die Arbeitsstunde bei 33,10 Euro.

Arbeitskosten in Europas Krisenstaaten kräftig gestiegen

In Europas krisengeplagten Schuldenländern Griechenland und Portugal ist Arbeit noch vergleichsweise günstig zu haben. In beiden Ländern haben Arbeitskosten und Bruttolöhne im vergangenen Jahrzehnt aber kräftig zugelegt - und den Abstand zu Deutschland deutlich verringert. Den Angaben zufolge kostet eine Stunde Arbeit 2010 in Portugal 12,00 Euro und in Griechenland 17,50 Euro. Nach den Berechnungen lagen die Arbeitskosten allerdings in Portugal Ende 2010 um 33,5 Prozent über dem Schnitt von 2000 und in Griechenland um 33,8 Prozent.

Moderate Tarifabschlüsse in Deutschland

In Deutschland wurde Arbeit im selben Zeitraum um vergleichsweise geringe 18,8 Prozent teurer. Moderate Tarifabschlüsse in den vergangenen Jahren hatten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen auf dem Weltmarkt und damit die Exportstärke gefördert - und die industrieschwachen Länder in Südeuropa geschwächt: Als Euroländer konnten sie die lohngetriebene Verteuerung ihrer Waren am Weltmarkt nicht mehr über Abwertungen ihrer Währung abfedern.

Beim Anteil der Lohnnebenkosten (ohne Arbeitnehmeranteil) an den Bruttolöhnen liegt Deutschland mit 28 Prozent im EU-Mittelfeld. Im EU-Schnitt zahlen Arbeitgeber auf 100 Euro Bruttolohn und -gehalt 31 Euro Lohnnebenkosten. In absoluten Zahlen liege das deutsche Niveau wegen der hohen Bruttolöhne verglichen mit anderen europäischen Ländern allerdings deutlich höher, sagte ein Statistiker.

Lohnnebenkosten in Schweden am höchsten

Am höchsten sind die anteiligen Lohnnebenkosten demnach in Schweden mit 51 Euro auf 100 Euro Lohn gefolgt von Frankreich (49 Euro). Am wenigsten Sozialabgaben und Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung müssen die Arbeitgeber mit 10 Euro in Malta abführen, in Irland sind es 18 Euro.

Dass die OECD die hohen Sozialabgaben in Deutschland als Wachstumsbremsen kritisiert hat, steht nicht im Widerspruch zu den Zahlen des Statistikamtes: "Unsere Zahlen beziehen sich nur auf den Arbeitgeberanteil. Rechnet man den Arbeitnehmeranteil an den Sozialversicherungen sowie die Lohnsteuer hinzu, liegt Deutschland EU-weit in der Spitzengruppe", erklärte ein Statistiker.

Besonders die Industrie muss sich im internationalen Wettbewerb behaupten. In diesem Sektor kostete eine Stunde Arbeit im vergangenen Jahr in Deutschland durchschnittlich 33,10 Euro und damit 47 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt, aber immer noch 3 Prozent weniger als in Frankreich. Industrielle Schlüsselbranchen wie der Maschinenbau betonen immer wieder, dass sie den Konkurrenten aus Asien im Preis nicht Paroli bieten können, und deshalb über die Qualität punkten müssen.

Höchste Arbeitskosten in der Energiebranche

Die Branchen mit den höchsten Arbeitskosten in Deutschland waren 2010 die Energieversorgung (44,50 Euro) sowie Banken und Versicherungen (43,70 Euro). Die niedrigsten Arbeitskosten hatten Arbeitgeber im Gastgewerbe mit 14,30 Euro.

Mitgliedstaaten der Europäischen Union

Auf 100 Euro Bruttolohn und -gehalt entfielen 2010 … Euro Lohnnebenkosten

Europäische Union (EU 27)

31 Euro

Schweden

51 Euro

Frankreich

49 Euro

Belgien*

48 Euro

Litauen

41 Euro

Italien*

41 Euro

Tschechische Republik

38 Euro

Estland

37 Euro

Österreich

37 Euro

Spanien

37 Euro

Slowakei

35 Euro

Ungarn

34 Euro

Rumänien

32 Euro

Griechenland

30 Euro

Niederlande

29 Euro

Deutschland

28 Euro

Finnland

27 Euro

Lettland

27 Euro

Portugal

25 Euro

Zypern

21 Euro

Polen

21 Euro

Bulgarien

19 Euro

Irland

18 Euro

Slowenien

18 Euro

Vereinigtes Königreich

16 Euro

Luxemburg

16 Euro

Dänemark

11 Euro

Malta

10 Euro

* Werte von 2009 - Quelle: Berechnungen von Destatis auf Basis von Eurostat, Online-Datenbank vom 24.03.2011

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