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Tarifrunde 2012: Schluss mit Lohnzurückhaltung

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Tarifrunde 2012: Schluss mit Lohnzurückhaltung

08.05.2012, 15:10 Uhr | dapd, dapd

Tarifrunde 2012: Schluss mit Lohnzurückhaltung. 2012 erhalten Millionen Beschäftigte mehr Gehalt (Quelle: imago)

2012 erhalten Millionen Beschäftigte mehr Gehalt (Quelle: imago)

Jahrelang hielten sich die Gewerkschaften bei den Tarifverhandlungen zurück. Doch nun winken vielen Beschäftigten deutliche Lohnsteigerungen. Der Abstand zu den kriselnden EU-Partnern schwindet. Der Bundesfinanzminister findet das gut. Ökonomen melden Bedenken an.

Der Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes bildete mit Lohnsteigerungen von 6,3 Prozent verteilt auf zwei Jahre den Auftakt für den Super-Tarif-Frühling 2012. Die Metaller gehen mit Rückenwind in die heiße Phase der Verhandlungen, ebenso die Chemie-Gewerkschafter, die sechs Prozent fordern. Jeder Abschluss von mehr als sechs Prozent ist ein Symbol: Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei.

Reallöhne sanken zuletzt

Das ist definitiv mehr als in den langen Jahren der Lohnzurückhaltung, die bedingt durch die wirtschaftliche Schwäche nach der Jahrtausendwende und dann durch die Wirtschaftskrise ab 2008 die Reallöhne sinken ließ. Von den europäischen Partnern muss sich Deutschland deshalb anhören, dass die heimische Industrie zu produktiv, zu wettbewerbsfähig sei.

Schäuble für höhere Löhne

Die Forderung: Die deutschen Arbeitnehmer sollen einen kräftigen Schluck aus der Pulle bekommen und so den Unterschied zu Frankreich, Italien und den anderen großen Industrieländern verringern. Dann könnten die Deutschen auch mehr einkaufen, also die Binnenwirtschaft ankurbeln. Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mischte sich schon kaum verhohlen in die Tarifpolitik ein. "Es ist in Ordnung, wenn bei uns die Löhne aktuell stärker steigen als in allen anderen EU-Ländern", sagte er jüngst in einem Interview.

Höhere Produktionskosten

Es sieht also gut für Millionen von Beschäftigten aus. Doch Lohnerhöhungen haben immer auch eine nachteilige Wirkung, wie der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, erklärt. Wenn die Unternehmen mehr Geld an ihre Mitarbeiter zahlen müssen, erhöht das die Produktionskosten.

Opel-Standort zu teuer

Der Standort Deutschland ist abhängig vom Export und konkurriert in vielen Branchen direkt mit anderen Ländern. Das zeigt nicht zuletzt die Debatte um die Produktion des Opel Astra, der vielleicht bald nur noch in Polen und Großbritannien hergestellt wird, aber nicht mehr in Rüsselsheim.

Deutschland im Wettbewerb der Standorte zurückgefallen

Im Vergleich zu den europäischen Partnern steht die Bundesrepublik immer noch gut da und kann sich einen relativen Verlust von Wettbewerbsfähigkeit noch ein paar Jahre ohne allzu schmerzliche Folgen erlauben, wie Krämer erklärt. Dennoch hilft es der Europäischen Union in ihrer Gesamtheit nichts, wenn Deutschland zwar den Abstand zu den Partnern verringert, die Staatengemeinschaft damit aber insgesamt nach unten zieht.

Tarifabschlüsse und Wettbewerbsfähigkeit pendeln sich ein

Einen "Irrweg" nennt Krämer das. Im Wettbewerb der Standorte sei Deutschland zuletzt schon zurückgefallen. Wenn aber die deutschen Firmen schlechtere Geschäfte machen, hat das ganz zwangsläufig Folgen für die Löhne: Sie können dann nicht mehr so schnell steigen. Tarifabschlüsse und Wettbewerbsfähigkeit pendeln sich also ein.

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