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Wieder Streik am Flughafen Köln/Bonn

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Wieder Streik am Flughafen Köln/Bonn

08.03.2013, 09:13 Uhr | dpa

Im festgefahrenen Tarifstreit des privaten Sicherheitsgewerbes sind Fluggastkontrolleure zum siebten Mal in Nordrhein-Westfalen in den Ausstand getreten. Am Airport Köln/Bonn mussten Reisende am Freitag erneut Behinderungen bei Abflügen und Ankünften in Kauf nehmen. 150 Mitarbeiter traten dort seit den ersten Schichten um 4.00 Uhr in den Streik, wie Ver.di-Sprecher Özay Tarim mitteilte. Er kündigte an, dass die Zahl im Laufe des Tages auf etwa 220 Streikende steigen werde. Das seien - bis auf wenige Kräfte mit befristeten Verträgen - nahezu alle Beschäftigten.

Etliche Flüge ausgefallen

Als Konsequenz wurden wieder 70 Flüge gestrichen. Der Flughafen und die Airlines informierten auf ihren Internetseiten über Annullierungen. Betroffen waren etwa Verbindungen nach Berlin-Tegel und München. Allein Germanwings strich nach eigenen Angaben 26 abfliegende und ankommende Maschinen.

Viele Passagiere zeigten sich nervenstark oder blieben von vornherein fern. Trotz Streiks wurden vereinzelt Flüge abgefertigt. Eine Kontrollschleuse war mit Personal der Bundespolizei besetzt. Ver.di schloss zudem Beschäftigte mit befristeten Arbeitsverträgen von der Aufforderung zum Streik aus.

Mitarbeiter sind "stinksauer"

Seit Januar wurden der Düsseldorfer Flughafen dreimal und der Flughafen Köln/Bonn jetzt insgesamt viermal bestreikt. Die Streikbereitschaft sei ungebrochen, die Mitarbeiter "stinksauer", heißt es bei Ver.di. Inzwischen drückt die Gewerkschaft ihre Lohnforderungen nicht mehr in Prozent, sondern in Eurobeträgen aus.

"30 Prozent klingt für die meisten nach viel, aber in der untersten Lohngruppe sind das nur 2,50 Euro", erläuterte Özay Tarim. Für die Fluggastkontrolleure, die zur oberen Lohngruppe gehören, verlangt Ver.di ein Plus von 3,64 Euro. Die Arbeitgeber bieten nach Gewerkschaftsangaben für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe 40 Cent mehr an.

Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor herausholen

Die Gewerkschaft spricht davon, die insgesamt 34.000 Beschäftigten der Branche in NRW "aus dem Niedriglohnsektor" herausholen zu wollen. Die Arbeitgeber dagegen warfen der Gegenpartei im Lauf der Gespräche vor, mit falschen Zahlen zu operieren.

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