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Lufthansa und Ver.di einigen sich - mehr Geld für Beschäftigte

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Tarifstreit  

Lufthansa und Ver.di einigen sich - mehr Geld für Beschäftigte

01.05.2013, 15:20 Uhr | dpa, AFP

Lufthansa und Ver.di einigen sich - mehr Geld für Beschäftigte. Tarifeinigung: Lufthansa-Mitarbeiter bekommen mehr Geld (Quelle: dpa)

Tarifeinigung: Lufthansa-Mitarbeiter bekommen mehr Geld (Quelle: dpa)

Rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigte bekommen mehr Gehalt. Die Gewerkschaft Ver.di und die Lufthansa einigten sich am Tag der Arbeit nach einem Verhandlungsmarathon. Für sichere Jobs hatte die Gewerkschaft auf ein höheres Lohnplus verzichtet.

Passagiere der Lufthansa müssen für die kommenden zwei Jahre keine Streiks des Bodenpersonals mehr fürchten. Europas größte Fluggesellschaft einigte sich am Mittwoch mit der Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifvertrag, der für die Beschäftigten gestufte Entgelt-Erhöhungen und vor allem Kündigungsschutz bringt.

Zwischen 3,0 und 4,7 Prozent mehr Gehalt

Die zweistufigen Steigerungen über eine Laufzeit von 26 Monaten liegen zwischen 3,0 Prozent bei der Hauptgesellschaft Lufthansa AG und 4,7 Prozent bei den Töchtern Technik, Cargo und Systems, wie beide Seiten mitteilten. Die Auszubildenden bekommen sogar 5,2 Prozent mehr Geld. Beim Kerngeschäft des Flugbetriebs bei der Lufthansa AG macht das Unternehmen am wenigsten Gewinn, während die Töchter profitabler arbeiten.

Sechs Null-Monate als Sparbeitrag

Mindestens die Beschäftigten der Lufthansa AG müssen sich mit diesem Abschluss auf Reallohnverluste einstellen, da die Steigerungen unterhalb der erwarteten Jahresinflation von zwei Prozent liegen. Die sechs Null-Monate von Februar bis Juli 2013 verbuchte Lufthansa zudem als Beitrag der Belegschaft zum aktuellen Sparprogramm "Score", das im Konzern 2015 insgesamt zu einer Ergebnisverbesserung von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr führen soll. Ver.di hatte für ihre Mitglieder ursprünglich eine Entgelt-Steigerung von 5,2 Prozent auf zwölf Monate verlangt.

Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen

Für alle Beschäftigten der Lufthansa sei der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Dauer des Tarifvertrages vereinbart worden, berichteten die Tarifpartner. Für geplante Ausgründungen und die Beschäftigten an den dezentralen Stationen außerhalb Münchens und Frankfurt vereinbarten sie neue Tarifstrukturen, die noch bis Ende Oktober verhandelt werden sollen. Bei Überleitung in die neuen Gesellschaften sind die Beschäftigten bis Oktober 2020 vor Entlassungen geschützt.

Einigung unter Vorbehalt

Das nach einem dreitägigen Verhandlungsmarathon in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt erreichte Ergebnis steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Ver.di-Tarifkommission und einer Mitgliederbefragung bis zum 14. Mai 2013. Offen sind zudem die Tarifverhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), die von Lufthansa ultimativ bis zum 12. Mai ein Angebot verlangt hat. Über einen Zeitraum von zwei Jahren verlangen die Piloten rund zehn Prozent plus.

Warnstreiks zeigten Wirkung

Das Verhandlungsergebnis am Boden sei dem Widerstand der Beschäftigten und ihren eindrucksvollen Streiks zu verdanken, erklärte Ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle. Es seien Arbeitszeitverlängerungen und Kürzungen des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes abgewehrt worden. "Besonders positiv ist, dass wir für Tausende von Beschäftigten im Lufthansa-Konzern die Arbeitsplätze sichern und damit Planungssicherheit für die Lufthanseaten und ihre Familien schaffen konnten. Das war uns vor dem Hintergrund der umfangreichen Sparprogramme des Vorstands besonders wichtig", so Behle.

In der vergangenen Woche war wegen des ganztägigen Warnstreiks fast das gesamte Lufthansa-Flugprogramm von rund 1800 Flügen ausgefallen, rund 150.000 Passagiere kamen nicht an ihr Ziel.


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