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Gesetzlicher Mindestlohn: Klare Mehrheit der deutschen Manager ist dafür

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Mehrheit der Manager will gesetzlichen Mindestlohn

15.07.2013, 07:48 Uhr | AFP, t-online.de

Gesetzlicher Mindestlohn: Klare Mehrheit der deutschen Manager ist dafür. In rund zwei Jahren soll bei Friseuren eine Lohnuntergrenze von mindestens 8,50 Euro pro Stunde gelten (Quelle: dpa, Sebastian Kahnert)

In rund zwei Jahren soll bei Friseuren eine Lohnuntergrenze von mindestens 8,50 Euro pro Stunde gelten (Quelle: dpa, Sebastian Kahnert)

Eine klare Mehrheit in der deutschen Wirtschaft plädiert für einen gesetzlichen Mindestlohn. 57 Prozent der deutschen Manager sind für die Einführung einheitlicher Lohnuntergrenzen hierzulande. Das ist das Ergebnis einer vom "Handelsblatt" veröffentlichten Erhebung des Forsa-Instituts. Die Firmenlenker würden demnach den Mindest-Stundenverdienst sogar höher ansetzen als SPD und Grüne.

Zustimmung in mittleren Betrieben am höchsten

Für die Analyse befragt Forsa regelmäßig rund 700 Führungskräfte deutscher Unternehmen. Mit 60 Prozent war die Mindestlohn-Zustimmung aus mittelgroßen Unternehmen mit 500 bis 5000 Beschäftigten den Angaben zufolge am höchsten. Im Branchenvergleich plädierten im Dienstleistungssektor die meisten Manager (61 Prozent) für einen Mindestlohn. Die Befürworter hielten im Durchschnitt einen Mindestlohn von 8,88 Euro je Stunde für angemessen.

Hinter der überraschend breiten Zustimmung stehe die Erwartung, dass eine solche Untergrenze keine negativen Folgen für das eigene Unternehmen haben würde, schreibt die Zeitung. Nur sieben Prozent der Befragten sagten für den Fall einer Einführung einen Abbau von Arbeitsplätzen im eigenen Unternehmen voraus.

Unterschiedliche Einschätzung in den Regionen

Dabei zeigten sich allerdings regionale Unterschiede: Je zwölf Prozent der nord- und ostdeutschen Firmen erwarteten einen Stellenabbau wegen des Mindestlohns, aber nur sechs Prozent der Führungskräfte aus der Mitte und fünf Prozent aus dem Süden des Landes.

Kritiker gesetzlicher Lohnuntergrenzen wie der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph M. Schmidt, sehen die Situation hingegen deutlich dramatischer. Schmidt warnte bereits mehrfach eindringlich vor der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Das wäre ein "Spiel mit dem Feuer", schrieb der Experte in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". 8,50 Euro seien "entschieden zu hoch", betonte er.

Lohnuntergrenzen werden oft ignoriert

Das Ergebnis der Befragung überrascht darüber hinaus, weil in vielen Betrieben branchenbezogene Mindestlöhne nach wie vor unterlaufen werden. Das berichtete kürzlich die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) und berief sich dabei auf eine ihr vorliegende Bilanz der Bundesregierung für das Jahr 2012. Davon betroffen scheint vor allem das Baugewerbe zu sein.

Demnach wurde im vergangenen Jahr allein in der Bauwirtschaft in 1690 Fällen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil der Mindestlohn nicht bezahlt wurde. In der Gebäudereinigung wurden der "SZ" zufolge 248 Verfahren eröffnet, in der Pflegebranche, für die es erst seit 2010 eine Mindestlohnverordnung gibt, seien es 50 Fälle gewesen.

Wo Firmenlenker Wirtschaftskompetenz sehen

Bei der Frage, wer nach der Bundestagswahl im September wirtschaftliche Reformen umsetzen soll, sprach sich die Mehrheit der befragten Führungskräfte für die CDU/CSU aus. Für 53 Prozent der Manager hat die Union "besondere ökonomische Kompetenz", die FDP kam hier auf 18 Prozent. Nur zwei Prozent der Unternehmenschefs halten die SPD für wirtschaftlich kompetent, vier Prozent ist der Vergleichswert für die Grünen.

Für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro treten SPD und Grüne ein, die Linke fordert zehn Euro. Union und FDP lehnen eine einheitliche gesetzliche Regelung ab. Die CDU/CSU hat eine Lohnuntergrenze vorgeschlagen, die überall dort gelten soll, wo keine Tarifverträge existieren. Dieses Konzept befürworten grundsätzlich auch die Liberalen.

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