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Bahnstreik: GDL-Chef Weselsky deutet noch längeren Streik an

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GDL-Chef knallhart  

Weselsky deutet noch längeren Lokführer-Streik an

05.11.2014, 18:50 Uhr | SKO, dpa, AFP, t-online.de

Bahnstreik: GDL-Chef Weselsky deutet noch längeren Streik an. GDL-Chef Weselsky möchte zumindest nicht darüber nachdenken, bis Weihnachten zu streiken (Quelle: dpa)

GDL-Chef Weselsky möchte zumindest nicht darüber nachdenken, bis Weihnachten zu streiken (Quelle: dpa)

Aller Kritik an dem Rekordstreik zum Trotz hat der Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, angedeutet, dass der Ausstand womöglich noch länger dauern könnte als bislang angekündigt. Auch der GDL-Bezirksvorsitzende für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Frank Nachtigall, ließ keinen Zweifel daran, wie es weitergeht, wenn die Bahn nicht auf die Forderungen der Gewerkschaft eingeht: Es sei durchaus "im Bereich des Möglichen, dass die nächste Aktion für eine noch längere Zeit angesetzt wird", sagte er der "Berliner Zeitung".

Derweil verteidigte Weselsky den neuen Streik, der im Personenverkehr von Donnerstagfrüh um zwei Uhr bis Montagmorgen um vier Uhr dauern soll: Die DB zwinge die GDL dazu, sagte er dem Hessischen Rundfunk. Der letzte 60-Stunden-Streik habe das Management der Bahn nicht beeindruckt.

"Hoffentlich nicht bis Weihnachten"

Zwar gehe Weselsky davon aus, dass die Bahn nach dem neuesten Marathonstreik nachgibt. Gleichzeitig sagte er dem Hessischen Rundfunk aber: "Ich möchte nicht darüber nachdenken, bis Weihnachten zu streiken. Wir wissen, wie hart es ist, den Fahrgästen die Eisenbahn zu entziehen."

UMFRAGE
Was halten Sie von dem erneuten Streik der Lokführer?

Einen Vorschlag der Bahn, kurzfristig in ein Schlichtungsverfahren einzusteigen, hat die Gewerkschaft am Mittwochnachmittag kurz nach Beginn des Streiks im Güterverkehr abgelehnt. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine Schlichtung plädiert. "Es gibt auch die Möglichkeit der Schlichtung, wenn beide Partner zustimmen", sagte sie. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte die Lokführer-Gewerkschaft - und indirekt auch GDL-Chef Claus Weselsky - ungewöhnlich scharf kritisiert.

Bis zu 50 Euro pro Tag Streikgeld

Derweil wird eifrig darüber spekuliert, wie lange die GDL ihren Ausstand finanziell überhaupt durchhalten kann. Weil streikende Lokführer für ausgefallene Arbeitsstunden keinen Lohn erhalten, springt die Gewerkschaft mit Streikgeld aus einem aus Mitgliedsbeiträgen finanzierten Fonds ein.

So zahlt die GDL ihren streikenden Mitgliedern nach eigenen Angaben zehn Euro Streikgeld pro ausgefallener Arbeitsstunde. Maximal erhalten sie 50 Euro pro Tag. Nach Angaben der Bahn sollen beim letzten Ausstand der Lokführer etwa 4000 GDL-Mitglieder ihre Arbeit niedergelegt haben. Dies vorausgesetzt könnte ein Streiktag die Gewerkschaft somit bis zu 200.000 Euro kosten.

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Womöglich vier Millionen Euro in der Streikkasse

Unklar ist indes, wie gut gefüllt die Streikkasse der GDL ist. Wie alle Gewerkschaften gibt auch die GDL darüber alleine schon aus strategischen Gründen keinerlei Auskunft. Jedoch gilt die Lokführer-Gewerkschaft mit ihren knapp 34.000 Mitgliedern als eher wohlhabende Gewerkschaft.

Im Gespräch mit "tagesschau.de" sagte der Bahn-Experte des Hessischen Rundfunks, Carsten Jens, dass sich die Streikasse der GDL "laut unbestätigten Meldungen" auf rund vier Millionen Euro belaufen könnte. Das heißt, dass die Gewerkschaft bei Kosten von 200.000 Euro pro Tag finanzstark genug wäre, um einen 20-tägigen Ausstand durchzustehen. Allerdings gehen dem "Focus" zufolge andere Beobachter davon aus, dass die Streikkasse der GDL durchaus über zehn Millionen Euro schwer sein könnte. Weselskys Weihnachts-Ansage wäre demzufolge also noch nicht einmal unrealistisch.

Dass die Gewerkschaft zumindest nicht klamm ist, lässt das Statement einer GDL-Sprecherin anlässlich des Tarifkonflikts von 2011 erahnen: "Unsere Gewerkschaft ist fast 150 Jahre alt", sagte sie seinerzeit. "Gehen Sie mal ruhig davon aus, dass da über die Jahre gewisse Rücklagen zusammengekommen sind."

Empfindliche Einbußen für die Lokführer

Allen Spekulationen um die GDL-Finanzen zum Trotz ist unterm Strich auch vorstellbar, dass noch bevor die Streikkasse der Gewerkschaft aufgebraucht ist, die Lokführer die Motivation für einen länger andauerndem Ausstand verlieren. Denn angesichts von Löhnen, die sich laut Informationen von "tagesschau.de" je nach Berufserfahrung auf 2500 bis 3000 Euro monatlich belaufen, dürften sie den Arbeitskampf finanziell empfindlich zu spüren bekommen.

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