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Schuldenkrise in den USA: Pleiteängste belasten den Dollar

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Sorgen um US-Pleite belasten den Dollar

26.04.2011, 15:59 Uhr | t-online.de, dpa, t-online.de

Schuldenkrise in den USA: Pleiteängste belasten den Dollar. Gigantische US-Schulden belasten den Dollar-Kurs (Foto: imago) (Quelle: imago)

Gigantische US-Schulden belasten den Dollar-Kurs (Foto: imago) (Quelle: imago)

Nach der Schuldenkrise in Europa bangen immer mehr Anleger auch um die Zahlungsfähigkeit der USA. Erst vor kurzem zweifelte die Ratingagentur S&P an der Bonität der Amerikaner und drohte mit einer Herabstufung ihres Ratings. Der weltweit größte Anleihe-Investor Pimco flüchtete bereits aus US-Staatsanleihen - er befürchtet eine Haushaltskrise in den USA. Und auch der Dollar ist in den vergangenen Wochen unter die Räder geraten. Im Vergleich zum Schweizer Franken markierte der Greenback sogar ein Allzeittief. Experten sprechen hier dezidiert von einer Dollarschwäche. Angesichts der katastrophalen US-Haushaltslage ist die Skepsis der Anleger zu groß - mit fatalen Folgen.

Dollar ist eine Konfetti-Währung

Pimco und S&P befinden sich in bester Gesellschaft. So brachte der umtriebige Investor Marc Faber die Situation mit dem Ausspruch auf den Punkt, der Greenback sei für ihn eine Konfetti-Währung. Der Dollar sei schlicht nichts wert, US-Staatsanleihen sollten gemieden werden. Dem "Handelsblatt" sagte er bereits 2010: "Ich traue keiner Papierwährung." Er setzt stattdessen auf Gold, Aktien und Rohstoffe.

Auch der deutsche Vermögensverwalter Hendrik Leber sieht in den gigantischen US-Defiziten ein Problem. "Die USA sind nicht kreditwürdig. Das ist der Anfang vom Ende - auch der Beginn des Rückzugs internationaler Investoren aus den Treasuries", sagte der Acatis-Chef dem "Handelsblatt". Und die Kursentwicklung des Dollars scheint den Unkenrufen der Investmentprofis Recht zu geben. So stieg der Euro im Vergleich zum Dollar in den vergangenen Monaten um fast 20 Cent - trotz gigantischer Probleme in den Euro-Schuldenländern wie Griechenland, Irland und Portugal.

US-Gläubiger mahnen Sparkurs an

Jetzt mahnen große US-Pensionsfonds, die USA müssten von ihrem Schuldenberg herunter. Die Institute stecken mit vielen Milliarden an Kundengeldern in US-Staatsanleihen und sehen ihre Felle mit der zunehmenden US-Staatsverschuldung wegschwimmen. Auch die Chinesen machen Druck. China ist größter Gläubiger der USA und hält Treasuries für über eine Billion Dollar. Fällt der Dollar, ist auch ihr investiertes Geld weniger wert.

Und die Lage ist brenzlig: Die USA häufen allein im laufenden Haushaltsjahr bis zu 1,65 Billionen Dollar neue Schulden an, rund zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Gesamtverschuldung der USA beträgt derzeit mehr als 14,2 Billionen Dollar. Das ist an der Wirtschaftsleistung gemessen das dickste Minus in der Staatskasse der größten Volkswirtschaft seit fünf Jahrzehnten. Ein schlechteres Rating kann zu erheblich höheren Zinsen für US-Staatsanleihen führen. Dies könnte nach Expertenmeinung das ohnehin zaghafte Wirtschaftswachstum abwürgen und die Gefahr einer neuen Rezession heraufbeschwören.

USA müssen sparen

Es heißt also sparen für die USA. Doch die Politiker sind zerstritten. Erst vor Kurzem standen die USA vor der Zahlungsunfähigkeit, weil der Kongress keine Einigung über die Erhöhung der Schuldenobergrenze erzielen konnte. In letzter Minute wendete die Regierung Obama das Desaster ab. Aber offenbar ist die US-Administration augenblicklich nicht dazu in der Lage, substanzielle Erfolge bei der Sanierung der Staatsfinanzen zu verbuchen. Und das könnte den Dollar weiter unter Druck setzen - und die Preise für Rohstoffe und Edelmetalle weiter in die Höhe treiben. Denn die werden meist in Dollar gehandelt. Fällt dieser, steigt etwa Gold.

Dagegen versucht die Regierung Obama die Wogen zu glätten: "Wir hinken nicht hinterher, wir kommen bei der Bewältigung des fiskalen Problems voran," sagte Finanzminister Timothy Geithner vor kurzem. Präsident Barack Obama betonte, es gebe bereits grundsätzliche Einigkeit zwischen den politischen Lagern über einen Defizitabbau. Die Aussichten für einen Abbau des Haushaltsdefizits seien heute so gut wie lange nicht. Er will innerhalb der kommenden zwölf Jahre vier Billionen Dollar sparen. Doch wo gespart werden soll, darüber wird in den USA heftig gestritten - während die Schuldenuhr unaufhaltsam weiter tickt und der Dollar an Wert verliert.

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