Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse >

Skandal um IWF-Chef Strauss-Kahn belastet den Euro

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Wie der Strauss-Kahn-Skandal Europa belastet

19.05.2011, 12:29 Uhr | Özkan Canel Altintop, dpa, AFP, dapd, dapd, dpa, AFP

Skandal um IWF-Chef Strauss-Kahn belastet den Euro. Festnahme in New York: Skandal um IWF-Chef Strauss-Kahn schürt Unsicherheiten in der EU (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Festnahme in New York: Skandal um IWF-Chef Strauss-Kahn schürt Unsicherheiten in der EU (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Festnahme von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in New York kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Denn der Internationale Währungsfonds (IWF) spielt eine zentrale Rolle in der europäischen Schuldenkrise. Heute beraten die Finanzminister der Eurozone über weitere Finanzhilfen für die angeschlagenen Staaten. Im Mittelpunkt dabei steht neben Portugal vor allem Griechenland. Denn Experten warnen vor einer Pleite des ägäischen Landes, sollte die EU keine weiteren Milliarden bereitstellen. Die Verhaftung des wohl mächtigsten Bankers der Welt hat daher nicht nur in Griechenland Sorgen ausgelöst. Europaweit befürchten führende Politiker eine deutliche Schwächung des Fonds. Der IWF ist jeweils zu einem Drittel an den Rettungspaketen für Griechenland, Portugal und Irland beteiligt. Der Euro hat derweil zum US-Dollar deutlich nachgegeben. Der Kurs sank am frühen Morgen auf ein Tagestief bei 1,4046 Dollar.

Der IWF-Chef gilt grundsätzlich als Befürworter der Hilfen für die finanzschwachen Euro-Länder. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) befürchtet indes trotz der Turbulenzen keine Verzögerungen bei den Verhandlungen über Euro-Rettungspakete. "Die Lösung der Probleme ist dadurch nicht belastet", sagte Schäuble in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Der IWF ist voll arbeitsfähig."

EU warnt vor Panikmache nach Strauss-Kahn-Festnahme

Auch die EU warnte vor Panikmache. "Die Kontinuität beim Internationalen Währungsfonds ist gesichert, daran gibt es keinen Zweifel", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Die Ereignisse in New York wirken sich laut Sprecher nicht auf die laufenden Hilfsprogramme in Irland und Griechenland und die geplante Entscheidung zu Portugal aus. "Der IWF ist eine starke Institution", so der Sprecher.

Newsletter
Wichtiges zu privater Vorsorge
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Trittin fordert europäischen Währungsfonds

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin dagegen sieht den IWF wegen der Festnahme beeinträchtig. "Wenn der Chef nicht da ist, dann ist die Handlungsfähigkeit, die wir jetzt brauchen (...), extrem gefährdet", sagte Trittin im "ZDF-Morgenmagazin". Zudem forderte er einen eigenen europäischen Stabilisierungsmechanismus. "Wir brauchen im Prinzip einen europäischen Währungsfonds".

Recht gibt ihm ein Bericht der Tageszeitung "Die Welt". So stehen offenbar einflussreiche Fraktionen innerhalb des IWF weiteren Rettungsmaßnahmen für Griechenland äußerst skeptisch gegenüber. Innerhalb des IWF tobe in dieser Frage "ein Machtkampf", schrieb die Zeitung unter Berufung auf mehrere hohe EU-Diplomaten. Nach Informationen der Zeitung werden IWF und Europäische Union zwar weitere Milliardenkredite bereitstellen. Dabei soll die Prüfkommission allerdings "gravierende Mängel" bei den Sparbemühungen der Griechen festgestellt haben.

Die konservative britische Zeitung "The Times" schreibt: "Die Festnahme von Herrn Strauss-Kahn (...) hat nicht nur den IWF in Tumult gestürzt, nicht nur Frankreichs politische Nachfolge, nicht nur Griechenlands finanzielle Lebensader - sondern auch das Schicksal mehrerer finanziell bedrängter Länder in Europa und anderswo in der Welt; Länder, in denen die Zukunft der Wirtschaft, des Arbeitsmarkts und der Existenzgrundlagen von Almosen des IWF abhängen."

"Griechenland hat einen Freund verloren"

Die Griechen machen sich derweil große Sorgen, der IWF könnte nun härter mit Athen umgehen. Die Geschichte blockiere Griechenland, schrieb die linksliberale Zeitung "Eleftherotypia" und zitierte einen hohen Funktionär des IWF, ohne seinen Namen zu nennen, mit der Aussage, "Griechenland hat einen Freund verloren".

Das "IWF-Gate" mache die Auszahlung der fünften Tranche des Hilfsprogramms für Athen in Höhe von 12 Milliarden Euro noch schwieriger, meinte das regierungsnahe Blatt "Ta Nea". Die Regierung erklärte, sie setze unabhängig der Ereignisse das Reform- und Sparprogramm fort. Strauss-Kahn gilt wegen seines sozialistischen politischen Hintergrunds als ein Mann, der sich gut mit den in Griechenland regierenden Sozialisten versteht.

Wer gewinnt den Machtkampf innerhalb des IWF?

Den Machtkampf innerhalb des IWF dürfte die "Europafraktion" unter dem bisherigen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn für sich entscheiden, hieß es weiter in dem Zeitungsbericht. Doch die Festnahme Strauss-Kahns erschüttert den Währungsfonds. "Noch muss geklärt werden, was wahr ist und was falsch" titelte die französische Zeitung "Le Figaro". Doch eines steht fest, Strauss-Kahn wird nicht nur schlechte Karten bei der nächsten Kandidatur zum Präsidenten in Frankreich haben. Auch als Schuldenkrisenmanager wird er an Einfluss verlieren.

"Washington Post": Vertreter Lipsky eine "lahme Ente"

An den Beratungen der Finanzminister der Euro-Gruppe an diesem Montag in Brüssel wird ein Stellvertreter des IWF-Chefs teilnehmen. Vermutlich John Lipsky. Er gilt allerdings als "lahme Ente" innerhalb des IWF. Lipsky ist schon über 70 Jahre alt und wollte eigentlich in Pension gehen, berichtet die "Washington Post". Es gäbe keinen in der IWF, der in Sachen europäische Schuldenkrise kompetenter sei als Strauss-Kahn, so die Zeitung weiter.

Für Sonntag war ein Treffen des IWF-Chefs mit Bundekanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant. Die Beratungen in Berlin wurden abgesagt; es gab auch keine Gespräche mit Vertretern. Finanzminister Schäuble muss sich wohl vorerst einen neuen Gesprächspartner suchen. Vielleicht erweist sich Nemat Shafik als geeignet. Sie ist für die Arbeit des IWF in verschiedenen europäischen Ländern zuständig.



Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachrichten
Strauss-Kahn stimmt Untersuchung zu

USA: IWF-Chef wird sexuelle Nötigung vorgeworfen. zum Video

Video des Tages

Shopping
Shopping
Highspeed-Surfen + digital fern- sehen und 120,- € TV-Bonus
bei der Telekom bestellen
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017