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Ratingagentur Standard & Poors droht Griechenland mit Bankrott-Einstufung

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Rating-Riese droht Griechenland mit Bankrott-Einstufung

04.07.2011, 13:03 Uhr | dpa-AFX, dpa-AFX, t-online.de

Ratingagentur Standard & Poors droht Griechenland mit Bankrott-Einstufung. Harte Zeiten für Griechenland, neue Massenproteste drohen (Quelle: Reuters)

Harte Zeiten für Griechenland, neue Massenproteste drohen (Quelle: Reuters)

Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat vor einem teilweisen Kreditausfall ("Selective Default") bei den bisher diskutierten Möglichkeiten einer Beteiligung privater Gläubiger an der Griechenlandhilfe gewarnt. "Nach unserer Ansicht führt jede der beiden Finanzierungsoptionen, die im Vorschlag der Federation Bancaire Francaise (FBF) beschrieben sind, nach unseren Kriterien wahrscheinlich zu einem Zahlungsausfall", heißt es in der Mitteilung von S&P.

S&P bezieht sich auf das sogenannte "Pariser Modell", das von französischen Banken entwickelt wurde. Banken und Versicherer wollen demnach bis 2014 fällige Gelder aus griechischen Anleihen wieder reinvestieren. Diesem Modell wollen sich im Grundsatz auch deutsche Banken anschließen. Laut Standard & Poor's sind die Details jedoch noch offen. Als Kreditausfall "D" würden die 2011 auslaufenden und dann zur Verlängerung anstehenden Anleihen bewertet.

Einheitliche Note für alle Griechenland-Anleihen

Nach der Erneuerung der Anleihen würde die Papiere wahrscheinlich nach kurzer Zeit ein neues Rating erhalten, welches den griechischen Kreditrisiken entspreche, schreibt die Rating-Agentur. Dann würden alle griechische Anleihen wieder eine einheitliche Note erhalten. Der entscheidende Belastungsfaktor für die Kreditwürdigkeit sei jedoch die Frage, ob Griechenland tatsächlich in der Lage sei, dass mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgelegte Programm umzusetzen. Am 13. Juni hatte S&P die Kreditwürdigkeit für Griechenland von "B" auf "CCC" reduziert.

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Die Politiker in der Eurozone sind nach Einschätzung der Commerzbank noch nicht mit den Rating-Agenturen einig, wie bei einer Beteiligung privater Gläubiger ein Zahlungsausfall vermieden werden kann. Dies sei offenbar der Grund dafür, dass die Finanzminister der Eurozone die Entscheidung über ein neues mehrjähriges Kreditpaket am Wochenende verschoben hätten, schreibt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer in einem am Montag veröffentlichten Kommentar.

Warten auf den Segen der Rating-Agenturen

"Offenbar spielt auch eine Rolle, dass die Finanzminister noch nicht den Segen der Rating-Agenturen haben." Krämer verweist damit auch auf die Aussagen von S&P. Am Wochenende wurde lediglich eine neue Kredittranche in Höhe von 12 Milliarden Euro freigegeben. Die Finanzminister der Eurozone begründeten die Verschiebung der Entscheidung über das neue Kreditpaket mit der noch nicht erfolgten Einigung mit den privaten Geldgebern.

Der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, kritisiert die Aussagen der Rating-Agentur: "Es stellt sich die Frage, warum die freiwillige, aber eindeutig eng mit den Banken koordinierte Hilfe der G20-Staaten und insbesondere der USA im Rahmen der Finanzkrise dann nicht als 'Selective Default' der von den Hilfsmaßnahmen begünstigten Banken bewertet wurde." Es werde mit "seltsam unterschiedlichen Maßen" agiert. "Der politische Beigeschmack ist erheblich", kritisiert Hellmeyer. Die Entscheidung der Agenturen hat besondere Bedeutung, da die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Note "D" bewertete Anleihen nach ihren eigenen Statuten nicht mehr als Sicherheiten akzeptieren darf.

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