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Irland will 2012 an den Kapitalmarkt zurück

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Irland-Krise  

Irland ist wieder im Aufwind

08.10.2011, 11:13 Uhr | dpa, mash, mash, dpa, t-online.de

Irland will 2012 an den Kapitalmarkt zurück. Irland ist auf einem guten Weg, sagt Premierminister Enda Kenny

Irland ist auf einem guten Weg, sagt Premierminister Enda Kenny

Irland sendet ein Signal der Hoffnung an die krisengebeutelte Eurozone und den Rest der Welt: Der Inselstaat will als erster der notleidenden Euro-Staaten von internationaler Hilfe unabhängig werden. Schon im kommenden Jahr will der irische Premierminister Enda Kenny raus aus dem Rettungsschirm und testen, ob die Märkte wieder irische Staatsanleihen akzeptieren. Die Chancen stehen nicht schlecht - etliche Wirtschaftsdaten sprechen für sich.

Irische Staatsanleihen auf dem freien Markt

Die Regierung wolle bereits 2012 testweise wieder Staatsanleihen auf den Markt zu geben, sagte der irische Premierminister Enda Kenny in Dublin in einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg. Das hoch verschuldete Land plane, so schnell wie möglich wieder frisches Geld an den Finanzmärkten zu besorgen.

Zweitgrößtes Wachstum aller EU-Länder

Irland sei "bestens positioniert", sagte Kenny später vor 300 Wirtschaftsvertretern mit irischen Wurzeln aus fast 40 Ländern der Welt. Unter allen Staaten der Eurozone, die derzeit unter einer hohen Verschuldung leiden, habe sich Irland beispielhaft entwickelt. Die Wirtschaft habe im zweiten Quartal das zweitgrößte Wachstum aller 27 EU-Länder gezeigt, sagte der Premierminister zum Auftakt der internationalen Wirtschaftskonferenz in Dublin.

Premier rechnet mit Hochstufung der Bonität

"Die Haushaltssituation hat sich stabilisiert", erklärte Kenny. Der Premierminister rechnet schon bald mit einer Hochstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagenturen. Die irische Wirtschaft wächst dank starker Exporte wieder, die Steuereinnahmen gingen in den ersten neun Monaten um 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nach oben. Der Schuldenberg bleibt mit über 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aber enorm.

Haushaltsdisziplin sorgt für positiven Ausblick

Irland plane im kommenden Jahr weitere Einsparungen in einem Volumen von vier Milliarden Euro, um das Haushaltsdefizit weiter zu senken. In den vergangenen neun Monaten war laut Finanzministerium bereits eine Reduzierung des Defizits um drei Milliarden Euro gelungen.

Kenny rechnet damit, dass sein Land das vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU) gesetzte Defizit-Ziel von 10,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr unterschreiten wird. Im vergangenen Jahr standen noch 32 Prozent Neuverschuldung zu Buche - ein Rekord in der Eurozone.

Erstes Land unterm Rettungsschirm

Das Land hatte im vergangenen Jahr Hilfe von EU und IWF beantragt und musste als erstes Mitglied der Eurozone unter den Rettungsschirm schlüpfen. Irland war nach dem Platzen einer Immobilienblase und der folgenden Krise seines aufgeblähten Bankensektors in eine schwere Staatskrise geschlittert.

Die internationalen Institutionen garantierten Kredite in Höhe von 67,5 Milliarden Euro. Weitere 17,5 Milliarden Euro brachte Irland selbst auf. Hinzu kamen bilaterale Kredithilfen im kleineren Umfang, etwa aus dem Nachbarland Großbritannien. Die Zinslast für die Kredite, ursprünglich bei durchschnittlich rund 5,8 Prozent, konnte Kenny nach seiner Amtsübernahme im vergangenen März dank der irischen Haushaltsdisziplin in Verhandlungen deutlich nach unten korrigieren.

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