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Griechenland-Krise: Athen erhält offenbar nochmal 50 Milliarden

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Pleitegefahr  

Troika rechnet mit drittem Hilfspaket für Griechenland

04.03.2012, 10:13 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

Griechenland-Krise: Athen erhält offenbar nochmal 50 Milliarden. Griechenland kommt nicht aus der Krise heraus (Quelle: dapd)

Griechenland kommt nicht aus der Krise heraus (Quelle: dapd)

Die Milliarden aus dem zweiten Rettungspaket sind noch nicht mal in Griechenland angekommen, da halten die internationalen Kontrolleure bereits eine dritte Zahlung für nötig. Nach "Spiegel"-Informationen geht die sogenannte Troika davon aus, dass weitere 50 Milliarden Euro nötig werden könnten.

Offenbar noch einmal 50 Milliarden

Die Finanzkontrolleure von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds halten ein drittes Rettungspaket für Griechenland für erforderlich. Den Umfang beziffern sie nach "Spiegel"-Informationen auf bis zu 50 Milliarden Euro.

Es sei nicht garantiert, dass sich das Land wie geplant schon 2015 wieder selbständig Kredite besorgen könne, hieß es in einem Entwurf des jüngsten Troika-Berichts zur Lage in Griechenland. Deshalb habe das Land 2015 bis 2020 möglicherweise einen "externen Finanzbedarf von bis zu 50 Milliarden Euro". Diese unerfreuliche Analyse gefiel offenbar einigen Politikern nicht: Die Passage wurde auch auf Druck der deutschen Regierung gestrichen.

Einigung mit privaten Geldgebern notwendig

Offiziell geht es erst einmal darum, dass Griechenland das zweite Hilfspaket der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds über 130 Milliarden Euro bekommt. Der Bundestag hat dem Rettungspaket bereits zugestimmt. Bevor das Geld ausgezahlt wird, muss sich die Regierung in Athen aber zunächst mit den privaten Gläubigern auf deren Forderungsverzicht einigen. Dazu sollen sie ihre griechischen Staatsanleihen gegen neue Schuldpapiere eintauschen. Dieser Schuldenschnitt gilt als einer der wichtigsten Punkte im Rettungsplan für Griechenland.

Die Europäische Zentralbank sieht hier aber Probleme. Die Notenbank geht nach "Spiegel"-Informationen offenbar davon aus, dass sich zu wenige private Gläubiger freiwillig am Schuldenerlass für Griechenland beteiligen. "Wahrscheinlich müssen die rückwirkenden Umschuldungsklauseln aktiviert werden", verlautete aus dem Umfeld der EZB.

Banken und Fonds sollen verzichten

Privatinvestoren wie Banken und Fonds sollen insgesamt auf 53,5 Prozent des Nominalwerts ihrer Forderungen verzichten. Das entspricht rund 107 Milliarden Euro. Sollten sich zu viele Anleger verweigern, fiele die geplante Entlastung zu niedrig aus - und die Euro-Staaten könnten ihre Hilfszahlungen an Griechenland stoppen.

Deshalb hat die Regierung in Athen bereits ein Gesetz beschlossen, mit dem unwillige Gläubiger gezwungen werden können, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen.

Für die Rating-Agentur Standard & Poor's war dies mit ein Grund dafür, die Bewertung Griechenlands auf "teilweisen Zahlungsausfall" zu senken. Die Notenskala von S&P sieht nur noch eine niedrigere Bewertung vor, das wäre dann "kompletter Zahlungsausfall".

Die Agentur Moody's sieht Griechenland am Beginn eines Zahlungsausfalls und hat die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten südeuropäischen Landes bereits auf die niedrigste Note ihrer Skala gesenkt.

Kredit-Versicherungen greifen nicht

Immerhin eine gute Nachricht gab es für die Euro-Retter zuletzt: Der Derivateverband Isda hat entschieden, dass private Gläubiger im Falle eines Schuldenschnitts vorerst keinen Anspruch auf Kreditausfallversicherungen haben. Das könnte in die Verhandlungen über den Forderungsverzicht Bewegung bringen.

Denn Isda nimmt Spekulanten den Wind aus den Segeln, die darauf gesetzt haben, die Einigung scheitern zu lassen und damit eine Staatspleite Griechenlands hervorzurufen. Dann könnten sie ihre Kreditausfallversicherungen in Anspruch nehmen und bekämen hundert Prozent des Nennwerts zurück.

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