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So können sich Anleger vor der Euro-Krise schützen

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Wie Sie sich vor der Euro-Krise schützen können

29.08.2012, 10:16 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

So können sich Anleger vor der Euro-Krise schützen. Anleger sollten nicht alle Eier in ein Nest legen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Anleger sollten nicht alle Eier in ein Nest legen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gold? Schweizer Franken? Oder besser Aktien? Viele Verbraucher fragen sich, wie sie ihre Ersparnisse vor einem Zusammenbruch der Währungsunion in Sicherheit können. Hier sind Antworten auf die drängendsten Fragen.

Anleger suchen wegen Euro-Krise Sicherheit

Die Deutschen sind auf der Flucht - mitsamt ihren Euros. Die Angst vor einer Zuspitzung der Währungs- und Schuldenkrise treibt momentan viele Bundesbürger in vermeintlich sichere Häfen. Doch welcher Hafen ist noch sicher? Soll ich Gold kaufen? Oder eine Immobilie? Was ist mit meiner Lebensversicherung? Oder ist es klug, meine Euros in eine andere Währung umzutauschen?

Selbst Anlageexperten sind sich derzeit nicht einig über den besten Fluchtweg. Einige Fachleute malen ein düsteres Szenario, fürchten das Ende des Euro und eine nahende Rezession. Andere warnen vor Inflation, weil die Eurozone ihr Schuldenproblem mit der Notenpresse lösen könnte. Zwei gegenteilige Extremszenarien, die ganz unterschiedliche Anlageempfehlungen nach sich ziehen.

Seriöse Berater lassen sich in dieser unübersichtlichen Situation daran erkennen, dass sie an ein simples Anlageprinzip erinnern: "Bloß nicht alle Eier in einen Korb legen", warnt Philipp Vorndran, Anlagestratege der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Was das genau heißt, beantwortet "Spiegel Online" in dieser Übersicht.

Niedrigzins belastet Kapitallebensversicherungen

Die Zinsen in Deutschland sind derzeit so niedrig wie noch nie. Wer eine Kapitallebensversicherung besitzt, muss befürchten, dass die einst versprochene Rendite von vier, fünf oder sogar sechs Prozent deutlich niedriger ausfallen wird. Denn die sicheren Anlageprodukte, in die Versicherungskonzerne das Geld ihrer Kunden investieren, werfen nur noch wenig ab.

So bringen zehnjährige deutsche Staatsanleihen, die Versicherungen in den vergangenen Jahrzehnten nur allzu gerne gekauft haben, derzeit weniger als 1,5 Prozent Rendite. Wer heute eine neue Versicherungspolice abschließt, bekommt deswegen auch nur noch 1,75 Prozent Rendite garantiert. Auch die Überschussbeteiligungen sinken. Matthias Jacob, Vermögensmanager von Langfeld & Friends in Hamburg: "Kapitallebensversicherungen sind Investments in reine Geldwerte wie Schuldverschreibungen des Bundes. Ob diese die Kaufkraft dauerhaft erhalten, bezweifle ich."

Wer als Versicherter mit Renditen unter zwei Prozent nicht zufrieden ist und nicht an das Überleben des Euro glaubt, sollte zumindest keine neuen Kapitallebensversicherungen abschließen. Wer aber über eine Kündigung oder einen Verkauf seiner bereits bestehenden Police nachdenkt, muss aufpassen: Der Rückkaufwert ist meist deutlich geringer als die eingezahlten Beiträge. Je jünger der Vertrag, desto weniger Geld erhält man zurück. Das lohnt sich nur selten.

Auch Staatsanleihen in der Zinsfalle

Viele Verbraucher, die Sicherheit über alles stellen, besitzen festverzinsliche Staatspapiere mit guter Bonität. Da deren Rendite niedriger ausfällt als die Inflationsrate von derzeit knapp zwei Prozent, garantiert diese Anlageform vor allem eines: den Verlust der Kaufkraft. Stephan Buchwald vom Hamburger Vermögensverwalter Kontora: "Wir erleben bereits seit längerem eine schleichende Enteignung der Anleger. Durch staatliche Eingriffe werden weltweit die Zinsen insbesondere für Staatsanleihen künstlich niedrig gehaltenen."

Damit könne sich die Politik ohne Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen Luft verschaffen - "allerdings zu Lasten der Sparer". Zudem ist fraglich, wie sicher Staatsanleihen langfristig wirklich sind - schließlich genossen auch Anleihen von heutigen Problemstaaten wie Spanien bis zur Finanzkrise einen erstklassigen Ruf.

Gold wirft keine Rendite ab

Als das klassische Krisen-Investment gilt Gold - die älteste Währung der Menschheitsgeschichte. Seit die Notenbanken die Geldmenge ausweiten und die Zinsen niedrig sind, steigt der Goldpreis. Zum Anstieg trug auch die wachsende Goldnachfrage durch China bei. Tatsächlich ist Gold ein solider Schutz in Krisenzeiten. Wer also glaubt, dass sich die Euro-Krise noch verschärft, kann einen kleinen Teil seines Vermögens spekulativ in Gold investieren, wer optimistischer gestimmt ist, nicht.

Denn es gilt auch: Gold wirft nur eine Rendite ab, wenn der Preis steigt. Es gibt weder regelmäßige Zinszahlungen noch eine Dividende wie bei den meisten Aktien. Ob der Goldpreis aber noch weiter klettert, weiß niemand. Einige Vermögensverwalter haben ihre Goldpositionen deshalb bereits zurückgefahren.

Immobilien schon stark verteuert

Zwei Drittel aller Deutschen sehen Immobilien als sicherste Anlage. Die Folge: Die Nachfrage ist in den vergangenen zwei Jahren enorm gestiegen, und wo das Angebot begrenzt ist wie in den Eins-A-Lagen in München, Hamburg oder Frankfurt, sind die Preise um bis zu 40 Prozent explodiert. Quadratmeterpreise zwischen 7000 und 9000 Euro sind dort "normal", für Spitzenobjekte werden auch 13.000 oder 15.000 Euro erzielt. Die Mieten steigen in diesen Lagen allerdings nicht annähernd so stark wie die Kaufpreise. Wer derzeit eine Immobilie kaufen und damit eine auskömmliche Mietrendite erzielen will, sollte sich deshalb lieber in wirtschaftsstarken B-Zentren wie Hannover oder Heidelberg umsehen.

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Die Gefahr einer Immobilienblase sehen die meisten Experten in Deutschland noch nicht. Doch Vorsicht: Kommt eine Rezession, folgt nicht selten der Verlust des Arbeitsplatzes. Trifft das einen Haus- und Wohnungsbesitzer, der einen Großteil des Kaufpreises fremdfinanziert hat, wird es schwer die Raten aufzubringen. Gleichzeitig dürften die Preise für Immobilien in einer Rezession sinken.

Auch steigende Zinsen sind eine Gefahr. Wer heute ein Hypothekendarlehen für 2,7 Prozent bekommt, muss bei einer Anschlussfinanzierung in fünf oder zehn Jahren vielleicht die doppelte Belastung verkraften. Die meisten Experten raten deshalb, bei neuen Hypothekenkrediten eine möglichst langfristige Zinsbindung zu vereinbaren.

Bei Aktien bieten sich Blue Chips an

Philipp Vorndran von Flossbach & von Storch empfiehlt "qualitativ hochwertige Sachwerte" und favorisiert dabei "erstklassige, global operierende Qualitätsaktien". Auch Daniel Fechtelpeter, Leiter Zentrales Anlagemanagement im Bankhaus Lampe in Düsseldorf, hält deutsche Standardwerte auch bei einem DAX-Stand von über 7000 Punkten immer noch für attraktiv, "weil die Unternehmen in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht haben und sowohl im historischen als auch internationalen Vergleich unterbewertet sind".

Das Potenzial nach oben sei bei Blue Chips größer als bei Immobilien oder Gold. Aktien bieten zudem auch einen guten Schutz vor Inflation. In einer Rezession allerdings dürften die Kurse deutlich sinken.

Fremdwährungen als Schutz gegen schwachen Euro

Einen Schutz gegen das unbestimmte Schicksal des Euro stellen ausländische Währungen dar. In den Portfolios, die das Bankhaus Lampe betreut, beträgt der Anteil fremder Währungen im Schnitt 35 Prozent. Daniel Fechtelpeter: "Wir wählen Währungen von Staaten, die einen geringen Verschuldungsgrad, moderate Haushaltsdefizite und attraktive Wachstumsraten aufweisen." Dazu gehören asiatische, lateinamerikanische und osteuropäische Schwellenländer. Die Rendite eines breit diversifizierten Währungsportfolios liegt im Schnitt immerhin rund zwei Prozent über der von deutschen Bundesanleihen.

Wer glaubt, dass die europäische Einheitswährung zerfällt, kann einen Teil seiner Euros also gegen Schweizer Franken, Australische Dollar oder Norwegische Kronen tauschen. Zwei Wertmutstropfen: Die Kurse dieser Währungen, insbesondere der des Franken, sind schon sehr hoch - und die Schweizer Notenbank will weitere Kursteigerungen mit aller Macht verhindern. Und: Verbraucher in Deutschland müssen ihre Verbindlichkeiten und Zahlungsverpflichtungen in Euro begleichen. Sollten die Fremdwährungen im Kurs fallen, kriegt der Anleger schnell ein Problem. Deswegen sollte man auf keinen Fall sein gesamtes Geld in andere Währungen investieren.

Womit wir wieder bei der Grundregel für die Geldanlage in Krisenzeiten wären: Bloß nicht alle Eier in einen Korb!

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