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Zypern: Banken öffnen - Schuldenkrise vor dem Showdown

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Zyperns Banken öffnen: Showdown im Krisenland

28.03.2013, 08:39 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Zypern: Banken öffnen - Schuldenkrise vor dem Showdown. Laster brachten in der Nacht EZB-Milliarden nach Nikosia (Quelle: dpa)

Laster brachten in der Nacht EZB-Milliarden nach Nikosia (Quelle: dpa)

High Noon in Zypern: Am Donnerstagmittag sollen die Banken des Inselstaats nach mehr als zehn Tagen Schließung wieder ihre Schalter öffnen. Ab 12 Uhr Ortszeit (11 Uhr in Deutschland) können die Kunden Geld vom Konto abheben - allerdings mit gravierenden Einschränkungen. In einer Nacht- und Nebelaktion ließ die Europäische Zentralbank (EZB) dafür Geld nach Nikosia bringen. Derweil hat die Rating-Agentur Moody's ihr Rating für das Land gesenkt - das Risiko eines Euro-Austritts sei hoch.

"Jeder wird bekommen, was ihm zusteht"

Die Sicherheitskräfte seien vor der Öffnung der Banken in Bereitschaft, auch um kriminelle Überfalle zu verhindern, sagte der zyprische Polizeisprecher Andreas Angelides. "Wir haben alle nötigen Maßnahmen getroffen, damit die Leute geschützt werden. Wir fordern alle Leute auf, auch selbst aufmerksamer zu sein, wenn sie die Bank verlassen", sagte Angelides. Ein Sprecher der Genossenschaftsbanken rief die Menschen am Abend zur Ruhe auf: "Ich sage den Leuten: Keine Panik, keine Panik. Jeder wird das bekommen, was ihm zusteht."

Polizeistreifen fahren von Bank zu Bank

Wenige Stunden vor der Öffnung der Banken auf Zypern hat am Donnerstagmorgen in der Hauptstadt Nikosia gespannte Ruhe geherrscht. Polizeistreifen zeigten in der Innenstadt Präsenz und fuhren von Bank zu Bank. Immer mehr Menschen versammeln sich, um auf die Öffnung zu warten, berichteten Korrespondenten.

EZB schickt Bargeld

Um den erwarteten Ansturm bewältigen zu können, ist die zyprische Zentralbank am Mittwochabend mit fünf Milliarden Euro Bargeld ausgestattet worden. Das Geld sei am Abend in einem schwer bewachten Konvoi vom Flughafen Larnaka aus zur Zentralbank in Nikosia gefahren worden, berichtete die griechische Tageszeitung "Kathimerini". Das von der EZB bereitgestellte Bargeld werde an die Bankfilialen auf Zypern verteilt. Die Lieferung sei von Hubschraubereinheiten in der Luft gesichert worden.

Moody's: Gefahr eines Austritts aus dem Euro

Wegen der Gefahr eines Austritts aus der Eurozone hat die Ratingagentur Moody's derweil das Währungsrating des Landes drastisch gesenkt. Das "Country Ceiling" werde von der Bestnote "AAA" auf "Caa2" reduziert, teilte die Agentur mit. Im Normalfall haben alle Länder der Eurozone als Währungsrating ein "AAA". "Caa2" ist hingegen eine der schlechtesten Noten bei Moody's. Das klassische Länderrating, dass sich auf die Bonität des Landes bezieht, ist von dem Schritt nicht betroffen und liegt weiter bei "Caa3" mit einem negativem Ausblick.

Das Risiko eines Austritts von Zypern aus der Währungsunion sei hoch, begründete Moody's den Schritt. Der Austritt sei aber nicht das Hauptszenario für Moody's. Die Folgen der Umstrukturierungen der beiden großen Banken und die beschlossenen Kapitalverkehrskontrollen könnten jedoch die Gefahr eines Austritts erhöhen. In diesem Fall würden weitere Herabstufungen durch Moody's drohen.

Bei einem Austritt von Zypern aus der Eurozone und der Einführung einer neuen Währung würden alle zyprischen Wertpapiere an Wert verlieren. Dies dürfte zudem zu weiteren Verwerfungen im Bankensektor und in der Realwirtschaft führen.

Wie realistisch eine Eurozone ohne Zypern zeitweilig war, verriet Außenminister Ioannis Kasoulidis in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Das war eine Möglichkeit, die wir zeitweilig ernsthaft in Betracht ziehen mussten". Es war das erste Mal, dass ein Minister eines Mitglieds der Eurozone zugab, sein Staat habe selbst einen Rückzug aus der gemeinsamen Währung erwogen.

Außenminister erkennt keine "europäische Solidarität"

Kasoulidis kritisierte in dem Interview die Eurozone zudem wegen der Bedingungen für das Hilfspaket. "Um es ganz offen zu sagen: Wir haben dieses Vorgehen nicht als europäische Solidarität empfunden", sagte er und verwies auf den zyprischen Eigenbeitrag in Milliardenhöhe zur Abwendung eines Staatsbankrotts.

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Zyperns Banken sind seit dem 16. März und damit seit elf Tagen geschlossen. Seitdem können sich die Menschen im griechischen Teil der Insel nur noch aus Geldautomaten mit Bargeld versorgen. Hintergrund war der Beschluss eines Rettungspakets, mit dem ein Zusammenbruch des Bankensystems und der Staatsfinanzen verhindert werden sollte.

Pro Person und Konto maximal 300 Euro

Auch nach der für heute geplanten Öffnung gibt es zunächst Einschränkungen: Pro Person und Konto sollen die Zyprer maximal 300 Euro pro Tag abheben dürfen - weniger als zunächst angenommen. Daueraufträge für die Zahlung von Löhnen über das Online-Bankingsystem werden wieder erlaubt. Damit sollen alle Angestellten ihre Gehälter erhalten.

Zudem sollen Einschränkungen des Zahlungsverkehrs den Abfluss von Kapital nach einer Öffnung der Banken verhindern. Der Beschluss der Zentralbank sieht Grenzen für Auslandsüberweisungen sowie Auflagen für Immobilienverkäufe und für die Abwicklung von Exportgeschäften vor. Wie lange die Beschränkungen gelten sollen, wurde nicht mitgeteilt.

Ins Ausland darf nur wenig mitgenommen werden

Im einzelnen sollen nun Auslandsüberweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland pro Person und Bank zunächst auf 5.000 Euro beschränkt werden. Für Beträge bis zu 200.000 Euro ist eine Genehmigung der Zentralbank notwendig. Zyprer sollen zudem pro Auslandsreise maximal 1000 Euro Bargeld mit sich führen dürfen. Festgeldanlagen dürfen nicht vorzeitig gekündigt werden. Dies soll verhindern, dass Kapital in großem Umfang aus Zypern abgezogen wird.

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