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DAK gewinnt trotz Zusatzbeitrag neue Kunden

14.03.2011, 08:51 Uhr | bv, t-online.de

DAK gewinnt trotz Zusatzbeitrag neue Kunden. DAK-Chef Rebscher: Neukunden mildern Aderlass (Foto: imago)

DAK-Chef Rebscher: Neukunden mildern Aderlass (Foto: imago) (Quelle: imago)

Die Einführung des Zusatzbeitrags hat der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) im letzten Jahr nicht nur herbe Mitgliederverluste beschert. Sie konnte auch eine große Zahl an Neukunden gewinnen, wie DAK-Chef Herbert Rebscher der "Berliner Zeitung" sagte. Damit wurde der Aderlass bei den Mitgliedern erheblich gemildert. Abgängen von mehr als 500.000 standen demnach 200.000 Neukunden gegenüber, sodass die Kasse unter dem Strich rund 330.000 Mitglieder verlor.

Die DAK müsse nun deshalb ihren Verwaltungsapparat abbauen, hieß es in der Zeitung. "Wir haben seit 2004 rund 3000 Stellen sozialverträglich abgebaut", sagte Rebscher. "Auch in diesem Jahr werden wir Personal abbauen." Möglich sei auch, dass die eine oder andere Geschäftsstelle geschlossen werde. Genaue Zahlen wollte der Kassenchef aber nicht nennen.

DAK treibt Zusatzbeiträge ein

Rebscher sagte, nach einem Defizit im vergangenen Jahr wolle man 2011 einen Überschuss von knapp 200 Millionen Euro erwirtschaften. In diesem Zusammenhang verteidigte er die Einleitung von Inkassoverfahren gegen 220.000 Mitglieder, die bisher die Zahlung des Zusatzbeitrags verweigert hatten. "Es wäre ein Skandal, wenn wir die ausstehenden Beiträge nicht reinholen würden", sagte Rebscher. "Da müssten sich die anderen Mitglieder ja betrogen fühlen."

Auf die säumigen Zahler kommen dabei offenbar erhebliche Zusatzkosten zu. "Die Verfahrenskosten gehen vollständig zu Lasten der säumigen Mitglieder", sagte Rebscher. Die Kasse könne für die Mitglieder, die mit ihren Zusatzbeiträgen länger als sechs Monate im Verzug seien, einen Betrag von mindestens 20 Euro in Rechnung stellen. "Auch die Hauptzollämter, die wir mit den Inkassoverfahren beauftragt haben, stellen ihren Aufwand den säumigen Mitgliedern in Rechnung." Die Medienberichte hätten jedoch dazu geführt, dass nun vermehrt ausstehende Zusatzbeiträge gezahlt würden.

Weiterer Mitgliederschwund befürchtet

Rebscher rechnet damit, dass das Eintreiben des Zusatzbeitrags zu einer weiteren Abwanderung von Mitgliedern führt. Der "Tageszeitung" (taz) hatte er dazu schon vor dem Wochenende gesagt: "Wenn jetzt weitere Kündigungen kommen, dann mag das sein. Aber ich habe keine Wahl: Ich brauche die Prämie."

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