Sie sind hier: Home > Finanzen > Versicherungen >

BKK Gesundheit und DAK fusionieren

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

DAK und BKK Gesundheit fusionieren zu neuer Riesenkasse

11.10.2011, 15:24 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

BKK Gesundheit und DAK fusionieren. Die DAK und die BKK Gesundheit fusionieren (Quelle: imago)

Die DAK und die BKK Gesundheit fusionieren (Quelle: imago)

In der gesetzliche Krankenversicherung gibt es eine Megafusion: Die DAK und die BKK Gesundheit schließen sich nach "Spiegel Online"-Informationen zur DAK-Gesundheit zusammen. Die neue Riesenkasse startet zum 1. Januar 2012, bei ihr werden rund 6,6 Millionen Menschen versichert sein.

Krankenkassen-Fusion in trockenen Tüchern

Im vergangenen Jahr haben sie es schon einmal versucht, doch der Juniorpartner legte sich quer. Nun wagen es die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und die BKK Gesundheit erneut: Sie fusionieren Anfang 2012 zur DAK-Gesundheit, die ihren Sitz in Hamburg haben wird. Der Verwaltungsrat der BKK Gesundheit hat dem Zusammenschluss bereits in der vergangenen Woche zugestimmt. Am Dienstag gab auch das zuständige Gremium der DAK sein Plazet. Das erfuhr "Spiegel Online" aus Kassenkreisen.

Die DAK ist die drittgrößte Ersatzkasse und hat gut 5,6 Millionen Versicherte. Die BKK Gesundheit ist selbst aus mehreren Zusammenschlüssen entstanden und mit rund einer Million Versicherten die größte Betriebskrankenkasse. Die neue DAK-Gesundheit wird mit ihren insgesamt 6,6 Millionen Versicherten die Nummer drei der Republik sein - nach der Barmer GEK und der Techniker Krankenkasse.

Fusionstrend unter Krankenkassen

Mit dem Zusammenschluss setzt sich der Fusionstrend unter den Krankenkassen fort. Anfang Juli gab es gut 150 gesetzliche Kassen in der Bundesrepublik. Viele davon sind kleine Betriebskrankenkassen, die oft nur wenige Tausende Versicherte haben. Vor fünf Jahren waren mehr als 250 Anbieter aktiv, Mitte der neunziger Jahre buhlten sogar noch rund 1000 Kassen um Mitglieder.

Experten rechnen damit, dass bald weniger als 50 Krankenkassen übrig sind. Dass sich immer mehr von ihnen zusammentun, hat vor allem zwei Gründe: Erstens können größere Anbieter effizienter arbeiten, etwa indem sie Geschäftsstellen zusammenlegen und Prozesse vereinheitlichen. "Wir erhoffen uns bis 2015 jährliche Einsparungen von rund 50 Millionen Euro", sagt DAK-Chef Herbert Rebscher.

Größere Verhandlungsmacht

Zweitens haben die großen Kassen eine deutlich größere Verhandlungsmacht gegenüber den Lobbygruppen der Gesundheitswirtschaft. Diese wird zusehends zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. In den vergangenen Jahren haben die Kassen immer mehr Möglichkeiten bekommen, etwa mit den Ärzten und der Pharmaindustrie über Leistungen und Kosten zu verhandeln.

Wer bei diesen Gesprächen statt ein paar Hunderttausend Versicherten mehrere Millionen vertritt, kann deutlich bessere Konditionen aushandeln. "Mit unserem Marktanteil von rund zehn Prozent können wir auch leichter Programme zur integrierten Versorgung anbieten", so Rebscher. Bei der integrierten Versorgung arbeiten Hausärzte, Fachärzte und Krankenhäuser zusammen - und nicht jeder für sich.

Beide Kassen sind angeschlagen

Allerdings tun sich mit der DAK und der BKK Gesundheit nicht gerade zwei kerngesunde Partner zusammen. Weil beide Anbieter mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen, müssen sie von ihren Mitgliedern Zusatzbeiträge in Höhe von acht Euro pro Monat verlangen.

Viele Versicherte sind allerdings nicht bereit, diese zu zahlen: Seit 2010 hat die DAK netto rund 500.000 Versicherte verloren. Bei der BKK Gesundheit verabschiedete sich in den vergangenen zwei Jahren sogar fast jeder dritte Versicherte zu einem günstigeren Anbieter. Und attraktivere Alternativen gibt es genug: Nicht einmal jede zehnte Kasse erhebt bislang Zusatzbeiträge.

Hunderttausende Beitragspreller

Mit dem drastischen Rückgang der Mitgliederzahlen geraten die betroffenen Kassen in einen Teufelskreis. Ihren Vertrag kündigen vor allem junge, gesunde und gut verdienende Versicherte, die brav Beiträge zahlen, aber wenige Leistungen in Anspruch nehmen. Wer bleibt, entrichtet seinen Zusatzobolus oft nicht. Die DAK klagte zuletzt über mehr als 200.000 Beitragspreller. Sinkende Einnahmen ziehen zusätzliche Einsparungen und höhere Zusatzbeiträge nach sich. Entsprechend kündigen noch mehr Versicherte.

Insofern ist die Fusion von DAK und BKK Gesundheit auch aus der Not geboren. Würden die kriselnden Partner noch länger warten, könnten die Zeiten für sie sehr unangenehm werden. Beiden Anbietern hätte es im Zweifel besser getan, wenn sie sich mit einem finanzkräftigen Partner zusammengetan hätten. Der findet sich allerdings nicht so leicht. Immerhin: "Wir sind offen für weitere Zusammenschlüsse", sagt DAK-Chef Rebscher.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Wirtschaft
Landärzte: Nachwuchs verzweifelt gesucht

In sieben Regionen Brandenburgs droht akuter Ärztemangel. zum Video


Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017