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Praxisgebühr "schlicht ein Ärgernis": TK fordert Abschaffung

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TK-Chef fordert Abschaffung der Praxisgebühr

13.08.2012, 14:45 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Praxisgebühr "schlicht ein Ärgernis": TK fordert Abschaffung. Bei der Techniker Krankenkasse sieht man keinen Sinn in der Praxisgebühr (Quelle: dapd)

Bei der Techniker Krankenkasse sieht man keinen Sinn in der Praxisgebühr (Quelle: dapd)

In die Debatte um die umstrittene Praxisgebühr hat sich jetzt auch der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, eingeschaltet. Er fordert die vollständige Abschaffung der Abgabe. "Krankenkassen und Gesundheitsfonds stehen derzeit finanziell sehr gut da. Es gibt keinen Grund, den Kranken sinnlos in die Tasche zu greifen", sagte er der "Bild am Sonntag". Die Gebühr sei "schlicht ein Ärgernis - für Kranke und für Ärzte".

Baas Ansicht nach hat die Praxisgebühr ihr Ziel verfehlt: Sie verhindere keine unnötigen Arztbesuche und steuere Patientenströme nicht, erklärte der TK-Chef. Zwar bringe die Abgabe von zehn Euro, die seit dem Jahr 2004 jeder Patient beim ersten Arztbesuch im Quartal bezahlen muss, jährlich zwei Milliarden Euro ein. Doch der Experte hält diese Einnahmen für verzichtbar.

Schluss mit überflüssiger Bürokratie

Mit der Abschaffung der Gebühr würden nicht nur die Patienten unmittelbar entlastet, sondern auch die Ärzte, weil überflüssige Bürokratie wegfiele. "Und nebenbei: Mit dem sinnlosen Ausstellen von Überweisungen auf Vorrat wäre auch endlich Schluss", sagte Baas.

Derweil geht die politische Diskussion zum Thema weiter: Die FDP will die Praxisgebühr zum Thema des nächsten Spitzentreffens der Regierungskoalition machen. Die Union lehnt den FDP-Wunsch, auf die Abgabe zu verzichten, bislang ab. SPD, Grüne und Linke fordern ebenfalls seit längerem das Aus für die Abgabe. Ein Vorstoß in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder war Ende Juni jedoch gescheitert.

Mehrheit der Deutschen lehnt Gebühr ab

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen befürwortet nach einer Umfrage eine Abschaffung der Praxisgebühr. Laut einer repräsentativen Emnid-Erhebung für die "Bild am Sonntag" sind 77 Prozent der Befragten dafür, die Abgabe zu streichen. Nur 20 Prozent wollen die Gebühr beibehalten.

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