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Haftpflicht zahlt nicht bei vorsätzlichem Foul

05.10.2012, 13:25 Uhr | dpa, t-online.de

Haftpflicht zahlt nicht bei vorsätzlichem Foul. Foul beim Fußball: Verletzungen durch "Blutgrätschen" deckt die Haftpflicht nicht ab (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Foul beim Fußball: Verletzungen durch "Blutgrätschen" deckt die Haftpflicht nicht ab (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Allzu grobe Fußballspieler sollten sich nicht darauf verlassen, dass notfalls die private Haftpflichtversicherung für die Folgen ihrer Blutgrätsche aufkommt. Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe entschied jetzt, dass die Versicherung nicht zahlen muss, wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Gegner vorsätzlich verletzt werden sollte (Az.: 9 U 162/11). Die Richter erkannten natürlich an, dass das nicht für jedes Foul gilt.

Wohl aber in diesem Fall: Ein Amateurfußballer war bei einem Landesliga-Spiel in Baden-Württemberg mit Anlauf und gestrecktem Bein seitlich von hinten in einen Gegenspieler gesprungen. Dieser erlitt einen Wadenbeinbruch, ein ausgekugeltes Sprunggelenk und mehrere Bänderrisse. Kurz vor seinem Foul hatte der Angreifer seinem Gegner gedroht, ihm bei der nächsten Aktion "die Beine zu brechen".

Foulspieler verklagt eigene Versicherung

Der Foulspieler verklagte seine Haftpflichtversicherung auf Freistellung von Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüchen. Das Landgericht hatte die Klage bereits abgewiesen und auch für dem OLG hatte er mit seiner Berufung keinen Erfolg.

Die Versicherung müsse für Schmerzensgeld und Schadenersatz nicht aufkommen, weil der Spieler die Verletzung "vorsätzlich und widerrechtlich" verursacht habe, so das Gericht. Bei einem derart gefährlichen Einsteigen dürfe der Spieler nicht darauf vertrauen, dass nichts passiere. Er habe die Verletzung zumindest billigend in Kauf genommen.

Bei Vorsatz kein Versicherungsschutz

Damit gelte der gesetzliche Risikoausschluss nach Paragraph 103 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), der besagt, dass ein Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet ist, wenn der Kunde den Schaden vorsätzlich oder widerrechtlich herbeigeführt hat. Ein Strafverfahren gegen den Spieler war gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden.

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