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Was Versicherungen alles fragen dürfen

05.06.2013, 09:56 Uhr | , t-online.de, dpa-tmn

Was Versicherungen alles fragen dürfen. Das Ausfüllen der Fragen in Versicherungsverträgen ist eine lästige Pflicht (Quelle: Archiv)

Das Ausfüllen der Fragen in Versicherungsverträgen ist eine lästige Pflicht (Quelle: Archiv)

Beim Ausfüllen von Versicherungsverträgen stoßen Verbraucher auf eine Reihe von Fragen, mit denen der Anbieter sein Risiko einschätzen will - und die Auswirkungen auf die Höhe der Versicherungsprämie haben. Kunden sollten deshalb aber nicht der Versuchung erliegen, Informationen zu verschweigen, um vielleicht ein paar Euro zu sparen. Denn im schlimmsten Fall gibt es dann kein Geld von der Versicherung, wenn ein Schaden auftritt.

Die größten Auswirkungen haben falsch beantwortete Gesundheitsfragen bei der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Da viele Beschäftigte im Lauf ihres Arbeitslebens berufsunfähig werden, ist das Risiko des Schadenseintritts für die Versicherer besonders hoch, weshalb sie dann besonders genau hinsehen. Ähnliches gilt für die PKV. Hat der Versicherungsfall etwas mit nicht erwähnten Vorerkrankungen zu tun, verweigern die Versicherer die Leistung.

Am besten ganz genau antworten

Fragen wie "Sind Sie in den letzten zehn Jahren in einem Krankenhaus, Klinikum, einer Rehabilitations- oder Kureinrichtung untersucht, beraten oder behandelt worden?" oder "Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren bei Ihnen Krankheiten, Gesundheits- oder Funktionsstörungen oder Beschwerden des Herzens, an Lunge oder Magen?" sollten deshalb peinlich genau beantwortet werden. Bestehen Unsicherheiten, sollte der behandelnde Arzt befragt werden, rät beispielsweise die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Einige Versicherte versuchen sich herauszureden, sie hätten sich nicht erinnern können oder es sei ihnen nicht klar gewesen, dass diese Vorerkrankung wichtig sei. Doch das Oberlandesgericht Karlsruhe stellte vor nicht allzu langer Zeit noch einmal klar: Wer die Gesundheitsfragen objektiv falsch beantwortet, hat keinen Anspruch auf Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung (Az.: 12 U 140/12).

Wenn der Vermittler die Fragen ausfüllt...

Auch wer das Antragsformular von einem Vermittler ausfüllen lässt, ist vor Fehlern nicht geschützt. Allerdings muss in einem solchen Fall das Versicherungsunternehmen beweisen, dass der Antragsteller arglistig getäuscht und Angaben verschwiegen hat. Es reicht nicht, einfach nur zu behaupten, der Versicherte habe den Vermittler mündlich nicht ausreichend informiert, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe (Az.: 12 U 20/09).

Ein Spezialfall sind genetische Vorbelastungen. Hier gilt, dass Versicherungen keine eigenen Tests verlangen dürfen. Falls jedoch früher bereits einmal Gen-Untersuchungen gemacht wurden, kann der Versicherer Einsicht verlangen - jedoch nur ausnahmsweise bei außergewöhnlich hohen Versicherungsleistungen und nicht im Regelfall. Das entsprechende Verbot und die Ausnahmen sind im Gendiagnostikgesetz von 2010 geregelt.

Schummelei bei Kfz-Versicherung fällt oft auf

Auch bei anderen Versicherungen hängt der Preis von den Angaben des Kunden ab. So kostet beispielsweise eine Kfz-Versicherung umso mehr, je höher die jährliche Fahrleistung ist. Wer hier mit zu niedrigen Zahlen Geld sparen möchte, bewegt sich auf dünnem Eis. Viele Versicherer fragen zwischendurch den Kilometerstand ab und berechnen die Prämie neu, wenn die Fahrleistung nicht mit den Angaben übereinstimmt.

Fällt die Schummelei erst bei einem Schadenfall auf, droht eine Vertragsstrafe bzw. der Verlust des Versicherungsschutzes - vor allem bei den freiwilligen Zusatzversicherungen Teil- und Vollkasko. Bei der gesetzlichen Haftpflicht dürfte der Anbieter versuchen, den Kunden in Regress zu nehmen.

Beim Hausrat droht die Unterversicherung

Seinen Versicherungsschutz setzt auch derjenige aufs Spiel, der beim Abschluss einer Hausratversicherung meint, die Fragen nicht so ernst nehmen zu müssen. Der Wert eines Hausstandes ist schwer zu schätzen, weil sich über die Jahre mehr oder weniger wertvolle Dinge ansammeln. Deshalb besteht hier die Möglichkeit, sich pauschal nach Quadratmetern der Wohnfläche zu versichern. In diesem Fall verzichten die meisten Versicherungsgesellschaften auf die sogenannte Einrede der Unterversicherung.

Sind beispielsweise nur 30.000 Euro beim Hausrat versichert, obwohl der Wert bei 40.000 Euro liegt, beträgt die Unterversicherung 25 Prozent. Im Versicherungsfall werden dann nur 75 Prozent des Schadens ersetzt, auch wenn es sich lediglich um einen gestohlenen Laptop für 800 Euro handelt. Da die Prämie für eine Hausratversicherung in einer Mietwohnung schon für weniger als 50 Euro zu haben ist, ist das Sparpotenzial durch Tricksereien beim Beitrag ohnehin gering.

Versicherungen dürfen alles fragen

Grundsätzlich dürfen Versicherungen alles fragen, fasst der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Peter Grieble, zusammen. "Verbraucher sollten auf alle Fragen antworten und nicht abwägen, ob sie die Frage auch inkorrekt beantworten dürfen, denn die Gefahr von Nachteilen ist einfach zu hoch", sagte Grieble zu t-online. Im Schadensfall ist sonst Krach mit dem Versicherer wahrscheinlich, die Versicherungsleistung steht auf dem Spiel und ein Prozess mit ungewissem Ausgang droht.

Griebles Rat: Wenn einem ein Versicherer zu neugierig erscheint, sollte man ihn aus dem Auswahlprozess aussortieren. Denn Versicherungen fragen durchaus unterschiedlich.

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