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Problem Niedrigzins: Privatversicherte zahlen womöglich drauf

03.06.2013, 14:38 Uhr | dpa

Problem Niedrigzins: Privatversicherte zahlen womöglich drauf. Privat Krankenversicherten könnte wegen des Niedrigzinses eine Prämienerhöhung bevorstehen.

Privat Krankenversicherten könnte wegen des Niedrigzinses eine Prämienerhöhung bevorstehen. (Quelle: dpa)

Hamburg (dpa/tmn) - Die niedrigen Zinsen machen nicht nur Anlegern zu schaffen. Auch die privaten Krankenversicherungen haben Schwierigkeiten, das Geld ihrer Versicherten zu rentablen Zinssätzen anzulegen. Möglicherweise drohen den Kunden dadurch höhere Prämien.

Auf privat Krankenversicherte könnte wegen des Niedrigzinses auf dem Kapitalmarkt eine Prämienerhöhung zukommen. Der Grund: Bei den Privaten Krankenversicherungen (PKV) zahle man in jungen Jahren voraus, erklärt Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dieses Geld legt die PKV an und verzinst es. Dadurch wollen die Versicherungen verhindern, dass die Beiträge im Alter zu stark steigen. "Weil die Zinsen gerade wahnsinnig niedrig sind, haben die Versicherungen Probleme, das Geld zinsgültig anzulegen."

Einige Versicherer müssen deshalb den Rechnungszins senken, also den Betrag, mit denen sie die Altersrückstellungen mindestens verzinsen müssen. Um das auszugleichen, steigen womöglich die Prämien für die Versicherten. "Irgendwo anders muss das Geld ja herkommen", sagte Kranich.

Privatversicherte können bei möglichen Beitragserhöhungen nur wenig machen. Als Kunde sei man mehr oder weniger an seine PKV gebunden. "Altersrückstellungen können Sie fast nie mitnehmen." Deshalb mache es im Alter keinen Sinn mehr, den Versicherer zu wechseln, wenn der Versicherte schon über lange Zeit eingezahlt hat. Eine Möglichkeit bleibt aber: der Tarifwechsel. In manchen Fällen können Versicherte dadurch mehrere hundert Euro sparen, sagte Kranich.

Für Versicherte, die ihre Prämie nicht mehr aufbringen können, gibt es außerdem Auffangtarife. In den sogenannten Basistarifen erhalten die Versicherten dann allerdings nur noch die Leistungen, die auch die gesetzliche Kasse trägt. Hartz-IV- und Sozialhilfeempfänger bekommen außerdem einen Teil des Beitrags erlassen, den anderen Teil übernimmt die Arbeitsagentur.

Noch sei aber völlig unklar, ob es bei den PKV, die laut der Finanzaufsicht BaFin den derzeitigen Rechnungszins nicht erwirtschaften können, zu Beitragserhöhungen kommt. "Es ist noch völlig offen, ob, wann und wie viel der betroffenen Unternehmen die Beiträge anpassen werden", sagt Stefan Reker, Pressesprecher des Verbands der Privaten Krankenversicherung. Dafür müssen nämlich bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein - nach Belieben dürfen Versicherer die Prämien für Bestandskunden nicht erhöhen.

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