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Pflege-TÜV: Reform schafft keine Transparenz in der Heimlandschaft

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Pflege-TÜV  

Reform schafft keine Transparenz in der Heimlandschaft

14.08.2013, 16:00 Uhr | dpa, t-online.de

Pflege-TÜV: Reform schafft keine Transparenz in der Heimlandschaft. Die Suche nach einem gutem Pflegeplatz für Angehörige ist oft eine Riesenherausforderung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Suche nach einem gutem Pflegeplatz für Angehörige ist oft eine Riesenherausforderung (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Pflege-TÜV, eingeführt 2008, versprach Orientierung im Heim-Dschungel. Schon seit Jahren gibt es aber auch Kritik zur Bewertungspraxis. Horrende Missstände lassen sich nämlich durch Zweitrangiges ausgleichen - zum Beispiel "Wundlegen mit einem guten Schnitzel oder einem schönen Gartenfest", wie es der Bundespatientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) ausdrückt. Diese Zustände soll eine Reform verbessern - nach Meinung von Experten löst das die Probleme aber wieder nicht.

Jahrelang verhandelten Heimbetreiber und Krankenkassen über einen besseren sogenannten Pflege-TÜV. Hinter verschlossenen Türen gab es einen Kompromiss, der bald in Kraft treten soll. Das Ziel sind weniger Bestnoten in der Zukunft. Angehörige sollen im Internet besser erkennen können, wie eine Einrichtung in Kernbereichen wie etwa der Abwehr von Druckgeschwüren und Flüssigkeitsmangel abschneidet.

Ersatzkassen sind mit Ergebnis zufrieden

In einem internen Brief schreibt der Verband der Ersatzkassen an die Mitgliedskassen wie Barmer GEK, Techniker Krankenkasse und DAK: "Das Verhandlungsergebnis ist aus Sicht der Ersatzkassen insgesamt positiv zu bewerten."

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Kann der Pflege-TÜV künftig Missstände gründlich aufdecken - und Betroffenen schnell Auskunft über die Qualität eines Heims geben? Der Hamburger Gesundheitswissenschaftler Johannes Möller hatte das bisherige Prüfsystem untersucht - und Mängel festgestellt. Nun sagt er, eine verständliche Beurteilung könne es nur geben, wenn die Noten etwas über die Qualität aussagen. "Das gibt es auch künftig nicht."

Sorgfältige Aktenpflege reicht für eine gute Note

Forscher Möller erläutert Schwachstellen. "Wer einen Verbandswechsel nicht steril hinbekommt, der darf keine Eins oder Zwei bekommen." Das könne aber trotz der Nachbesserungen weiter passieren. "Außerdem bleibt unklar, ob Ergebnisqualität gemessen wird oder Dokumentationsqualität." Auch künftig könne also ein Heim gut abschneiden, wenn es nur seine Akten ordentlich führt. Folgt man den Kritikern wie Möller, gibt es wohl vor allem wegen der Blockade von Heimbetreibern nicht mehr Licht im Dickicht der Angebote.

Für die Anti-Korruptions-Organisation Transparency ist der Pflege-TÜV nur eines von vielen Beispielen für Überbürokratisierung in der Pflege, wie die ehemalige SPD-Landesministerin und Transparency-Mitarbeiterin Barbara Stolterfoht kritisiert.

Transparency-Studie: Betrug und moderner Menschenhandel

Transparency holt in einer Studie weit aus: Korruption, Betrug und Geldmacherei auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft seien bei den Heim- und Dienste-Betreibern an der Tagesordnung. Zwischen Pflegediensten gebe es sogar modernen Menschenhandel - Betroffene würden von Dienst zu Dienst "verkauft". "Das System ist so gestrickt, dass das mehr sind als Einzelfälle", sagt Stolterfoht. Sie fordert mehr Offenheit, ein bundesweites Register für Betrügereien und Einsichtsrechte in Gutachten und Akten für Pfleger und Betroffene.

Der Rundumschlag geht nicht nur dem Bundesgesundheitsministerium zu weit. Auch der Paritätische Gesamtverband meint: "Die Forderungen von Transparency sind irreführend, da bereits geltendes Recht." Und der Hamburger Forscher Möller sagt an die Adresse von Kritikern wie Transparency: "Legt Beweise vor oder schweigt." Die Organisation beruft sich unter anderem auf Interviews mit Insidern. Diese müssten geschützt bleiben, erklärte Transparency.

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