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Bundesversicherungsamt: Jede zweite Krankenkasse mauschelt bei Krankheiten

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Unter Manipulationsverdacht  

Jede zweite Krankenkasse soll bei Krankheiten mauscheln

03.09.2013, 11:31 Uhr | dpa, t-online.de, dpa-AFX

Bundesversicherungsamt: Jede zweite Krankenkasse mauschelt bei Krankheiten. Viele Krankenkassen scheinen die Krankheiten ihrer Mitglieder nicht korrekt zu melden (Quelle: Angelika Warmuth/dpa)

Viele Krankenkassen scheinen die Krankheiten ihrer Mitglieder nicht korrekt zu melden (Quelle: Angelika Warmuth/dpa)

Wegen mutmaßlicher Mauscheleien mit den Daten der Versicherten hat das Bundesversicherungsamt zahlreiche Krankenkassen ins Visier genommen: Knapp jeder zweite Krankenversicherer soll bei den Angaben zu den Erkrankungen ihrer Mitglieder übertreiben. Das geht aus einem Schreiben der Behörde an den Spitzenverband der Krankenkassen hervor, wie die "Rheinische Post" berichtet.

BKK mit enormer Herzinfarkt-Rate aufgefallen

Demnach entdeckten die Beamten bei insgesamt 59 von derzeit 134 Krankenkassen Auffälligkeiten und forderten die Kassen zu einer Erklärung auf. So müsse beispielsweise eine Betriebskrankenkasse (BKK) plausibel machen, warum in einem Jahr die Zahl der Herzinfarkte bei ihren Versicherten um mehr als 280 Prozent gestiegen sei, während sie durchschnittlich bei allen Kassen um weniger als ein Prozent in die Höhe gegangen sei.

Überdurchschnitt häufig Hautgeschwüre gemeldet

Eine Ersatzkasse wiederum habe eine Vermehrung von Hautgeschwüren bei ihren Versicherten um mehr als 30 Prozent verzeichnet, während die Fälle mit diesem Krankheitsbild im gesamten Kassensystem um gerade einmal 1,5 Prozent gestiegen seien.

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Der Zeitung zufolge wurden Betriebskrankenkassen, eine AOK, eine Innungskrankenkasse (IKK) und eine Ersatzkasse unter die Lupe genommen. Das Bundesversicherungsamt habe die Krankheits-Einstufungen im ambulanten und im Krankenhausbereich geprüft, heißt es in dem Bericht.

Namentlich wollte ein Behördensprecher die verdächtigen Kassen im Gespräch mit t-online.de nicht nennen. Er verwies darauf, dass bisher nur Auffälligkeiten festgestellt wurden. Diese hätten in der Vergangenheit zumeist erklärt werden können. Dabei komme es auch auf die Größe der Krankenkasse an, wodurch auch stärkere Abweichungen möglich seien, erklärte der Sprecher.

Budgetkürzungen drohen

Den betroffenen Kassen drohen der Zeitung zufolge finanzielle Sanktionen. Sollte es ihnen nicht gelingen, die erheblichen Abweichungen vom Durchschnitt der Krankheitsbilder zu erklären, könne das Bundesversicherungsamt den Kassen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds kürzen.

Für die Kassen sei es lukrativ, in ihrer Statistik die Krankheiten der Patienten schlimmer anzugeben, als es tatsächlich der Fall ist, schreibt die Zeitung. Schließlich hänge vom Alter und vom Gesundheitszustand der Mitglieder ab, wie viel die Kassen aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Je kränker die Versicherten also sind, desto mehr Geld kassieren die Krankenkassen.

Kanzlerin will Leistungsbescheide prüfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will indes die Bewilligungspraxis der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland auf den Prüfstand stellen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hatte auf dpa-Anfrage im August mitgeteilt, dass Kassen jährlich in Hunderttausenden Fällen Zahlungen an ihre Versicherten für Krankengeld, Reha oder Hilfsmittel ablehnen.

Patientenberater hatten angegeben, es gebe mehr Beratungsfälle in dem Bereich. "Wir gehen solchen Vorwürfen nach", sagte Merkel im Bundestag. Der MDK hatte allerdings darauf hingewiesen, dass die Zahl der Negativbescheide in den vergangenen Jahren gesunken sei.

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