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Versicherten drohen satte Beitragsaufschläge ihrer Krankenversicherung

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Erhöhungen bis zu 40 Euro  

Versicherten drohen satte Beitragsaufschläge

02.01.2014, 09:18 Uhr | t-online.de, dpa-AFX

Versicherten drohen satte Beitragsaufschläge ihrer Krankenversicherung. Die Gesundheitspläne der Großen Koalition werden wohl einen Aufschlag für alle Versicherten nach sich ziehen (Quelle: imago/Rainer Unkel)

Die Gesundheitspläne der Großen Koalition werden wohl einen Aufschlag für alle Versicherten nach sich ziehen (Quelle: imago/Rainer Unkel)

Krankenversicherte in Deutschland dürften bald deutlich stärker zur Kasse gebeten werden: Behörden und Experten rechnen mit Zusatzbeiträgen von mindestens 1,5 Prozent des Einkommens in wenigen Jahren. Grund dafür sind vor allem die steigenden Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) - und die Gesundheitspläne der Große Koalition. Arbeitnehmer müssen mit zusätzlichen Aufschlägen von bis zu 40 Euro rechnen.

Mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem gefordert

Bereits im Jahr 2010 erklärte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, das deutsche Gesundheitssystem brauche mehr Wettbewerb: "Mehr Wettbewerb zeigt sich auch darin, dass die einen Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, andere nicht." Als Gesundheitsminister muss Gröhe jetzt mit einer neuen Reform eine Wende hinlegen. Die Versicherten werden sich wohl an Zusatzbeiträge bei allen Kassen gewöhnen müssen. Deutlich teurer dürfte es werden.

Vorerst ist die Finanzlage nach Angaben des Verbands zwar noch solide. "Ich gehe davon aus, dass wir 2014 ganz ohne Zusatzbeiträge auskommen", sagte die Vorsitzende Doris Pfeiffer. Allerdings steigen laut AOK-Chef Jürgen Graalmann die Ausgaben der Kassen doppelt so schnell wie die Löhne und Gehälter. "Die gesetzliche Krankenversicherung gibt im Schnitt jedes Jahr vier Milliarden Euro mehr aus, als sie an Beiträgen einnimmt", sagte Graalmann.

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Prozentuale Zusatzbeiträge geplant

Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht vor, den Beitragssatz von 15,5 auf 14,6 Prozent zu senken. Ein Sonderbeitrag von 0,9 Punkten zulasten der Versicherten, heute Teil des Beitragssatzes, soll entfallen. Arbeitgeber und -nehmer sollen von den 14,6 Prozent jeweils die Hälfte tragen. Brauchen die Kassen mehr Geld, sollen sie prozentuale Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern nehmen können. Pauschale Zusatzbeiträge in festen Eurobeträgen sollen Kassen anders als heute nicht mehr nehmen dürfen.

2015 dürften die Kassen wegen des abgesenkten Satzes nicht mehr soviel Geld aus dem Gesundheitsfonds bekommen, wie sie benötigen, prognostizierte der Essener Gesundheitsökonom Jürgen Wasem. "Es gibt Kassen, die brauchen sofort einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent, einige auch etwas mehr", sagte er. "Andere Kassen können auf so große Reserven zurückgreifen, dass sie auf Zusatzbeiträge nahezu komplett verzichten können." Dann sei mit einem Anstieg des Zusatzbeitrags von im Schnitt 0,2 bis 0,3 Punkten im Jahr zu rechnen.

Deutliche Unterschiede bei den Kassen

"Unter der Annahme, dass sich Einnahmen und Ausgaben wie in der Vergangenheit weiterentwickeln, ist mit einem Zusatzbeitrag im Jahr 2017 von 1,6 Prozent bis 1,7 Prozent zu rechnen", sagte Maximilian Gaßner. Jürgen Wasem meinte: "2017 dürfte er im Schnitt bei 1,5 Prozent liegen." Manchen Kassen dürften einen Aufschlag unter einem, andere einen über zwei Prozent nehmen.

Nach Berechnungen der Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink würde ein Zwei-Prozent-Zusatzbeitrag etwa für Bürokaufleute mit einem monatlichen Durchschnittsgehalt von 2157 Euro rund 43 Euro betragen. Abzüglich der heutigen Belastung wären es noch 24 Euro pro Monat mehr. Bei verschiedenen Berufen kommt Klein-Schmeink für 2017 auf eine Spanne dieser Mehrbelastung von 17 bis 40 Euro.

Steuerzuschuss entscheidend

Die Experten betonten, die Entwicklung hänge vom künftigen Steuerzuschuss an die Krankenversicherung ab. Gaßner sagte, damit die 1,6-Prozent-Prognose zum Zusatzbeitrag eintrete, sei es nötig, "dass der Bundeszuschuss zukünftig verlässlich in voller Höhe an die GKV fließt". 2013 sank er von 14 auf 11,5 Milliarden Euro.

Pfeiffer mahnte: "Den Bundeszuschuss zu kürzen, wäre ein Beschleunigungsprogramm für Beitragserhöhungen." Bereits 14 Milliarden Euro deckten weniger als die Hälfte der Ausgaben für versicherungsfremde Leistungen wie den Versicherungsschutz für Minderjährige. "Der Bundeszuschuss darf nicht zur Verfügungsmasse des Finanzministers werden", forderte die GKV-Verbandsvorsitzende.

Mögliche Beitragserhöhungen für die Krankenkasse

Beruf

Einkommen
(brutto)

Zusatzbeitrag

Mehrbelastung

Bankkaufleute

3621€

72,42€

39,83€

Elektro-
installateure

3191€

63,82€

35,10€

Maler/
Lackierer

2753€

55,06€

30,28€

Pflegeberufe

2410€

48,20€

26,51€

Verkäufer im
Einzelhandel

1890€

37,80€

20,79€

Erzieher

2195€

43,90€

24,15€

Friseur

1523€

30,46€

16,75€

Quelle: dpa-AFX/Maria Klein-Schmeink, Grünen-Gesundheitsexpertin

Jubel und Kritik

Der Hauptunterschied zum alten Zusatzbeitrag ist, dass die Höhe des Prozent-Aufschlags künftig direkt vom Einkommen abhängt. Wer mehr verdient, zahlt mehr. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schwärmt vom "historischen Ende der Kopfpauschale". Jahrelang hatten FDP und Teile der CDU auf vom Einkommen unabhängige Beiträge gesetzt.

Doch aus dem Schussfeld der Kritik kommen die Kassenfinanzen nicht. Für die neue gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, sind auch die schwarz-roten Reformpläne unsozial. "Das von der SPD gepriesene Ende der Kopfpauschale erweist sich im Konkreten als bittere Pille für die Versicherten", meinte sie. "Wenn die Arbeitgeber nicht mehr an den steigenden Kosten beteiligt werden, kommen gerade auf kleine und mittlere Einkommensbezieher hohe Zusatzbeiträge zu."

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