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Rasanter Aufstieg: Warum die TK wächst und wächst

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Rasanter Aufstieg  

Warum die TK wächst und wächst

14.01.2014, 16:19 Uhr | Johannes Büchl, t-online.de

Rasanter Aufstieg: Warum die TK wächst und wächst. Die Techniker Krankenkasse hat in den vergangenen Jahren stetig Mitglieder geworben (Quelle: imago/Lars Berg)

Die Techniker Krankenkasse hat in den vergangenen Jahren stetig Mitglieder geworben (Quelle: imago/Lars Berg)

Dieser Zuwachs ist unter den gesetzlichen Versicherern ohne Beispiel: Seit Einführung der freien Kassenwahl 1996 hat sich die Zahl der Mitglieder der Techniker Krankenkasse (TK) von 4,6 Millionen auf 8,7 Millionen fast verdoppelt. Und dabei hat die TK das, was sich die Konkurrenten wünschen, nämlich vornehmlich junge und entsprechend gesunde Mitglieder.

Die Krankenkasse und der Manager aus der Wirtschaft

Das war ihr Bonus schon vor 1996, als geschlossene Krankenkasse für Techniker, Ingenieure und Architekten. Dass die TK ihren Vorsprung halten konnte, liegt vor allem an einem Manager: Norbert Klusen. Ihn hält Wolfgang Lange vom Branchenmedium "Dienst für Gesundheitspolitik"(gfd) für den wichtigsten Vater des Erfolgs. "Klusen hat schon damals bestimmte Strukturen aus der Industrie mitgebracht - zum Beispiel einen schlanken Verwaltungsapparat und schlanke Vertriebsstrukturen", erläuterte er im Gespräch mit t-online.de. Nachfolger Jens Baas könne auf dem Geschaffenen aufbauen.

Das führe heute zu dem Ergebnis, dass die TK zwar mehr Mitglieder betreue als die DAK, dafür aber weniger Personal brauche. Dem wiederum mangele es nicht an Motivation, schon aus finanzieller Sicht. "Die TK zahlt höhere Gehälter als im Branchentarifvertrag für Krankenkassen", sagte Lange. Dabei gehöre der bereits zu den Spitzenverträgen im Gesundheitswesen.

Den Konkurrenten fällt der Umbau schwer

Lange hält es für entscheidend, dass mit Klusen ein promovierter Ökonom und kein "Sofa", die Kurzform für Sozialverwaltungsfachangestellter, das Ruder bei der TK übernahm. Bei den Krankenkassen, die öffentliche Körperschaften sind, war modernes Management lange eher nicht die Regel.

Selbst heute tun sich viele schwer. Die Barmer baue ihre Strukturen erst seit zwei Jahren von Grund auf um und die DAK habe damit noch gar nicht angefangen, sagte Lange. "Bei der DAK hat der jetzige Vorstand schon 2003 eine Maßnahmen-Liste aufgestellt, die bis heute nicht abgearbeitet wurde", so der Experte. Kurkliniken etwa seien erst nach zehn Jahren verkauft worden, man habe zudem viel weniger Geschäftsstellen als geplant geschlossen.

TK-Lenker Klusen, bis 2012 Vorstandschef, habe es auch verstanden, junge Mitglieder anzuwerben. Zum Beispiel über Zusatzleistungen die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen - der bestimmt rund 95 Prozent des Angebots. Die restlichen fünf Prozent sind individuell - so werden zum Beispiel bestimmte Impfungen oder homöopathische Therapien bezahlt. Und dass die TK das umfangreichste Angebot an Zusatzleistungen bereithält, wurde ihr erst Mitte 2013 bescheinigt.

TK profitierte trotz Strukturausgleich

Gewonnen habe die TK schließlich in den vergangenen Jahren trotz eines für sie ungünstig gestalteten Risikostrukturausgleichs, lautet Langes Analyse. Dieser Mechanismus namens Morbi-RSA lässt zwar Geld fließen von Kassen mit vielen gesunden Versicherten zu solchen Kassen mit einem hohen Anteil älterer Mitglieder, etwa der DAK. Trotz hoher Zahlungen sei es der TK aber gelungen, Rücklagen von drei Milliarden Euro in den vergangenen Jahren aufzubauen. Geld, das an die Versicherten in Form der Dividende zurückfließt.

"Die TK musste zwar zur Zahlung der Prämie gezwungen werden, aber sie zahlt", sagte Lange. Wer in diesem Jahr neu dazukommt, erhält 80 Euro, wer schon vorher dabei war, sogar 160 Euro. Wieder so ein Argument dafür, dass die "Abstimmung mit den Füßen", wie Lange sie nennt, eher nicht bremsen wird.

Nicht nur die Marktführer können zulegen

Gegen den Marktführer-Effekt ist so schwer anzukommen. Aber natürlich bietet nicht allein die TK ein attraktives Leistungsspektrum. Den ersten Platz im Ranking des Deutschen Instituts für Servicequalität belegte die Siemens-Betriebskrankenkasse. Diese steht auch Kunden außerhalb des Konzerns offen. Mit einer Million Versicherten gehört sie nicht zu den Riesen, wächst aber konstant. Komischerweise sitze dort auch kein "Sofa" im Vorstand, merkt Lange an. Sein Fazit: "Mit einem 'Weiter so' ist in diesem Markt heute nichts mehr zu gewinnen."

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