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Finanzausgleich bei Kassen: Je kränker desto besser

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Finanzausgleich bei Kassen  

Bezahlen Kassen Ärzte für Fehldiagnosen?

24.03.2014, 18:33 Uhr | Özkan Canel Altintop, t-online.de

Finanzausgleich bei Kassen: Je kränker desto besser. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas (Quelle: dpa)

Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas (Quelle: dpa)

Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, glaubt, dass einige Krankenkassen Ärzte bezahlen, um Patienten kränker zu machen. Der Grund: Einige Krankenkassen hätten ein wirtschaftliches Ziel vor Augen - und der Finanzausgleich zwischen den Kassen mache dies möglich.

"Der Finanzausgleich zwischen den Kassen ist momentan so absurd geregelt, dass der Versicherte den Kassen das meiste Geld bringt, der laut Akte krank ist, aber wenig Leistung abfragt, sagte Baas gegenüber "Bild". Deswegen bemühen sich manche Krankenkassen auch darum, die richtigen Diagnosen zu bekommen." Die Folge seien steigende Beiträge für alle.

Die Motiv-Lage: Für die Versicherungen waren früher junge, gesunde und besserverdienende Kunden die "besten" Versicherten. Denn sie sorgten für stabile Beiträge bei niedrigen Ausgaben. "Heute dagegen sieht – vereinfacht gesagt – der Finanzausgleich der Kassen vor, dass die Beitragsmittel so an die Kassen verteilt werden, dass das Geld bestimmten dokumentierten Krankheiten folgt. Ziel ist es, damit höhere Kosten auszugleichen", erklärte Michael Schmitz von der Techniker Krankenkasse gegenüber T-Online.de.

"Je mehr Krankheit für den einzelnen Patienten dokumentiert wird, umso mehr Geld bekommt die Krankenkasse", sagte Schmitz. Es kommt also auf die Dokumentation an, und nicht auf die tatsächliche Krankheit. Dies eröffnet Fehlanreize. "So kann aus einer leichten Atemwegserkrankung schnell Asthma werden", so Schmitz.

Prävention muss stärker in den Fokus

Diese Entwicklung betrachtet Schmitz mit Sorge: "Da es für bestimmte Krankheiten zusätzliches Geld gibt, zahlt es sich für die Kassen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht immer aus, auf Prävention zu setzen."Die Techniker Krankenkasse fordert von der Politik daher, die Kostenumverteilung auf den Prüfstand zu stellen. Zudem sollte die Prävention durch Anreize wieder in den Fokus rücken.

Die neue Verteilung der Kassenbeiträge löst immer wieder Debatten aus: Diese gehen seit 2009 nicht mehr direkt von den Mitgliedern an die Krankenkassen, sondern in den Gesundheitsfonds. Von dort werden Gelder nach einem komplizierten Schlüssel verteilt.

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